Region Oberaargau

Wo die bürgerliche Wende wahr wäre

Region Oberaargau 36 Gemeinden haben die Durchsetzungsinitiative angenommen. Und: Ginge es nach den Wählerinnen und Wählern im Oberaargau, würde Lars Guggisberg (SVP) neuer Regierungsrat.


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

58 Prozent der stimmberechtigten 58 125 Oberaargauerinnen und Oberaargauer brachten sich am Wahl- und Abstimmungswochenende ein – bei den eidgenössischen Vorlagen. Ablehnend gegenüber der SVP-Initiative stand eine Mehrheit in Langenthal (63,9 Prozent), Herzogenbuchsee (63,1 Prozent), Lotzwil (57,9 Prozent), Niederönz (55,9 Prozent), Roggwil (52,2 Prozent), Aarwangen (52 Prozent) sowie Wangen an der Aare und Ochlenberg (je 51,8 Prozent), Huttwil (51,7 Prozent) und Madiswil (50,7 Prozent).

Bis auf diese 10 haben alle Oberaargauer Gemeinden die Durchsetzungsinitiative (DSI) angenommen. Dennoch gilt der Verwaltungskreis mit einem Nein-Anteil von 51,7 Prozent unter dem Strich als DSI-Ablehner. Die Differenz macht gerade mal 1135 Stimmen. Als Befürworter gehen im Kanton die Verwaltungskreise Frutigen-Niedersimmental sowie Obersimmental-Saanen in die Annalen ein. Zum Vergleich: 59,9 Prozent der Abstimmenden legten kantonsweit ein Nein in die Urne, 63,4 Prozent schweizweit.

10 Gemeinden sind klar gegen CVP-Heiratsstrafe

Bei der CVP-Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» sind die Vorzeichen im Oberaargau umgekehrt: Während im Kanton die Vorlage mit 53,8 Prozent durchfiel, kam sie hier mit 50,7 Prozent hauchdünn durch. Einmal mehr schlägt die kleinste Oberaargauer Gemeinde Berken mit ihren 38 Stimmberechtigten in der Statistik obenaus: Sie verzeichnet eine Stimmbeteiligung von 73,7 Prozent.

Und: 70,4 Prozent der Stimmenden aus Berken unterstützen die CVP-Initiative nicht. Ebenso wenig die Gemeinden Farnern, Herzogenbuchsee, Inkwil, Langenthal, Niederönz, Rütschelen, Seeberg, Walliswil bei Niederbipp und Wangen an der Aare.

Mit 62,7 Prozent erfuhr die Spekulationsstoppinitiative im Verwaltungskreis deutliche Ablehnung.

Grosser Support für die Gotthardtunnel-Sanierung

Die sogenannte zweite Röhre wird hier im Schnitt mit 63,9 Prozent befürwortet. Die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet wird in einzelnen Gemeinden sehr positiv aufgenommen. Am deutlichsten wiederum in Berken, wo 82,1 Prozent der Stimmenden ein Ja notierten.

Über 70 Prozent der Stimmenden sind auch in Eriswil, Farnern, Graben, Niederbipp, Oberbipp, Reisiswil, Rumisberg, Thörigen, Walliswil bei Niederbipp sowie Wangen an der Aare für die Tunnelsanierung.

SP-Mann Ammann schnitt in Langenthal stark ab

Unter den Regierungsratskandidaten hat insgesamt der SVPler Lars Guggisberg mit 15 865 Stimmen (57 Prozent) am meisten Unterstützung im Verwaltungskreis Oberaargau erhalten, gefolgt vom im ersten Wahlgang gewählten SP-Mann Christoph Ammann mit 11 385 Stimmen (40,9 Prozent). Sein jurassischer Parteikollege Roberto Bernasconi erreichte mit 8648 Stimmen 31,1 Prozent.

Die Wählenden in Langenthal unterstützten nicht nur Bernasconi mit 41 Prozent (1985 Stimmen) überdurchschnittlich, sondern auch den Interlakner Gymerrektor Ammann ausserordentlich stark: mit 51,8 Prozent legten 2505 seinen Namen auf dem Wahlzettel in die Urne oder in das Rückantwortcouvert.

Mit Genugtuung nahm gestern Grossrat und Parteikollege Reto Müller auf Facebook dieses Ergebnis zur Kenntnis: «Ein Gemässigter scheint in Langenthal somit durchaus und unter gegebenen Umständen mehrheitsfähig zu sein», hielt der potenzielle Nachfolger von Thomas Rufener als Stadtpräsident fest.

(Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 01.03.2016, 10:23 Uhr

Artikel zum Thema

SP und SVP machen den Jura-Sitz unter sich aus

Bern SP-Kandidat Roberto Bernasconi wird am 3. April zum 2. Wahlgang antreten. EVP-Kandidat Patrick Gsteiger dagegen hat seinen Rückzug bekanntgegeben. Mehr...

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Kommentare

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Die Welt in Bildern

Abgetaucht: In Zürich geniesst man die sommerlichen Temperaturen mit einem Bad im See. (26. Mai 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...