Spiez

Zu Gast beim Himmelsforscher

SpiezOskar Diesbergen aus Spiez verbrachte die Nacht als Sterngucker auf dem Gornergrat im Wallis.

Im Observatorium: Oskar Diesbergen (l.) wird von Astronom Timm-Emanuel Riesen durch die Forschungsstation auf dem Gornergrat geführt. Zu sehen ist auch das traditionelle Teleskop, mit welchem Himmelsbeobachtungen von blossem Auge gemacht werden.

Im Observatorium: Oskar Diesbergen (l.) wird von Astronom Timm-Emanuel Riesen durch die Forschungsstation auf dem Gornergrat geführt. Zu sehen ist auch das traditionelle Teleskop, mit welchem Himmelsbeobachtungen von blossem Auge gemacht werden. Bild: zvg

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Der von Astronomie begeisterte Oskar Diesbergen wollte dem Sternenhimmel so nah wie möglich sein und wünschte sich einen Besuch im Observatorium auf dem Gornergrat im Wallis. Zusammen mit Astronom und Physiker Doktor Timm-Emanuel Riesen, der an diesem Forschungsplatz der Universitäten Bern und Genf auf 3135 Meter über Meer arbeitet, konnte das «Forum» dieser Zeitung den Wunsch erfüllen.

Galaxien und Nebel

Die Silberkuppel auf dem Gornergrat wurde 1967 eigens für Himmelsbetrachtungen errichtet. «In der Höhe sind die Bedingungen für astronomische Beobachtungen ideal», so Timm-Emanuel Riesen. Die Luft sei kühl und so die Sicht mehrheitlich klar. Das Observatorium beherbergt verschiedenste Instrumente, darunter auch ein sogenannt traditionelles Teleskop, durch welches noch mit dem Auge Himmels­objekte bis in eine Entfernung von mehreren Millionen Lichtjahren studiert werden können.

Kommt ein Teleskop zum Einsatz, dann wird jeweils die Kuppel geöffnet. Ein eindrückliches Erlebnis für den Hobbyastronomen Oskar Diesbergen. «Zwar bedeckten Wolken den Himmel, trotzdem konnte ich einige Sterne erkennen.» Forscher Timm-Emanuel Riesen erklärte seinem Gast auch am Computerbildschirm Aufnahmen von Galaxien, Sternen und Nebeln, die am Walliser Himmel entstanden sind.

Diese Arbeit, so der Astronom, sei eine wichtige Aufgabe des siebenköpfigen Forscherteams auf dem Gornergrat. Das Teleskop hingegen sei mehrheitlich für die Öffentlichkeit, besonders für Schulen, gedacht. Der fünfzigjährige Oskar Diesbergen, der sich sein Wissen über Astronomie aus Büchern angeeignet hat, genoss die Fachgespräche mit dem Astronomen. «Ich habe viel Neues über mein Lieblingsthema erfahren.»

Sein Interesse für dieses Gebiet sei durch Jugendlager ­geweckt worden, welche der Sport- und Englischlehrer aus Spiez einst geleitet hatte. «Wir übernachteten oft im Freien, und da kam bei mir der Wunsch auf, den Jugendlichen zu beschreiben, was es alles am Himmel zu sehen gibt.»

Auf dem Observatorium: Oskar Diesbergen geniesst den einzigartigen Rundblick vom Gornergrat aus. Bild: zvg

Einmalige Fernsicht

Gegen Mitternacht musste sich Forscher Timm-Emanuel Riesen wieder ganz seiner Arbeit im Observatorium widmen, und Oskar Diesbergen ging in sein Zimmer im Kulmhotel Gornergrat. «Ich war jedoch so beeindruckt vom Erlebten, dass ich um halb vier Uhr meinen Feldstecher nahm und nach draussen ging, um den Himmel zu betrachten», so Oskar Diesbergen. Die Wolken hatten sich verzogen, und die Sicht war klar. So entdeckte der Hobby­astronom so einiges: «Ich zählte sieben Sternschnuppen und habe die Milchstrasse und den Andromedanebel deutlich erkannt.»

Am nächsten Morgen dann wartete Timm-Emanuel Riesen mit einer Überraschung auf seinen Gast: Über eine schmale Leiter bestieg er mit Oskar Diesbergen die Silberkuppel. Von hier aus hatten die beiden eine fantas­tische Fernsicht auf die verschneiten Viertausender. Die Sonne schien, der Himmel war stahlblau. Und dann liess der Astronom Riesen via Fernsteuerung die Kuppel um 360 Grad drehen. «Das war für mich der krönende Abschluss meines Besuchs bei Timm-Emanuel Riesen auf dem Gornergrat», so Oskar Diesbergen.

Infos: stellarium-gornergrat.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.11.2016, 09:32 Uhr

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