Huttwil

Die Sonne heizt diese Überbauung

Huttwil Drei Mehrfamilienhäuser, die ihre Wärme zu 100 Prozent von der Sonne beziehen, entstehen auf der Allmend. Es sind die ersten ihrer Art im Verwaltungskreis.

Die drei geplanten Mehrfamilienhäuser. Die südliche Dachfläche wird mit Sonnenkollekturen bestückt. Links ist die Langete zu erkennen.

Die drei geplanten Mehrfamilienhäuser. Die südliche Dachfläche wird mit Sonnenkollekturen bestückt. Links ist die Langete zu erkennen. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Für Josef Jenni ist es eine Rückkehr nach Huttwil: Mit seiner Jenni Liegenschaften AG will er an der Allmendstrasse drei Mehrfamilienhäuser erstellen, die zu hundert Prozent mit Sonnenenergie geheizt werden.

Huttwil sei die erste Gemeinde gewesen, in der er in grösserer Zahl Solaranlagen habe bauen können. Zum Beispiel bei der Schulanlage Schwarzenbach, bei der Turnhalle Dornacker oder bei der Wohn- und Gewerbegenossenschaft in der ehemaligen Möbelfabrik Aebi an der Hofmattstrasse.

Um ein Gebäude allein mit der Sonne heizen zu können, braucht es ein gut besonntes Grundstück, auf dem sich die Dachflächen nach Süden ausrichten lassen. Zudem muss es für zwei bis drei Mehrfamilienhäuser Platz bieten. Das trifft auf die beiden Parzellen an der Allmendstrasse in Huttwil zu.

Hier kommt die neue Überbauung hin.

Der Speicher in der Mitte

Die Süddächer der Häuser werden mit je 160 Quadratmetern thermischen Sonnenkollektoren bestückt, zentral ist zudem ein Speicher für 110 000 Liter Wasser mitten im Haus. Dieser wird in den Huttwiler Neubauten über alle vier Stockwerke eingebaut. So kann auch die Abwärme in den Wohnungen genutzt werden.

Das vom Langenthaler Architekten Raphael Stucki entwor­fene Projekt sieht total 24 4½- und 5½-Zimmer-Wohnungen mit 28 Parkplätzen in Einstellhallen ­sowie 3 Besucherparkplätzen vor. Die Vorbilder der Häuser stehen in Oberburg, direkt neben der Fabrik von Josef Jenni.

Eine Konzession an potenzielle Bewohner sind Lifte, die es in Oberburg ebenso wenig gibt wie Einstellhallen. Die Überbauung liegt direkt an der Langete. Deren Querschnitt wird aufgeweitet, was gleichzeitig eine Renaturierung und einen Hochwasserschutz bedeutet.

Im Sommer könnte die Überbauung sogar Wärme fürs Schwimmbad liefern. Ein Angebot, das die Gemeinde als Alternative zur Abwärme der Sägerei Schürch gerne prüfe, wie Gemeindepräsident Hansjörg Muralt (SVP) erklärte.

Nachfrage ist gross

Aufgrund der Erfahrungen in Oberburg gehen Josef Jenni und Raphael Stucki davon aus, dass diese Wohnungen trotz des aktuellen Baubooms in Huttwil problemlos abgesetzt werden können sei es in Miete oder in Stockwerkeigentum.

Eine Einschätzung, die Gemeindepräsident Muralt teilt. Er zeigte sich gleichzeitig erfreut über das Engagement von Josef Jenni in Huttwil. Die Gemeinde habe zwar wegen Kapazitätsproblemen auf der Verwaltung darauf verzichten müssen, das Label Energiestadt anzustreben, begrüsse aber jede Initiative, die in diese Richtung ziele.

Die Bauherrschaft plant demnächst die Baueingabe. Sollte die Baubewilligung wie erhofft im April 2017 vorliegen, ist mit einem Bezug im Frühjahr 2019 zu rechnen.

Er sei ein politischer Unternehmer, betonte Josef Jenni. An der Medieninformation in Huttwil gab er denn auch Nationalrätin Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Schweiz, Gelegenheit, die Bedeutung von solarbeheizten Häusern für die nationale Energiestrategie aufzuzeigen. Analog zum Slogan «Oil of Emmental» sprach diese vom «Oil of Oberaargau». (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.11.2016, 09:59 Uhr

Jenni Energietechnik

Er mache gerne Lärm, bekannte Josef Jenni in Huttwil, um aufzuzeigen, dass die Sonne nicht eine ökologische Lösung für unseren Energiehunger sei, sondern schlicht die logische. In einem Fall hat er allerdings eindeutig zu wenig Lärm gemacht.

Erst am Rand der Information zu den Sonnenhäusern in Huttwil erwähnte er ein grosses Pilot­projekt, das er letztes Jahr in Chemnitz (D) realisieren konnte.

Spektakulär biegt auf einer Foto auf der Jenni-Website ein Lastwagen um eine Gründerzeithausecke.

Aus der gleichen Zeit stammen die Häuser an der Kanalstrasse in der sächsischen Industriestadt: Prächtiger Jugendstil aus dem Jahr 1906, der jedoch hinter den Fassaden am Zerfallen war.

Nicht überall sind historische Gebäude derart vernachlässigt wie im ehemaligen Karl-Marx-Stadt. Doch der Schlüssel zur Energiewende liegt in der Altbausanierung.

Altbauten benötigen für die Heizung etwa dreimal so viel Energie wie konventionelle Neubauten.
Mit dem Pionierbau in Chemnitz wurde dank dem Know- how aus der Schweiz eine Deckung mit Solarenergie von 90 Prozent erreicht.

Das sei deutschlandweit einmalig, schrieb die Bauherrin, die Fasa AG. Erreicht wird das nicht nur mit Kollektoren und einem Speicher, sondern auch mit einer intelligenten Kopplung mit dem Nachbargebäude.

Dank der Sanierung erstrahlt die prächtige Jugendstilfassade heute wieder in frischem Glanz. Die Bewohner profitieren von tiefen Nebenkosten.

Artikel zum Thema

Gemeinde kauft Solaranlage auf dem Schulhausdach

Uetendorf Die Genossenschaft Solar Uetendorf verkaufte ihre Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses Riedern 1 per Ende Jahr an die Gemeinde Uetendorf. Mehr...

Sonnige Aussichten trotz Sturm

Mürren 1993 ging auf Birg die damals höchste Solaranlage ans Netz. Was Ingenieure von dieser Anlage gelernt haben, erklärte Urs Muntwyler an einem Treffen der Genossenschaft Solar BeO Ost und des Vereins zur Förderung erneuerbarer Energien. Mehr...

BKW kauft Spezialisten für Solar-Monitoring

Die BKW stärkt ihr Standbein im Bereich der erneuerbaren Energien und kauft das deutsche Unternehmen Solare Datensysteme. Mehr...

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Kommentare

Blogs

Gartenblog Erdbeermangel ade!

Foodblog Die Tradition lebt weiter

Die Welt in Bildern

Verlockend bunt: Eine Biene landet im Botanischen Garten von München auf der Blüte eines Zitronen-Zylinderputzers. (29. Mai 2017)
(Bild: Sven Hoppe/DPA) Mehr...