Schulversuch mit weniger Lehrern pro Klasse befürwortet

Die bernische Erziehungsdirektion kann ihren im August angekündigten Schulversuch zur Reduktion der Anzahl Lehrpersonen pro Klasse mit dem Segen des bernischen Grossen Rats starten.

Grundsätzlich zwei bis drei Lehrpersonen pro Regelklasse, wünscht sich Motionär Daniel Steiner-Brütsch (EVP).

Grundsätzlich zwei bis drei Lehrpersonen pro Regelklasse, wünscht sich Motionär Daniel Steiner-Brütsch (EVP). Bild: Keystone

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Die Erziehungsdirektion kann ihren Schulversuch zur Reduktion der Anzahl Lehrpersonen pro Klasse starten. Der bernische Grosse Rat hat sich am Donnerstag hinter diese Idee gestellt.

Hintergrund des Schulversuchs ist der Integrationsartikel im Volksschulgesetz. Er besagt, dass auch Schülerinnen und Schüler, deren Ausbildung durch Störungen und Behinderungen oder durch Probleme bei der sprachlichen und kulturellen Integration erschwert sind, wenn immer möglich die Regelklassen besuchen sollen.

Das hat für den Langenthaler EVP-Grossrat Daniel Steiner-Brütsch zur Folge, dass in den bernischen Regelklassen die Vielfalt der Schüler gross ist. Dies wiederum habe zu einer Spezialisierung des Lehrpersonals geführt und damit zur Zunahme der Lehrpersonen.

Kompliziertere Organisation

Die Organisation der Schule und des Unterrichts werde dadurch immer komplizierter, schreibt Steiner-Brütsch in seiner Motion. Für die Schüler bedeute die Spezialisierung, dass sie sich immer wieder auf neue Bezugspersonen einstellen müssten.

Grossrat Steiner-Brütsch fordert in seiner Motion, dass im bernischen Schulversuch auf der Kindergarten- und Primarstufe von grundsätzlich zwei bis drei Lehrpersonen pro Regelklasse ausgegangen wird und dass die Lehrpersonen möglichst alle Fächer unterrichten.

Ähnlich wie Versuch im Kanton Zürich

In ihrer im August veröffentlichten Antwort auf Steiner-Brütschs Motion schreibt die Kantonsregierung, dass der Berner Schulversuch ähnlich ausfallen wird wie ein im Kanton Zürich gestarteter. Dieser trägt die Bezeichnung «Fokus: Starke Lernbeziehungen».

Mit dem Versuch nach diesem Vorbild sollen nach Angaben der bernischen Erziehungsdirektion Schulen im Bereich der spezialisierten Angebote testen können, wie es herauskommt, wenn sie selber über die Zahl der Lehrkräfte pro Klasse entscheiden können. Dies frei von kantonalen Vorgaben.

Die Erziehungsdirektion geht davon aus, dass der Schulversuch im Rahmen des ordentlichen Budgets finanziert werden kann.

Schon in der Antwort auf den Vorstoss hatte die Kantonsregierung den Schulversuch angekündigt und empfahl dem Kantonsparlament dementsprechend, ihr den Vorstoss zu überweisen. Das tat der Grosse Rat am Donnerstagvormittag mit 67 zu 12 Stimmen. (js/sda)

Erstellt: 28.11.2013, 12:35 Uhr

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