Thunstetten

Das Schloss hat jetzt ein Museum

ThunstettenDie erste Etappe der Sanierungsarbeiten im Schloss ist abgeschlossen. Passend dazu wird am Samstag das neue Museum samt Café und Shop eröffnet. Die Ausstellung dokumentiert 300 Jahre Schlossgeschichte.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Lange Wochen der Veränderung liegen hinter dem Schloss Thunstetten. Seit Dezember waren die Restauratoren dort mit Erhaltungsmassnahmen beschäftigt. Diese Arbeiten sind mittlerweile wie geplant abgeschlossen worden. Das Resultat kann sich sehen lassen, das wird bei einem Rundgang durch die vier sanierten Räume rasch deutlich.

Vor allem im Salon des Seitenkabinetts ist es augenfällig: Das Zimmer, das in einem desolaten Zustand war, wurde in Absprache mit der Denkmalpflege in seinen Ursprungszustand von 1715 zurückversetzt und erstrahlt nun in neuer Farbe.

Unter vier Schichten kam das originale Rot-Gold von Hieronymus von Erlach zum Vorschein, dem Erbauer des Schlosses. «Dieses bildet nun eine farbliche Einheit mit dem Deckengemälde ‹Feuer/Erde›», freut sich Hanspeter Ruch von der Denkmalpflege.

Apfelringe vom Schloss

Abgeschlossen ist die Sanierung des Schlosses damit allerdings noch lange nicht. Drei weitere ­Sanierungsetappen sollen laut Stiftungsratmitglied Thomas Maurer (Ressort Bauliches) noch folgen – die nächste bereits kommenden Winter.

Schon jetzt fertig ist das neue Schlossmuseum, das morgen mit einer Vernissage eröffnet wird. Eine Führung mit Kuratorin Jana Fehrensen anlässlich einer von der Stiftung organisierten Medienkonferenz beginnt im neuen Schlosscafé, zu dem auch ein kleiner Museumsshop gehört.

Hier soll es unter anderem frische Produkte vom Schlossgelände zu kaufen geben, etwa getrocknete Apfelringe. Denkbar sei auch ein Grappa aus den Trauben, die beim Schloss wachsen, sagt Stiftungsratsmitglied und Projektleiter Michael Schär.

Die eigentliche Ausstellung in den denkmalgeschützen Räumen des Seitenflügels nimmt den Besucher mit auf eine Reise zurück in die 300-jährige Geschichte des ersten barocken Schlosses auf bernischem Boden.

Beeinflusst wurde diese zum einen natürlich stark von Hieronymus von Erlach (1667–1748), der das Schloss als Sommerresidenz im französischen Stil erbauen liess und dort vor allem seine adligen Gäste empfangen wollte.

3-D-Fotoshow

Ein wichtiger Teil betrifft zum anderen die Familie Le Grand, die das Schloss bis 1970 mehr als 100 Jahre bewohnte. Von ihr sei die Schlossgeschichte ganz besonders geprägt worden, erzählt Jana Fehrensen und verweist unter anderem auf die Gästebücher der Familie Le Grand, die bis 1918 zurückreichen.

Im Museum liegen diese auch in digitalisierter Form vor und können so von den Besuchern einfach per Touchscreen durchgelesen werden.

Auch sonst sind die Le Grands, die das Schloss 1970 an eine Stiftung übertrugen, allgegenwärtig. Das Highlight der Ausstellung, findet Jana Fehrensen, sei eine 3-D-Fotoshow mit rund 50 Fotos der Familie Le Grand aus der Zeit von 1890 bis 1950.

Die Stereofotografien wurden digitalisiert und liefern nun mittels 3-D-Brille einen faszinierenden Blick auf die Familiengeschichte. Zu lesen gibt es weiter zum Beispiel auch Auszüge aus dem Tagebuch von Emil Le Grand (1873–1952), dem Grossvater von Vera Le Grand, die als Kind sogar noch im Schloss gewohnt hat und auch im Stiftungsrat sitzt.

Museum wird ausgebaut

Die neue Ausstellung präsentiert das Schloss, auch mit zahlreichen Details zur Architektur des Gebäudes, als einzigartige Verbindung zwischen fürstlichem Glanz und ländlicher Einfachheit. «Wir wollen hier ein Stück Geschichte erhalten», erklärt Jana Fehrensen denn auch.

Und das Projekt geht weiter: Ziel sei es, erklärt ­Michael Schär, das Museum in Zukunft im Obergeschoss des Schlosses auszubauen. Auch dort würden die Le Grands wohl im Mittelpunkt stehen: Schliesslich befanden sich dort einst die Wohnräume der Familie.

Vernissage,Sonntag, 5. Juni, 10 bis 12 Uhr. Öffnungszeiten: April bis November an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat, 13 bis 17 Uhr. Eintritt gratis. Führungen sind auf eine Teilnehmerzahl von max. 25 Personen beschränkt, Kosten: 5 Franken pro Person. Mehr Infos: www.schloss-thunstetten.ch/Museum. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.06.2016, 09:00 Uhr

Artikel zum Thema

Die Farben eines Verliebten

Thunstetten Im Schloss Thunstetten sind seit Dezember die Restauratoren am Werk. Wegen des schlechten Zustands lässt die Stiftung vier Räume sanieren. Mehr...

Teure Berner Schlösser

Der Lotteriefonds hat die Kriterien für die finanzielle Unterstützung der bernischen Schlösser geändert. Neu dürfen die Beiträge nur noch für den Unterhalt der Liegenschaften verwendet werden. Mehr...

Ein Schloss mit schillernder Historie

300 Jahre alt wird das Schloss Thunstetten dieses Jahr. Ein Jubiläum, das am Wochenende gebührend gefeiert wurde. Mehr...

Kommentare

Blogs

Serienjunkie Hypnose gegen Migräne

Foodblog Simple Ankündigungen hervorragend umgesetzt

Die Welt in Bildern

Sonnenschutz: Ein Feiernder am Glastonbury Festival versucht sich von der Sonne zu schützen (21. Juni 2017).
(Bild: Dylan Martinez) Mehr...