Thunstetten

Eine zweite Halle für den Sohn

ThunstettenIm Weiler Hof mästet Familie Lüthi Poulets. Damit ihr Kleinbetrieb auch in Zukunft bestehen kann, will sie ausbauen. Gegenwärtig liegen Pläne für eine zweite Halle auf.

Ein Weiler für Menschen und Hühner. Der langen Masthalle soll rechts eine zweite angegliedert werden. In den mobilen Ställen davor werden ebenfalls Hühner gehalten.

Ein Weiler für Menschen und Hühner. Der langen Masthalle soll rechts eine zweite angegliedert werden. In den mobilen Ställen davor werden ebenfalls Hühner gehalten. Bild: Thomas Peter

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Das ist ein Gegacker: Bis zu 13 000 Hühner leben im Weiler Hof zwischen Thunstetten und Bützberg, davon 10 000 im Betrieb von Hansruedi Lüthi. In sieben bis acht Umschlägen im Jahr wachsen seine Küken in 40 Tagen zu schlachtreifen Poulets heran. «Damit ich auch künftig auf dem Hof ein Einkommen finde, reicht das aber nicht», sagt Sohn Thomas.

Er ist 28-jährig, Landwirt und Landmaschinenmechaniker. Gegenwärtig arbeitet er zusätzlich als Baumaschinenmechaniker. Die bäuerliche Arbeit teilt er sich mit seinem Vater, der daneben als Klauenpfleger unterwegs ist.

Der Mastbetrieb mag als wirtschaftliche Grundlage für eine Familie zu klein sein, nach heutiger Gesetzgebung ist er bereits zu gross für die 10 Hektaren Fläche, die zum Kleinbetrieb gehören.

Nun will die Familie ihre Landwirtschaft wieder auf eine sichere Basis stellen. Dafür soll ihr Land zur Intensivlandwirtschaftszone werden. Die Überbauungsordnung dafür liegt gegenwärtig in der Gemeindeverwaltung in Bützberg zur Mitwirkung auf.

Solarenergie möglich

Die Intensivlandwirtschaftszone umfasst das Areal der bestehenden Halle sowie ein Fläche, auf der daran anschliessend eine zweite, gleich grosse Halle gebaut werden kann. Auf den insgesamt 1200 Quadratmetern wird Familie Lüthi bis zu 20 000 Hühner halten können.

Die Firsthöhe darf 7,5 Meter nicht überschreiten, Lüftungskamine dürfen den First maximal um 3,5 Meter überragen. Das Satteldach dürfen Lüthis für eine ­Solarenergieanlage nützen, wie sie es bereits mit der bestehenden Halle machen. Für die Futtersilos wird die Farbe des Anstrichs vorgeschrieben: Braun, Oliv oder Dunkelgrau sind zulässig.

Bäume vorgeschrieben

Zur Pflicht gemacht wird auch die Pflanzung von Bäumen. Diese spenden einerseits den Hühnern Schatten, verstecken aber auch die Hallen in der Landschaft. Mindestens zehn Feldobstbäume müssen es auf dem neuen Areal sein, in der bestehenden Hofstatt müssen abgehende Bäume ersetzt werden.

Einer Umweltverträglichkeitsprüfung muss die Thunstetter Bauernfamilie ihr Vorhaben nicht unterziehen: Die Grenze von 125 Grossvieheinheiten (GVE) überschreiten ihre 20 000 Mastpoulets nicht. Denn Hühner sind bekanntlich Kleinvieh, ein Mastpoulet zählt nur als 0,004 GVE.

Trotzdem müssen sich Lüthis noch etwas gedulden, bis sie Küken in ihrer zweiten Halle einstallen können, selbst wenn alles optimal läuft: Projektverfasser Hans Wenger von den Ristag Ingenieuren in Herzogenbuchsee schätzt, dass bis Ende 2017 bestimmt ist, ob die Überbauungsordnung Hof wie beabsichtigt möglich ist.

Bauernhaus zum Weiler

Gleichzeitig sollen das Bauernhaus und der Wagenschopf in die bestehende Weilerzone in­tegriert werden. Steht das Planwerk, muss die Bauernfamilie noch ein Baugesuch einreichen und die Halle bauen.

Am Donnerstagabend wurde die Überbauungsordnung in der Aula der Schulanlage Bifang vorgestellt. Gut zwei Dutzend Interessierte verfolgten die Infor­mation aus erster Hand. Diese stellten eine einzige Verständnis­frage.

Mitwirkung: Die Unterlagen liegen bis am 6. März in der Gemeindeverwaltung in Bützberg öffentlich auf. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 17.02.2017, 15:42 Uhr

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