Was ein Zwischenlager bedeuten würde
Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 18.01.2011 10 Kommentare
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Schon beim heutigen Kernkraftwerk Mühleberg steht ein Zwischenlager – allerdings nur eines für schwach radioaktive Abfälle. Dort werden bloss Arbeitskleider und Werkzeuge und andere Materialen aufbewahrt, die irgendwie in Berührung mit strahlenbelastetem Material gekommen sind.
Das wirklich heikle Material – die hoch radioaktiven verbrauchten Uranbrennstäbe – wird heute vom AKW Mühleberg in ein Zwischenlager in Würenlingen im Kanton Aargau gebracht. Dort werden bis heute alle Brennstäbe aus allen Schweizer Kernkraftwerken zwischengelagert. Sie bleiben aller Voraussicht nach so lange dort, bis die Schweiz ein eigenes Endlager hat. Weltweit gibt es heute noch kein Endlager für hoch radioaktive Abfälle.
Bei den Plänen für das neue AKW Mühleberg hat die BKW nun eine ganz andere Strategie: Die Strategie sieht vor, dass alle radioaktiven Abfälle des neuen AKW – also auch die hoch radioaktiven Brennstäbe – bis zur Endlagerung statt in Würenlingen direkt neben dem neuen AKW in Mühleberg gelagert werden. Die Brennstäbe würden dort mindestens 30 Jahre bleiben.
Dazu sind in Mühleberg zwei Hallen geplant, insgesamt so gross wie drei Fussballfelder. In der Halle für das hoch radioaktive Material (200 mal 80 Meter) sollen die verbrauchten Brennstäbe in riesigen Metallbehältern – sogenannten Castoren – gelagert werden. Ein einziger Behälter ist zwar rund 130 Tonnen schwer, bietet aber nur für einige Dutzend Brennstäbe Platz. Ein Brennstab ist einige Meter lang, etwa einen Zentimeter dick und wenige Kilogramm schwer. Bevor die verbrauchten Stäbe in die Behälter verpackt werden, müssen sie mehrere Jahre in riesigen Wasserbecken abgekühlt werden. Diese Abkühlung findet bereits heute in Mühleberg statt.
Viel Wind um einen Hinweis
In diesen Tagen wird im Kanton Bern das Abstimmungsmaterial zur Konsultativabstimmung über das neue AKW verschickt. Weil in den Abstimmungsunterlagen der Hinweis fehlt, dass mit einem neuen AKW auch ein neues Zwischenlager geplant ist, sorgt nun für Kritik. Zu Recht liess die BKW gestern indessen verlauten, dass sie die Pläne zum Bau eines Zwischenlagers nie verheimlicht habe. Sie hatte dies auf ihrer Homepage ausführlich aufgezeigt. Auch im öffentlich zugänglichen Rahmengesuch für das neue AKW wird der Plan eines Zwischenlagers dargelegt. Die Zeitschrift «Beobachter» hat im vergangenen Dezember denn auch ausführlich über die Pläne berichtet. Die AKW-Gegner hat das aber bislang kaum interessiert.
Abstimmung verschieben?
Das überparteiliche Komitee «Nein zum neuen AKW Mühleberg» hat gestern angekündigt, dass es wegen des fehlenden Hinweises auf das Zwischenlager in den Abstimmungsunterlagen eine Abstimmungsbeschwerde prüft.
Das Komitee will darin fordern, dass der Kanton die Bevölkerung noch vor der Abstimmung nachinformieren muss. Ob dies eine Verschiebung der Abstimmung bewirken könnte, war gestern noch nicht klar.
Offensichtlich ist indessen, dass es dem Komitee mit der Beschwerde nicht um den Standort des Zwischenlagers geht, sondern darum, den fehlenden Hinweis im Abstimmungskampf auszuschlachten. So sagt Komitee-Mitglied und EVP-Grossrat Josef Jenni gegenüber dieser Zeitung freimütig: «Der Standort des AKW Mühleberg ist nicht viel schlechter als jener in Würenlingen. Uns geht es darum, generell den Bau neuer Kraftwerke zu verhindern.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 18.01.2011, 07:35 Uhr
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10 Kommentare
Atomstrom ja = Zwischen-/Endlager ja. Wir können unseren Müll doch nicht einfach ins Ausland verfrachten. Wer sich vom Sicherheitsstandard eines Schweizer AKW`s überzeugt hat sollte am Betrieb und der Lagerung keinen Zweifel haben. Wenn ich einem Land den AKW Betrieb zumute, dann ist es die Schweiz. Solange wir keine echte Alternative zum Atomstrom haben bin ich doppelter Befürworter. Antworten
Als Einwohner und Verbraucher riesiger Mengen Strom müssen wir solche Zustände akzeptieren -auch eine Endlagerung der radoaktiven Abfälle aus dieser Stromproduktion muss in unserem Lande erfolgen. Es geht nicht an -selbst nur zu profitieren -und danach den Dreck in andere Nester zu legen. Solange -bis für diese Mengen Strom keine ebenbürtige 'saubere' alternative Energie zugänglich ist. Antworten






