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Unfall in Mühleberg. Und dann?

Von Urs Egli. Aktualisiert am 16.03.2011 17 Kommentare

Wäre die Sicherheit der betroffenen Berner Bevölkerung nach einem GAU im AKW Mühleberg gewährleistet? Die Berner Kantonsregierung gibt Antworten.

Arbeiter im Kernkraftwerk Mühleberg.

Arbeiter im Kernkraftwerk Mühleberg.
Bild: Beat Mathys

130 meldepflichtige Vorfälle gab es in den Jahren 2000 bis 2009 in den fünf Schweizer AKW. Für Grossrätin Natalie Imboden (Grüne, Bern) war dies im Juni 2010 Grund genug, bei der Berner Regierung nachzufragen, wie es denn um die Sicherheit jener 440'000 Bernerinnen und Berner stehe, welche in den Gefahrenzonen 1 und 2 der AKW Mühleberg und Gösgen leben. Zur Interpellation Imboden nahm die Regierung im Oktober Stellung:

Wie wird sichergestellt, dass bei einem Zwischenfall die 440'000 Betroffenen informiert werden?
Mit der Auslösung des Sirenenalarms wird die Bevölkerung aufgefordert, Radio zu hören. Die Führung nach Störfällen in Kernanlagen liegt beim Bund. Die Informationen sollen frühzeitig, offen und transparent erfolgen. Panische Fluchtreaktionen sollen verhindert werden. Die Gemeinden müssen die Umsetzung der Anweisungen der Bürgerinnen und Bürger überwachen.

Ist garantiert, dass alle Betroffenen Jodtabletten haben?
Alle Einwohner sowie alle Betriebe der Zonen 1 und 2 sind bis Mai 2005 mit neuen Jodtabletten versorgt worden.

Wie erfolgt die Evakuierung der 440'000 Menschen?
Bei einem Störfall in einem AKW ist die Evakuation von Tausenden von Menschen innert weniger Stunden nicht durchführbar, nicht vorgesehen und auch nicht sinnvoll. In dieser Situation ist einzig entscheidend, dass sich die Bevölkerung nicht im Freien aufhält und durch Beton möglichst gut abgeschirmt wird. Dabei bietet bereits ein normaler Keller einen guten Schutz vor Verstrahlung. Es findet jedoch kein eigentlicher Schutzraumbezug statt. Belüftungsaggregate dürfen nicht in Betrieb genommen werden. Das Risiko, sich bei einer Massenflucht ungewollt einer Verstrahlung auszusetzen, ist ungleich höher als bei einem Verbleib am geschützten Ort.

Wie werden Einschränkungen bei Lebensmitteln festgelegt und die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln bei AKW-Störfällen sichergestellt?
Der Bund beurteilt die radiologische Lage, er ist aber zum Erfassen der Verstrahlungslage auf den Kanton angewiesen (Kantonales Laboratorium). Alle im verstrahlten Bereich produzierten Lebensmittel dürfen nicht konsumiert werden. Falls die Verstrahlung so schwach ist, dass sich sogar Säuglinge und Kinder noch im verstrahlten Gebiet aufhalten dürfen, erfolgt die Lebensmittelversorgung über die Grossverteiler und den Detailhandel. Im Rahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung sind der Bund und der Handel dafür zuständig, dass auch für Säuglinge und Kinder genügend Lebensmittel zur Verfügung stehen.

Sind für alle 440'000 Betroffenen Schutzräume vorhanden?
Bei einem Störfall findet kein eigentlicher Schutzraumbezug statt. Schutzräume bieten jedoch einen besseren Schutz als normale Keller. In den Berner Gemeinden, welche in den Gefahrenzonen 1 und 2 der AKW Mühleberg und Gösgen liegen, wohnen 451'687 Personen. Diese Gemeinden verfügen über 446'311 vollwertige und ausgerüstete Schutzplätze (Stand 1. Juli 2010). (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.03.2011, 07:12 Uhr

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17 Kommentare

Walter Albiez

16.03.2011, 08:47 Uhr
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Jeder Berner, wo ja zu Atomkraftwerke abstimmte, sollte man nun nach Japan tun, um im defekten Atomkraftwerk zu helfen. Welche Regionen in der Schweiz haben die meisten Krebsraten? Nämlich die, wo um eine solches Kraftwerk leben. Siehe Region Leibstadt, Beznau, Villigen, dort sterben die meisten Anwohner an Krebs Antworten


Kurt Streit

16.03.2011, 08:55 Uhr
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Super Beitrag! Allerdings wäre es gut, wenn noch eine automatische Schnellabschaltung (Abschaltkriterium "Erdbeben") im AKW Mühleberg installiert würde. Laut einer Besucherführung (Sommer 2010) im Werk Mühleberg, geschieht dies leider immer noch per Hand durch den Kommandoraum. So geht wertvolle Zeit verloren. Dies im besten Falle (wenn Bedienungspersonal in unmittelbarer Nähe des Kommandopultes). Antworten



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