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Stöckli: «Sicher haben wir Differenzen»

Von Susanne Graf. Aktualisiert am 21.11.2011 189 Kommentare

Hans Stöckli (59) zeigte sich am Sonntag über seine Wahl in den Ständerat nicht mehr überrascht. Das Resultat habe sich – wenn auch nicht so deutlich – abgezeichnet.

Links-bürgerlicher Schulterschluss: Der neu gewählte Hans Stöckli (SP) feiert mit Nationalrätin Ursula Haller und Regierungsrätin Beatrice Simon, beide BDP.

Links-bürgerlicher Schulterschluss: Der neu gewählte Hans Stöckli (SP) feiert mit Nationalrätin Ursula Haller und Regierungsrätin Beatrice Simon, beide BDP.
Bild: Keystone

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Der zweite Wahlgang in Bildern

Der zweite Wahlgang in Bildern
Am 20. November 2011 entscheidet das Berner Stimmvolk endgültig, wen es für die nächsten vier Jahre in den Ständerat schickt.

Zufriedene Präsidenten

Der SP-Präsident des Kantons Bern, Roland Näf, bereitete sich gestern Morgen darauf vor, «dass wir ganz knapp verlieren werden, wie immer». Umso grösser deshalb seine Freude, als Hans Stöckli die Wahl in den Ständerat schaffte. «Das ist eine Riesensensation, dass in einem bürgerlichen Kanton ein eingefleischter SVP-Ständerat als Bisheriger abgewählt wurde», sagte er.

Für Näf hat das vor allem damit zu tun, «dass rechts aussen eine Radikalisierung stattgefunden hatte, die die Bürgerlichen auseinanderdividiert hat». In Zeiten, da es wirtschaftlich schwierig werde, wolle die Bevölkerung, «dass alle politischen Richtungen zusammen im Boot sitzen und Lösungen suchen». In solchen Zeiten seien Leute gefragt, so Näf, welche Kompromisse eingehen könnten.

Auch Blaise Kropf, Präsident der Grünen Kanton Bern, zeigte sich überrascht über Stöcklis Wahl. «In dieser Deutlichkeit hätte ich das nie erwartet», sagte er. Aber offenbar fühle sich der durchschnittliche BDP-Wähler näher bei Hans Stöckli als bei Adrian Amstutz.sgs

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Herr Stöckli, was sagen Sie zu Ihrer Wahl?
Hans Stöckli: In den letzten zwei Wochen spürte ich, dass ich gewählt werden würde. Ich habe festgestellt, dass die Bevölkerung im Ständerat eine ausgewogene Vertretung will mit einem moderaten Linken aus dem Seeland und einem angesehenen Bürgerlichen aus dem Oberland. Zudem war ich schon nach dem ersten Wahlgang überzeugt, dass Adrian Amstutz mit seinem Resultat am Stutz war und sein Wählerpotenzial bereits ausgeschöpft hatte.

Das Argument, dass der Kanton Bern eine ungeteilte Standesstimme brauche, verfing nicht?
Uns ist es gelungen, aufzuzeigen, dass die ungeteilte Standesstimme mit dem Ticket Luginbühl/ Stöckli stärker ist als mit dem Ticket Luginbühl/Amstutz. Sicher haben wir Differenzen, aber in wichtigen Fragen wie dem Atomausstieg, den bilateralen Verträgen und den Bundesratswahlen sind wir uns einig.

Haben Sie auch damit gerechnet, dass Ihr Vorsprung auf Adrian Amstutz so gross sein würde?
Nein, von einem so grossen Vorsprung bin ich nie ausgegangen. Aber das zeigt halt, dass die Bevölkerung im Kanton Bern keinen Statthalter von Christoph Blocher mehr im Ständerat will. Wie es scheint, ist der Glanz der Zürcher SVP am Verblassen.

Wäre Amstutz gewählt worden, hätte Jean-Pierre Graber für die SVP in den Nationalrat nachrutschen können. Jetzt ist der Berner Jura nicht mehr vertreten.
Es hat mich sehr getroffen, dass die SVP Berner Jura von mir verlangte, ich solle meine Kandidatur zurückziehen. Das tat weh, nachdem ich mich jahrzehntelang für den Berner Jura eingesetzt hatte. Jetzt bin ich glücklich über das Resultat, das ich dort erzielt habe. Wenn die SVP wirklich ein Interesse daran hat, dass der Berner Jura im Ständerat vertreten ist, muss sie nicht der SP vorschlagen, ihre Kandidatur zurückzuziehen, sondern eigene Kandidaten aufbauen.

Welche Aufgaben wollen Sie nun im Ständerat angehen?
Zuerst werden wir jetzt die Bundesratswahlen vorbereiten, bei denen ich mein Versprechen halten werde. Ich habe im Wahlkampf versprochen, dass ich Evelyn Widmer-Schlumpf wieder wählen werde. Danach will ich mit Vorstössen herausfinden, wie die Aufgaben und Abgeltungen zwischen Bund und Kantonen verteilt sind. Ich habe den Eindruck, dass sich der Bund in letzter Zeit zulasten der Kantone entlastet hat. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.11.2011, 07:06 Uhr

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189 Kommentare

Bea Habegger

20.11.2011, 12:42 Uhr
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Der Leistungsausweis Herr Stöckli ist bemerkenswert im Sinn der Vernichtung der eigenen Heimat nicht mehr und nicht weniger.Wer durch Biel geht und mit Bielern spricht hört unisono, Biel: Nur noch Ausländer. Aber das ist der Regierungs Wille. Denken bis zum eigenen Geldbeutel. Was die derzeitige Landesregierung hinterlassen wird ist bestenfalls ein ein Vermerk, es gab einaml eine Nation Schweiz Antworten


Simon Johner

20.11.2011, 16:22 Uhr
Melden 56 Empfehlung

Ich gratuliere Werner Luginbühl und Hans Stöckli ganz herzlich zu ihrer Wahl und freue mich, dass wir Berner zwei fähige Politiker in den Ständerat gewählt haben. Mit Adrian Amstutz hätten wir einen Vertreter des Stillstands und des Mittelalters, also lieber zwei Politiker, die vorwärts schauen, als nach hinten :-) Antworten



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