SVP und BDP führen, FDP gibt auf
Von Andrea Sommer. Aktualisiert am 24.10.2011 5 Kommentare
Norbert Hochreutener (CVP) belegt Platz acht. (Bild: Christian Pfander)
Zwei dieser drei bleiben im Rennen: SVP-Ständerat Adrian Amstutz (links) und SP-Nationalrat Hans Stöckli
treten am 20. November zur Stichwahl an, FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen verzichtet. (Bild: Christan Pfander)
Gestern Abend kurz nach halb sieben hallen Jubelschreie durch das Berner Rathaus. Sie gelten Werner Luginbühl, dem Ständeratskandidaten der BDP. Zwar hat weder er noch einer der anderen Kandidaten das absolute Mehr erreicht. Mit 142423 Stimmen erzielte Luginbühl allerdings ein sehr gutes Resultat und liegt nur 927 Stimmen hinter dem SVP-Kandidaten Adrian Amstutz. Die beiden werden am 20.November zum zweiten Wahlgang antreten.
Sein gutes Resultat erklärt der Oberländer Luginbühl zum einen mit seinem Leistungsausweis als Regierungsrat. «Damals habe ich Agglomerationspolitik gemacht und bewiesen, dass ich nicht nur ein Landvertreter bin.» Zum anderen seien die Wähler unabhängig. «95 Prozent der Leute sind in keiner Partei, und wie ich gehört habe, war ich zum Teil mit Hans Stöckli, Christian Wasserfallen oder sogar mit Alec von Graffenried auf der Liste.» Doch auch im Oberland, also in Adrian Amstutz’ Stammlanden, holte Luginbühl annähernd so viele Stimmen wie der SVP-Kandidat. «Das Oberland war in den letzten 160 Jahren nur gerade dreimal im Ständerat vertreten gewesen», so Luginbühl. «Die Oberländer haben wohl auch deshalb die Kandidaten aus ihrer Region unterstützt.»
Amstutz: «Kein Spaziergang»
Auf Unterstützung ist Adrian Amstutz nach eigenen Angaben nun dringend angewiesen . «Der zweite Wahlgang wird für mich ganz sicher kein Spaziergang. Wenn die Oberländerinnen und Oberländer nicht zur Urne gehen, werde ich den Sitz nicht halten können.» Dass es einen zweiten Wahlgang geben werde, sei bei der Ausgangslage klar gewesen, sagt Amstutz, der mit dem bisher Erreichten zufrieden ist und nun weiterkämpfen will.
Das gute Abschneiden Werner Luginbühls erklärt sich Amstutz damit, dass sowohl die Wirtschaftsverbände als auch die Bauernverbände Lobag die beiden Oberländer Kandidaten zur Wahl empfohlen haben. Zudem interessierten sich die Wähler nicht dafür, ob es zwischen den Parteien Differenzen gebe. «Sie wählen die Person.»
FDP gibt auf
Mit 65181 Stimmen schnitt der FDP-Kandidat Christian Wasserfallen von den Vertretern der grossen Parteien am schlechtesten ab. Ein Resultat, das ihn enttäusche, so Wasserfallen. BDP- und SVP-Wähler hätten sich gegenseitig massiv unterstützt, fast so als hätte es die Spaltung nie gegeben. «Ich werde im zweiten Wahlgang nicht mehr antreten, und wir werden nun die bürgerlichen Kandidaten unterstützen.»
Dazu, wie seine politische Zukunft aussieht, mochte sich Wasserfallen gestern nicht äussern. Damit bleibt noch offen, ob er allenfalls für die FDP ins Rennen um einen Stadtberner Gemeinderatssitz steigt oder gar Fulvio Pelli als Präsident der nationalen Partei ablöst. «Wir müssen nun die Resultate analysieren und die Schlüsse daraus ziehen», sagt Wasserfallen. Denn für die FDP sei gestern trotz Lichtblicken in St.Gallen und Zug ein dunkler Tag gewesen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.10.2011, 07:21 Uhr
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5 Kommentare
Wenn sich BDP und SVP gegenseitig unterstützen, sollte die FDP etwas mehr Stil zeigen und trotz Frust von Wasserfallen mithelfen, Amstutz zu verhindern. Aber der fast abgewählte Pelli hat ja bereits klar zum Ausdruck gebracht, dass sich die FDP mit der SVP ins Bett legen will. Das ist das einzige Rezept, welches die aus allen Fugen geratene Alterspartei noch hat. Antworten
Jetzt wird sich weisen ob die BDP eine Bürgeliche Partei ist und ob die SVP konstruktiv ist. Denn es gibt nur eine Devise, zusammen sind wir stark. BDP empfihlt Amstutz uns SVP empfhilt Luginbühl. Das ist Bürgerlich und alles andere ist Verrat. Antworten

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