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Wirte wollen sämtliche Rauchverbote aufheben

Gegen das Rauchverbot formiert sich Widerstand: Wirte und Mitglieder der Berner Jungen SVP wollen mit einer Initiative sämtliche gesetzlichen Rauchverbote aufheben.

Ohne Rauch kein gemütliches Beisammensein: Schweizer Wirte befürchten durch das Rauchverbot das Ende des Stammtisches.

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Bild: Keystone

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Die Interessengemeinschaft Freie Schweizer Wirte hat am Donnerstag die Initiative «Für ein liberales Rauchergesetz» lanciert. Ziel ist es, sämtliche gesetzliche Rauchverbote aufzuheben.

Die Interessengemeinschaft (IG), die aus Kreisen von Wirten und Mitgliedern der Berner Jungen SVP hervorgegangen ist, stört sich vor allem an der Bevormundung durch den Staat. «Der freie Wille der Bürger darf nicht beschnitten werden», sagte Präsident David Herzig vor den Medien in Bern.

«Apartheid» im Lokal

Die IG behaupte nicht, dass Rauchen gesund sei. Die Bürger seien jedoch mündig und müssten selber entscheiden können, ob sie in einem Raucherlokal konsumieren wollten. Und der Wirt seinerseits wisse am besten, welches Geschäftskonzept für ihn am besten passe, sagte Herzig. Zudem entstehe eine Art «Apartheid», wenn Raucher und Nichtraucher in Lokalen getrennt würden.

Auch Daniel Rohr, Kommunikationsverantwortlicher der IG, betonte den Aspekt der Geselligkeit: Es habe sich seit hunderten von Jahren eingebürgert, dass sich Menschen begegneten und frei entscheiden könnten, ob sie dabei rauchten oder nicht. «Das ist eine Kulturfrage», sagte Rohr.

«Der Stammtisch ist tot»

Gegen das Rauchverbot sprechen für die IG auch die Umsatzeinbussen, die viele Gastro-Betriebe nach Angaben der Wirte bereits erlitten haben. Besonders betroffen seien Bars, Discos und Landbeizen. «Der Stammtisch ist tot», klagte IG-Präsident Herzig.

Betroffene Wirte berichteten bei der Lancierung der Initiative von ausbleibenden Gästen, von Weihnachtsessen, die nicht mehr im Restaurant durchgeführt werden und Gästen, die im besten Fall gerade noch auf ein Feierabend-Bier vorbeikommen.

Viele Betriebe seien dadurch in ihrer Existenz bedroht oder hätten bereits aufgeben müssen, hiess es mit Verweis auf Erhebungen des Wirteverbands GastroSuisse. Dort waren solche Zahlen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA vorerst nicht verfügbar.

Kein Beweis für Schädlichkeit

Der Schutz des Personals vor Passivrauch ist für die Rauchverbots- Gegner dagegen kein Thema. Ein grosser Teil des Personals rauche ohnehin selber, argumentierten sie. Es sei schliesslich auch niemand gezwungen, in einem Raucherlokal zu arbeiten.

Für die Schädlichkeit des Passivrauchens gebe es ohnehin keinen Beweis, sagte Mitinitiant Patrick Lohri. «Es ist schlicht unhaltbar zu behaupten, dass in der Schweiz jedes Jahr 2000 bis 3000 Menschen an Passivrauch sterben», sagte er.

Die meisten Kantone haben inzwischen Rauchverbote eingeführt. Am 1. Mai tritt das Bundesgesetz in Kraft, welches auch in den übrigen Kantonen das Rauchen in öffentlichen Räumen stark einschränkt.

Gegenangriff der Lungenliga

Parallel zu den Wirten sammelt die Lungenliga Unterschriften für eine Initiative, die das Rauchen in öffentlichen Räumen generell verbieten will. Die Rauchverbots-Gegner sind überzeugt, die nötigen Unterschriften bis Ende Jahr beisammen zu haben, so dass beide Initiativen dem Volk gleichzeitig vorgelegt werden können.

Dafür hoffen sie auf die Unterstützung des Branchenverbands GastroSuisse. Dieser hält sich vorerst bedeckt: Die Strategie werde an der Frühjahrskonferenz 2010 mit den Präsidenten der Kantonalsektionen festgelegt, heisst es in einer Stellungnahme vom Donnerstag.

