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Schafzüchter sorgen sich wegen Wolf und Geld

Von Stefan Kammermann. Aktualisiert am 07.02.2012

Sinkende Fleischpreise, Probleme mit dem Wolf, Nachwuchssorgen und Angst vor sinkenden Direktzahlungen: Die Berner Schafzüchter müssen mit vielen Herausforderungen zurechtkommen.

Der Wolf bedroht die Schafherden im Kanton Bern. Die Schafzüchter wünschen sich mehr Unterstützung der Politik.

Der Wolf bedroht die Schafherden im Kanton Bern. Die Schafzüchter wünschen sich mehr Unterstützung der Politik.
Bild: Hans Heimann

«Uns fehlt es nicht an Herausforderungen», sagte Verbandspräsident und SVP-Grossrat Christoph Berger an der von 247 Schafzüchtern besuchten Delegiertenversammlung des Verbands Bernischer Schafzuchtorganisationen (VBS). Angesprochen waren damit eine ganze Reihe Themen, welche die kantonalen Schafzüchter beschäftigen. Im Vordergrund stehen dabei Luchs und Wolf. «Die Luchsrisse haben sich in den vergangenen Jahren auf einem einigermassen akzeptablen Niveau eingespielt», hielt der Verbandspräsident in seinem Jahresbericht fest. Die Präsenz des Wolfes bereite hingegen grosse Sorgen. «Es darf nicht sein, dass wir die sinnvolle und notwendige Nutzung unserer Alpen wegen des Auftretens von Grossraubtieren aufgeben», betonte Berger.

Zur Lösung dieser Problematik sei insbesondere die Politik gefordert. Allerdings wolle der VBS künftig in Sachen Herdenschutz aktiver werden. Wie dies geschehen soll, sei noch offen. Nur so viel: «Ein Umdenken ist nötig», meinte Christoph Berger gegenüber der Berner Zeitung. Für Lobag-Präsident Walter Balmer ist es «eine starke Wohlstandserscheinung derjenigen Leute, die meinen, Wolf und Luchs müssten hier angesiedelt werden».

Sorgen bereitet den Schafzüchtern zudem die vom Bundesrat angestrebten Änderungen im Direktzahlungssystem. «Nebenerwerbs- und Kleinbauern müssen künftig um ihre Beiträge fürchten», erläuterte Berger. Hier gelte es, massiv Gegensteuer zu geben.

Konnten die Schafzüchter im Jahr 2011 von stabilen Preisen für Schlachttiere profitieren, seien die Preise seit Jahresbeginn fast dramatisch eingebrochen. «Es muss uns gelingen, den rückläufigen Konsum von Lammfleisch zu stoppen», so Berger. Zudem wollen die Berner Schafzüchter künftig vermehrt auf die Nachwuchsförderung setzen, um den rückläufigen Zahlen an Sömmerungstieren entgegenzuwirken.

Anstelle des scheidenden Präsidenten Christoph Berger, Aeschi, wählte die Versammlung den bisherigen Vize Rolf Rüfenacht, Herzogenbuchsee. Die weiteren Chargen: Thomas Schwendimann, Oberstocken (Vizepräsident); Ulrich Müller, Steffisburg (Kassier); Markus Wyttenbach, Homberg (Sekretär). Neu in den Verband aufgenommen wurde der Schafzuchtverein Zweisimmen-Rinderberg. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.02.2012, 07:41 Uhr

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