Thörigen

Die Strasse soll gerettet werden

ThörigenEin Stück der Hombergstrasse in Thörigen hat sich stark abgesenkt, weshalb nun dringend Massnahmen nötig sind. Die Gemeinde hat verschiedene Varianten prüfen lassen und bevorzugt eine bauliche Sicherung.

Die Schäden auf dem rund 80 Meter langen Wegabschnitt sind auf starken Regen wie auch auf schwere Fahrzeuge zurückzuführen.

Die Schäden auf dem rund 80 Meter langen Wegabschnitt sind auf starken Regen wie auch auf schwere Fahrzeuge zurückzuführen. Bild: Olaf Nörrenberg

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Die Hombergstrasse ist eine Problemstrasse: Diese Erkenntnis, sagt Gemeindepräsident Rolf Schneeberger, habe man in Thörigen schon vor zehn Jahren gewonnen. Damals sei es erstmals zu einem Abrutsch gekommen. Verantwortlich dafür seien sowohl Starkniederschläge wie auch die Gewichtszunahme bei den Fahrzeugen gewesen.

Letztmals wurde 2015 not­fallmässig geflickt. Jener rund 80 Meter lange Abschnitt bereitet nun erneut Sorgen: Die Strasse hat sich dort auf der hangabgewandten Seite stark abgesenkt; ein Stück musste deshalb auf einer Seite gesperrt werden. Es kam zu einem sichtbaren Riss und einem vertikalen Absatz im Strassenkörper.

Bei einer Begehung wurden sogar noch weitere Risse und talseitige Verschiebungen festgestellt. Sondierungen im betroffenen Perimeter hatten vergangenen September die Vermutung bestätigt, dass die Schäden durch Hangrutschungen entstanden sind.

«Die Strasse liegt auf einer 2 bis 3 Meter mächtigen Deckschicht, welche sichtbar talwärts gerichteten Bewegungen unterliegt», teilt die Gemeinde in ihrem aktuellen Infoblatt mit. «Das Ganze ist äusserst instabil», erklärt Schneeberger. «Die Schäden gehen tief, ausserdem hat es Wasser hineingespült.»

Sechs Varianten

Für die Planung hatte der Gemeinderat im Oktober einen Kredit von 30'000 Franken gesprochen. Mittlerweile hat die Ristag Ingenieure AG sechs verschiedene Varianten vorgeschlagen, wie das Sanierungsprojekt aussehen könnte, inklusive voraussichtlicher Kosten (+/–20 Prozent). Dabei sind die ersten drei Varianten als mögliche Alternativen zu einer Sicherung der Strasse zu verstehen.

Zur Auswahl stehen dort eine Aufhebung der Durchfahrt Hombergstrasse, inklusive Rückbau, ab dem Fussweg zum Forsthaus bis zum Gebiet Schwarzmatte (Kosten 140'000 Franken), der Ausbau der Mättenbergstrasse als Umfahrung (1,35 Millionen) und eine sogenannte Nulllösung mit flankierenden Massnahmen (200'000 Franken).

Eine Möglichkeit zur Sicherung gibt es etwa über eine Mehrstufenlösung, die eine Schritt-für-Schritt-Umsetzung vorsieht. Auf Basis eines noch zu erstellenden Gutachtens würden spezifische Massnahmen angeordnet, damit die Risikofaktoren der Hangrutschung nach und nach eliminiert werden können.

Die eingeleiteten Massnahmen würden jeweils einer Erfolgskontrolle unterzogen und deren Ergebnisse als Grundlage für die nächsten Massnahmen dienen. Die Kosten sind bei dieser Variante stark von den notwendigen Massnahmen abhängig und reichen von 130'000 Franken bis 1,1 Millionen Franken.

Eine weitere Variante sieht vor, den Strassenoberbau im gesamten Perimeter, der Rutschungen unterworfen ist, mittels eines auf Mikropfählen abgestützten Trägerrostes neu aufzubauen. Kosten: 850'000 Franken.

Stützsysteme bevorzugt

Sichern liesse sich die Strasse im betroffenen Perimeter aber auch über ein permanentes Stützbauwerk. Die Ristag Ingenieure AG, welche einen Variantenvergleich angestellt hat und dabei Faktoren wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Lebensdauer, Aufwand oder Kosten-Nutzen-Verhältnis untersucht hat, empfiehlt diese bauliche Sicherung samt hangseitiger Entwässerung als beste Variante. Kostenpunkt: 730'000 Franken.

Welches Stützsystem letztlich zum Einsatz kommt, eine rückverankerte Bohrpfahlwand oder eine Rühlwand mit Stahlständer, würde für die Erstellungskosten nur einen geringen Unterschied bedeuten. Ein massgebender Faktor ist jedoch die Zugänglichkeit, muss doch für diese Arbeiten ein Zugang von unterhalb gewährleistet sein. Weshalb dieser, je nachdem, wie sich der Zustand der Strasse bis dahin entwickelt, über eine provisorisch gesicherte Baupiste erfolgen müsste.

Der Gemeinderat sei klar der Meinung, dass die Hombergstrasse mit der Variante bauliche Sicherung mittels eines Stützsystems saniert werden solle, heisst es im Thöriger Infoblatt. Er beantragt deshalb der ausserordent­lichen Gemeindeversammlung vom 19. April, einen Sanierungskredit in Höhe von 750'000 Franken zu bewilligen.

Es gibt keine Garantie

Dabei betont Rolf Schneeberger, dass der Gemeinderat für Diskussionen über andere Lösungs­vorschläge offen sei. «Vielleicht findet auch eine andere Variante eine Mehrheit.» Für ihn seien aber die Vorzüge der baulichen Sicherung klar: «Ich erachte den Mix zwischen Verankerung und Entwässerung als nötig.»

Eine Stilllegung oder ein Rückbau der Strasse kommt für den Gemeindepräsidenten sowieso nicht infrage. «Es ist eine Ortsverbindungsstrasse und nicht bloss eine Sackgasse oder eine einfache Waldstrasse. Ich halte es daher für unsere Aufgabe, sie zu ­sichern.»

Das Ziel des Gemeinderates ist es, so rasch wie möglich mit den Arbeiten zu beginnen. Sodass die Sanierung, sagt Schneeberger, noch vor dem nächsten Winter fertig wird. Während der Bauphase müsse mit einer Vollsperrung der Hombergstrasse von vierzehn Tagen, vielleicht sogar einem Monat gerechnet werden, sagt Rolf Schneeberger.

Eine Garantie, dass es in Zukunft auf der Hombergstrasse weiter oben oder weiter unten nicht ebenfalls zu Problemen kommt, gebe es nicht. «Wir hoffen aber, dass es nach der Sanierung für längere Zeit ruhig bleibt.»

Gemeindeversammlung, Mittwoch, 19. April, 20 Uhr, in der Mehrzweckturnhalle. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 21.03.2017, 06:10 Uhr

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