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Spannender Kampf um Berner Ständeratssitz

Aktualisiert am 14.01.2011 6 Kommentare

Spannender Prolog zum eidgenössischen Wahljahr: Im Kanton Bern müssen die Stimmberechtigten die Nachfolge von Simonetta Sommaruga im Ständerat regeln.

Wer darfs denn sein: Christa Markwalder FDP, Ursula Wyss SP und Adrian Amstutz SVP kämpfen um den frei werdenden Berner Ständeratssitz.

Wer darfs denn sein: Christa Markwalder FDP, Ursula Wyss SP und Adrian Amstutz SVP kämpfen um den frei werdenden Berner Ständeratssitz.
Bild: Andreas Blatter, Iris Andermatt

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Der Sitz ist heiss begehrt - SP, SVP und FDP treten mit nationalen Polit-Grössen an. Die SP will den Sitz mit Ursula Wyss verteidigen. Die 37-jährige Chefin der SP-Bundeshausfraktion kann auf praktisch alle Stimmen des rot-grünen Lagers zählen, doch das allein reicht nicht aus, um im bürgerlich dominierten Kanton zu gewinnen. Denn die Konkurrenz ist hart.

Zum einen hat die SVP den Oberländer Adrian Amstutz ins Rennen geschickt. Der 57-jährige Hardliner erzielte 2007 das beste Resultat aller Berner Nationalratskandidaten. Zum anderen steht die 35- jährige Freisinnige Christa Markwalder zur Wahl, die sich im Nationalrat als Europa-offene Politikerin profiliert hat.

Als «Mann der Mitte» bietet sich zudem der EVP-Grossrat Marc Jost an. Seine Kandidatur gilt zwar als chancenlos, doch der 36-Jährige nimmt den anderen Kandidierenden Stimmen weg. Im ersten Wahlgang am 13. Februar dürfte niemand das Rennen machen; der Entscheid wird erst in der Stichwahl vom 6. März erwartet.

Dass die SP-Frau Wyss in dieser Ausmarchung dabei sein wird, bezweifelt niemand. Weit spannender ist die Frage, wie viele Stimmen die bürgerlichen Bewerber Amstutz und Markwalder im ersten Wahlgang holen werden - und ob sich SVP und FDP anschliessend auf einen gemeinsamen Namen einigen können.

«Ungeteilte Standesstimme»

Einfach wird ihnen das nicht fallen, denn für die SVP ist Markwalder viel zu nah an Europa. Umgekehrt stossen sich viele liberale Köpfe in der FDP an Amstutz' Law-and-Order-Kurs. Den Strategen beider Parteien ist allerdings klar, dass das bürgerliche Lager nur Erfolg haben dürfte, wenn es geschlossen auftritt.

Das Schlagwort von der «ungeteilten Berner Standesstimme» hat den Bürgerlichen schliesslich jahrzehntelang zwei Ständeratssitze gesichert - bis 2003 die populäre Konsumentenschützerin Sommaruga auf den Plan trat und der FDP ein Mandat abluchste.

Wichtige Rolle der BDP-Wähler

Fünf Jahre später verlor auch die SVP ihren Sitz in der kleinen Kammer, weil ihr Vertreter Werner Luginbühl zur BDP wechselte. Luginbühl will sein Mandat im kommenden Herbst bei der Gesamterneuerungswahl verteidigen.

Seine Mitte-Partei könnte aber schon bei der Ersatzwahl eine Schlüsselrolle spielen. Die Parteispitze empfiehlt, auf jeden Fall bürgerlich zu wählen. Ob sich das Parteivolk daran halten wird und sich vor allem im zweiten Wahlgang überhaupt an die Urne bemüht, ist eine andere Frage.

Wie auch immer die Ersatzwahl ausgeht: Der Sieger oder die Siegerin kann sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Denn schon im Herbst, bei den Gesamterneuerungswahlen, wird der Sitz wieder von den politischen Gegnern angegriffen werden.

(tan/sda)

Erstellt: 14.01.2011, 09:46 Uhr

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6 Kommentare

Ruedi Löffel

14.01.2011, 10:32 Uhr
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Bei den letzten Grossratswahlen erreichten die drei Mitteparteien und Fraktionspartner im Bundeshaus EVP-glp-CVP zusammen einen Stimmenanteil von 11,13%. Die FDP erhielt lediglich 10,34% der Stimmen. Frage: Sind die Chancen des EVP-Kandidaten Marc Jost tatsächlich so viel geringer als diejenigen der FDP-Kandidatin? Antworten


Rosemarie Wolf

14.01.2011, 12:14 Uhr
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Es ist rührend, wie Herr Löffel mit seinen Kommentaren seinen Parteikollegen immer wieder speziell ins Spiel bringt. Kritischerweise könnte man höchstens sagen, dass die EVP wie die CVP und in gewisser Weise auch die BCP auf allen Schultern trägt, also weder Fisch noch Vogel ist. Antworten



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