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Trotz «Andrea»: Weltcup wird voraussichtlich stattfinden

Aktualisiert am 06.01.2012 1 Kommentar

Das Sturmtief Andrea hat 140 Reisenden im Berner Oberland einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie strandeten in Wengen und Lauterbrunnen, weil die Wengernalpbahn ihren Betrieb einstellen musste. Mit Regen und Schnee kämpften auch die Verantwortlichen der Ski- Weltcuprennen in Adelboden vom Wochenende.

1/18 Mit Regen und Schnee kämpften auch die Verantwortlichen der Ski- Weltcuprennen in Adelboden vom Wochenende.
Leserreporter: Roland Küttel

   

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Der Wintersturm «Andrea» hat am Freitag im Berner Oberland den Verkehr auf Schienen und Strassen beeinträchtigt. Auch die Skifahrer mussten vielerorts mit kleineren Liften Vorlieb nehmen, da an einen Skibetrieb in höheren Regionen nicht zu denken war.

Besonders in der Jungfrauregion waren die Auswirkungen des Sturms spürbar. Die Bahnlinie nach Lauterbrunnen war den ganzen Tag lang unterbrochen, wie die Jungfraubahnen mitteilten. Dort hatten umstürzende Bäume Fahrleitungen heruntergerissen.

Die Bahnlinie nach Grindelwald musste am Freitagnachmittag zwei Stunden lang für Reparaturen an den Gleisen unterbrochen werden. Auch hier stellten Busse die Verbindung nach Grindelwald sicher. Wegen Lawinengefahr war auch der Bahnbetrieb von Grindelwald und Wengen auf die Kleine Scheidegg und das Jungfraujoch eingestellt, ebenso die Bergbahn von Lauterbrunnen nach Mürren.

Bei der Montreux-Berner Oberland-Bahn fielen wegen Schneefalls die Züge zwischen Montbovon und Château-d'Oex aus. Es verkehrten Ersatzbusse. Am späteren Nachmittag konnten die Züge wieder normal fahren.

Reisende gestrandet

Wieder in Betrieb war die Strecke von Lauterbrunnen nach Wengen. Dort waren am Donnerstagabend rund 140 Passagiere gestrandet, weil es für die Bahn kein Durchkommen mehr gab. Die Reisenden konnten die Nacht in Hotels verbringen.

Der Skibetrieb war an vielen Orten im Berner Oberland aus Witterungsgründen stark eingeschränkt. Höher gelegene Bahnen und Lifte waren fast überall ausser Betrieb.

Weltcup-Piste noch nicht so hart

Mit Regen und Schnee kämpften auch die Verantwortlichen der Ski- Weltcuprennen in Adelboden vom Wochenende. Rennleiter Hans Pieren zeigte sich in einem Videoclip auf der Internetseite Skionline.ch zuversichtlich, dass die Rennen am Samstag steigen können.

Die Piste sei zwar noch nicht ganz so hart, wie er sich das wünsche. Nach einer kalten Nacht dürfte sie aber in gutem Zustand sein.

Entspannung an der Hochwasserfront

Entspannung zeichnete sich am Freitag hingegen an der Hochwasserfront ab. Der Bund hatte am Donnerstag für die Aare unterhalb des Bielersees vor mässiger Hochwassergefahr gewarnt. Am Freitag sanken die Pegel wieder und die Warnung konnte aufgehoben werden.

Erhebliche Lawinengefahr

Sturmtief Andrea brauste am Donnerstag nach Angaben des Wetterdienstes meteonews mit Windpsitzen von bis zu 175 km/h in höheren Lagen über den Kanton Bern. Bei der Kantonspolizei gingen im Zusammenhang mit dem Sturm rund hundert Meldungen ein, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Verletzte gab es keine.

In den Skigebieten blieben zahlreiche Lifte und Anlagen, vor allem in höheren Lagen, geschlossen. Die teilweise grossen Neuschneemengen liessen die Lawinengefahr ansteigen. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung stufte die Lawinengefahr im Berner Oberland am Freitagmorgen mit erheblich bis gross ein.

Während «Andrea» den höheren Lagen Schnee bescherte, regnete es im Unterland teilweise kräftig. Für die Aare unterhalb des Bielersees herrscht seit Donnerstag mässige Hochwassergefahr. Die Warnung der Behörden gilt vorderhand bis am Freitagmittag.

100 Schadenmeldungen im Kanton Bern

Bis am Freitagmorgen gingen gegen 100 Schadensmeldungen wegen dem Sturmtief Andrea bei der Kantonspolizei Bern ein. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, herumfliegende Ziegel und umgefallene Bauabschrankungen.

Die Strasse Spiez-Krattigen wurde am frühen Freitagmorgen gesperrt, weil Bäume die Fahrbahn versperrten. Doch die Strasse ist inzwischen wieder befahrbar. Die Strasse Wilderswil-Saxeten ist immer noch gesperrt. Auch diese Strasse wurde wegen umgefallener Bäume gesperrt, teilte die Kantonspolizei Bern mit.

Ein Leserreporter meldete Hochwasser in Thierachern. Wegen der starken Regenfälle am Donnerstag sei es an der Schwandstrasse 8 bis 10 zu Überschwemmungen gekommen. Das Hochwasser habe am Freitag weiter bestanden.

«Andrea» mit «Joachim» vergleichbar

Der Sturm «Andrea» ist nach Auskunft von Christoph Siegrist von SF Meteo in der Stärke mit den Stürmen «Joachim» vom Dezember 2011 und «Kyrill» vom Januar 2007 vergleichbar.

Von einem viel stärkeren Kaliber seien «Lothar» im Dezember 1999 und «Vivian» im Februar 1999 gewesen. Diese beiden Stürme hatten auch ungleich mehr Verwüstungen angerichtet als «Andrea». (per/met/mau/sda)

Erstellt: 06.01.2012, 17:08 Uhr

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1 Kommentar

Fabian Heiner

06.01.2012, 13:48 Uhr
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Zwischen Andermatt und Göschenen gibt es einen Militärstollen mit einer Treppe und einem Schräglift für Gepäck. Würde sich die Armee überwinden und den Stollen der Bevölkerung im Notfall zur Verfügung stellen, so könnte diese im Notfall zumindest nach Hause zurückkehren, bzw. arbeiten gehen. Der Stollen beginnt in der Kaserne in Andermatt und mündet nahe beim Portal in den Gotthard Bahntunnel. Antworten



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