Unterseen

Kinder setzen sich für Unken ein

Unterseen Elf Kinder halfen im Rahmen eines Ferienpassangebotes von Jugend und ­Natur, das Gelbbauchunken-Biotop an der Aare in Unterseen zu pflegen.

Zusammen mit den Biotopbetreuern Lorenz Fritschi (r.) und Hans Fritschi (2. v. l.) befreiten die Kinder das Amphibien- und Reptilienbiotop von wuchernden Pflanzen.

Zusammen mit den Biotopbetreuern Lorenz Fritschi (r.) und Hans Fritschi (2. v. l.) befreiten die Kinder das Amphibien- und Reptilienbiotop von wuchernden Pflanzen. Bild: Sibylle Hunziker

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Eigentlich sind Gelbbauchunken mit wenig zufrieden. «Ein paar Glunggen oder seichte Tümpel reichen ihnen, um zu laichen», erklärte Hans Fritschi von Jugend und Natur der Ferienpassgruppe.

Doch solche Orte sind selten geworden, und von selber entstehen in der vom Menschen gezähmten Natur kaum mehr neue. Deshalb wurden einige kleine Tümpel an der Aare neben dem Autobahnzubringer künstlich angelegt und durch regelmässige Pflegeeinsätze erhalten.

Unken zeigten sich nicht

Für einen solchen Einsatz fanden sich am Mittwoch vier naturkundige Biotopbetreuer und elf Erst- bis Fünftklässler vom Ferienpass ein. Die Kinder wussten schon einiges über Amphibien: Sie hatten schon Froschlaich gesehen und konnten sich vorstellen, wie die kleineren Laichballen der Unken aussehen.

Beim eisigen Wind zeigten sich allerdings weder die Unken noch die Frösche oder Ringelnattern, die in den Tümpeln und den Stein- und Ast­haufen daneben wohnen und die dort auch genug Insekten und andere Nahrung finden.

Dafür gab es ­genug anderes zu beobachten: Einen Rotmilan, den die Kin­der an seiner Schwanzform er­kannten, Wasserläufer, die bei ­jedem Sonnenstrahl über die kleinen Tümpel huschten und Revierkämpfe austrugen, oder einen speziell gemusterten Tigerschnegel, der sich unter einem morschen Ast versteckt hatte.

«Ein paar Glunggen oder seichte Tümpel reichen ihnen, um zu laichen.»

Hans Fritschi
Mitglied Ferienpassgruppe

Vor allem aber wurde gearbeitet. Unermüdlich schleppten die Mädchen und Jungen Steine, die der Werkhof der Gemeinde Unterseen am Wegrand abgeladen hatte, und besserten die Trockenmauer aus. Mit vereinten Kräften schichteten sie Ast- und Steinhaufen auf und rissen schnell wuchernde Weiden und Brombeeren aus, damit die Tümpel nicht zuwachsen und die Sonne die Steinhaufen erwärmen kann.

Weder Schneetreiben noch nasse Handschuhe konnten sie bremsen. Mitte Nachmittag war die Arbeit fertig, und es blieb noch genug Zeit für ein Zvieri und eine naturkundliche Exkursion durch die Weissenau.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 21.04.2017, 07:55 Uhr

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