Schule soll christliche Werte vermitteln
Von Susanne Graf. Aktualisiert am 26.05.2009 14 Kommentare
Umfrage
Muss der Religionsunterricht ausgebaut werden?
Ja
Nein
1036 Stimmen
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Drei Grossräte lancierten die Motion, Unterstützung erhalten sie vom Synodalrat der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.
Die Motion heisst «Integration fördern – die christlich-abendländischen Werte stärken». Unter diesem Titel wenden sich die beiden EVP-Grossräte Philippe Messerli (Nidau) und Marc Jost (Thun) sowie Andreas Brönnimann (EDU, Belp) an den Regierungsrat. Sie fordern ihn auf, bei der nächsten Lehrplanrevision für Inhalte zu sorgen, «die das Verständnis der christlich-abendländischen Werte, Geschichte und Kultur fördern». Biblischen Überlieferungen und der Vermittlung christlicher Werte, Feiertage und Traditionen seien in der Volksschule wieder ein stärkeres Gewicht beizumeissen.
Als Hilfe zur Integration
Die religiöse Durchmischung unserer Gesellschaft sei so weit vorangeschritten, dass Fragen nach «gemeinsamen kulturellen Grundlagen, Wertebasis und Identität» verstärkt in den Vordergrund rücken müssten, schreiben Messerli und die beiden Mitunterzeichner. Die Motionäre zitieren in der Begründung den holländischen Immigrationsexperten Paul Scheffer, der geschrieben hat: «Wir können Migranten nicht auffordern, Teil einer Gesellschaft zu werden, zu der wir selbst nicht gehören wollen.» Weiter schreiben die Grossräte: Eine erfolgreiche Integrationspolitik und die «vielbeschworene Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen setzen voraus, dass sich unsere Gesellschaft über die Normen und Werte einig ist, die sie unter keinen Umständen zur Disposition stellen will».
Regierung lehnt ab
Der Grosse Rat wird übernächste Woche über die Motion entscheiden. Der Regierungsrat empfiehlt sie zur Ablehnung. Er unterstütze das Grundanliegen, dass christlich-abendländische Werte in der öffentlichen Schule zu vermitteln seien, schreibt er in seiner Antwort. Aber eine Beschränkung auf christliche Religionen lehne er ab. Zudem ist er der Meinung, die von den Motionären geforderte Vermittlung werde im akutell gültigen Lehrplan «richtig gewichtet» und in den bereits vorhandenen Grundlagen für den künftigen Lehrplan seien die «äusseren Grundlagen» ebenfalls gelegt.
Auch die Kirche reklamiert
Doch auch der Synodalrat der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn ist offenbar unzufrieden mit dem aktuellen Religionsunterricht an der Volksschule. Im Tätigkeitsbericht 2008 der Gesamtkirche schreibt der zuständige Departementsvorsteher Gottfried Wilhelm Locher, die Schule müsse die Religion ernster nehmen, als sie es gegenwärtig tue. Auch Locher ist überzeugt: «Religionsunterricht ist eine grundlegende Integrationsmassnahme.» Deshalb gehöre ein fundiertes Grundwissen über das Christentum verbindlich in den Lehrplan. Tatsächlich seien die gesetzlichen Grundlagen «im Prinzip» vorhanden, räumt Locher ein. Aber er empfindet es als «problematisches Signal», dass Religion nur unter dem Sammelschulfach «Natur-Mensch-Mitwelt» geführt werde.
Für Locher ist klar, dass es im schulischen Religionsunterricht nicht nur um das Christentum gehen könne. Er findet, es sei «Aufgabe der Schule, die gegenseitigen Kenntnisse, das Verständnis für Andersgläubige und den Dialog zwischen den Religionen zu fördern». Aufgabe der Kirche sei es im Gegenzug, «Wege zum dreieinigen Gott» offenzulegen. Der Synodalrat werde den Dialog «mit dem Staat» aufnehmen, kündet Locher im Tätigkeitsbericht an. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.05.2009, 11:36 Uhr
Kommentar schreiben
14 Kommentare
Was heisst christlich, auch Irland ist sehr christlich!!! Was wir unsern Kindern beibringen müssen, ist Ethik, Respekt vor anders Denkenden, vor der Natur. und vor den Aelteren, nicht nur vor den Eltern. Wir müssen Ihnen aber auch vorleben, dass wir die Erde nicht gekauft haben, sondern, dass wir die Erde, unsere Natur, von unsern Kinder geliehen haben. Antworten
In welchem Jahrhundert leben wir denn? Laufend erfolgen Austritte aus den Kirchen und die Gotteshäuser sind jedes Jahr noch leerer. Wenn schon die Eltern nicht mehr an den Zauber glauben, muss man dafür den Kindern die Märchen eintrillern? Antworten






