«Wir wollen aufzeigen, wie wichtig Abstand ist»
Von Andrea Sommer. Aktualisiert am 02.03.2011 64 Kommentare
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Herr Gast, wollen Sie die Autofahrer abzocken?
Nick Gast: Selbstverständlich nicht.
Trotzdem: Wie viel Geld soll das neue Kontrollsystem bringen?
Für uns ist der monetäre Aspekt der Kontrollen sekundär. Vielmehr sorgen wir mit dem neuen Kontrollsystem nachhaltig für mehr Sicherheit auf den Strassen. Zu nahes Auffahren ist mit einem Anteil von 23 Prozent in den letzten 5 Jahren die häufigste Unfallursache auf Autobahnen und Autostrassen. Betroffene Personen leiden oft lange unter ihren Verletzungen. Auch für unsere Volkswirtschaft haben Auffahrunfälle massive Folgen: Die Kosten bewegen sich jährlich im dreistelligen Millionenbereich.
Aber die Polizei rechnet doch sicher mit den Busseneinnahmen.
Nein, die budgetieren wir nicht. Was die Polizei an Bussgeldern einnimmt, fliesst in die Staatskasse. Letztes Jahr waren dies 31 Millionen Franken. Weil der Kanton dieses Geld zur Erfüllung seiner Aufgaben einsetzt, fliesst ein Teil des Betrags auch in die polizeiliche Präventionsarbeit.
Haben Kontrollen für Automobilisten einen Lerneffekt?
Wir wissen, dass der Lerneffekt bei Radarkontrollen relativ gering ist, wenn die Verkehrssünder nicht direkt vor Ort von unseren Leuten angehalten werden. Trotzdem bin ich von solchen Kontrollen überzeugt: Die Leute müssen wissen, dass sie jederzeit und überall geblitzt werden können. Was das neue Gerät bringt, wird sich in der Unfallstatistik 2011 zeigen. In drei Monaten ziehen wir eine erste Bilanz.
Mit dem neuen System gehen Sie gegen Drängler vor – bei grossem Verkehrsaufkommen ist es jedoch kaum möglich, ständig genügend Abstand einzuhalten.
Wir führen die Kontrollen sicher nicht zu Stosszeiten durch. Das wäre nicht zielführend – wir wollen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren und aufzeigen, wie wichtig genügend Abstand ist.
Auf Strecken wie der A1 herrscht aber fast zu jeder Tageszeit viel Verkehr, und die Autofahrer nützen oft jede Lücke.
Bei dichtem Verkehr lässt sich dies kaum vermeiden. Die richtige Reaktion ist, leicht abzubremsen, vom Gas zu gehen, sich etwas zurückfallen zu lassen, damit der Abstand zwischen den Fahrzeugen wieder grösser wird. An den Reflektorenpfosten am Fahrbahnrand lässt sich übrigens leicht ablesen, ob der Abstand stimmt: Zwischen den Pfosten liegen 50 Meter. Wer diese Distanz einhält, ist gut beraten.
Wird man gebüsst, wenn sich ein anderer in die Lücke drängt?
Grundsätzlich gilt: Richtiges Reagieren wird nicht gebüsst. Das neue System deckt ein definiertes Messfeld von 175 bis 200 Metern ab. Die sogenannte Tatkamera nimmt die Fahrt eines Autos vor und im Messfeld auf. Da es sich um eine Videosequenz handelt, sehen wir genau, wie sich die Fahrzeuge verhalten und ob sich ein Fahrzeug in die Lücke gedrängt hat. Die beiden anderen Kameras nehmen die Identifikationsbilder von Nummernschild und Lenker erst auf, wenn das System eine klare Regelübertretung feststellt. Bei der Auswertung der Filme messen wir die Abstände noch einmal nach. Erst dann wird ein Fall zur Weiterbearbeitung an die Justiz überwiesen.
Zur Person: Nick Gast (36) ist Chef Dienstleistungen in der Abteilung Verkehr und Umwelt der Kantonspolizei Bern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.03.2011, 07:11 Uhr
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64 Kommentare
Nennen wir es beim Namen, die Polizei Investiert lieber +500K CHF in ein solches System damit sie möglichst viele Einnahmen haben. Es ist halt mühsam die Verursacher herauszufiltern die locker 10 und mehr Kilometer auf der Überholspur mit 80-100 Km/h unterwegs sind ohne irgend ein Anzeichen diese auch wieder zu verlassen. Dieses System erfasst diese Autofahrer nicht. Warum erstaunt mich das nicht! Antworten
Nun in Deutschland, Holland und Österreich gibt es diese schon, da darf es einfach nicht sein dass die Schweiz diese noch nicht hat. Der grösste Unterschied ist, dass zumindest in Deutschland solche Systeme nicht missbraucht werden damit die Staatskasse platzt, NEIN, bei unserem Nachbar dient dies wirklich dem Verkehrssicherheit. Nun fehlt der Kasse Fr. 350000.- aber auch nur für ein paar Monaten! Antworten

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