(mrs/sda/)

Erstellt: 26.02.2010, 09:02 Uhr

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9 Kommentare

Willi Wettstein

13.12.2010, 15:41 Uhr
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Es ist einfach zu behaupten 2000 bis 3000 Menschen sterben als Nichtraucher wenn sie in Betrieben wo geraucht wird arbeiten. (diese Behauptung ist ungesichert) Den Rauch riecht man und kann ihn sehen. Die Abgase der Autos sind ebenso schädlich nur sieht man sie nicht. Also verbietet allen Gegnern des Rauchens das Autofahren, so hätten wir ein grosses Verkehrsproblem gelöst. Antworten


Daniel Bieri

26.02.2010, 06:59 Uhr
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Was wird als nächstes den Wirten auferlegt, ohne Vegimenue darf kein Fleisch mehr in der Küche verarbeitet werden oder pro Anzahl Plätze nur noch 3 Liter Bier Ausschank pro Tag. Ein Hinweis wo jeder Wirt selber entscheiden kann an seiner Pforte No Smoking or Smoking und alles wäre geregelt. Die Verblödung nimmt von Jahr zu Jahr zu in der Schweiz und ich warte schon auf das nächste Gesetzt. Antworten


Adriano Valentino

25.02.2010, 21:39 Uhr
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Rauchen ist ohne Zweifel für die Gesundheit sehr schädlich, und eigentlich müsste der Verkauf von Zigaretten unverzüglich verboten werden-das wäre konsequent. Rauchen hat aber in unserer Kultur, speziell an Wirtshaustischen, eine lange Tradition, die zu brechen nicht Aufgabe des Staates sein darf. GEGEN DIE DOPPELMORAL: entweder Tabakverkauf verbieten oder Rauchen in den Beizen wieder zulassen! Antworten


Gabor Horvath

25.02.2010, 21:16 Uhr
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Was mich an der ganzen Sache am meisten stört ist diese missionarische Hysterie hinter allem. Gesundheit als Ersatzreligion von Kreisen die wohl kaum je eine Bikerbar oder "Landspunte" frequentieren würden. Und dass Nichtrauchen von evangelikalen Kreisen als "erster Schritt zur Bekehrung eines Landes" verstanden wird könnte vielleicht auch mal erwähnt werden... Antworten


Ruedi Löffel

25.02.2010, 18:20 Uhr
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Als ob Nikotinsucht etwas mit "freiem Willen" zu tun hätte wird argumentiert "der freie Wille der Bürger darf nicht beschnitten werden". Zudem werden dem Passivrauchschutz Umsatzeinbussen angelastet obwohl gemäss GastroSuisse im Gastgewerbe ein Überangebot von 30% besteht und die Wirtschaftskrise vermutlich auch nicht gerade für Umsatzzuwachs gesorgt hat.... Antworten


Elsa Lüthi

25.02.2010, 18:06 Uhr
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Jeder Wirt muss selbst entscheiden können, ob er ein Raucher-, Nichtraucher- oder Gemischtbetrieb führen will. Es geht nicht an, dass Menschen diskriminiert werden, und dass die Wirte in ihrer Geschäftstätigkeit geschädigt werden. Der Stammtisch ist eine Institution, die nicht zerstört werden darf. Am Stammtisch treffen sich vorwiegend Raucher. Nichtrauchende haben dann ihre Lokale. Antworten


Silvia Balsiger

25.02.2010, 17:50 Uhr
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Es gibt tausende von Alkohol kranke, von denen spricht niemand, die kosten viel mehr als Raucher, aber nein ihr hackt immer nur an den Raucher rum, Alkohol hat schon so viel Elend gebracht, aber hier schaut man einfach weg, ist ja logisch ,wenn die, die das bestimmen gerne selber trinken. Und überhaupt! Es soll jeder selber wissen was er macht. Ich habe diese Bevormundungen langsam satt. Antworten


Patrick Gerber

25.02.2010, 17:17 Uhr
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Das Rauchverbot muss durchgezogen werden..Immer diese nörgelei..Ich finde es richtig, dass in den öffentlichen Gebäuden nicht geraucht werden darf..Wenn es nach mir ginge, sollte das "Paffen" nur in den eigenen vier Wänden werden werden..und nicht mehr draussen auf den Strassen im öffentlichen Raum. Antworten


Mark Keller

25.02.2010, 17:12 Uhr
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In anderen Staaten funktioniert das Rauchverbot in Beizen problemlos (Beispiel Irland). Ich habe es genossen in Irland essen und danach in den Ausgang zu gehen ohne danach wie ein Aschenbecher zu stinken! Die Pubs und Discos in Irland sind voll. Niemand beschwert sich über das Rauchverbot oder jammert darüber. Die Argumente der Rauchverbotsgegner sind grotesk. Wirte: Innovative Ideen sind gefragt! Antworten