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Rauchverbot: 58 Prozent der Wirte klagen über Umsatzeinbussen
Von Beat Rüdt. Aktualisiert am 02.12.2009 22 Kommentare
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Stellungnahme von Ruedi Löffel (EVP)
Folgende Punkte sind wichtig, wenn 58 Prozent der 637 an der Umfrage beteiligten Betriebe angeben, sie hätten wegen dem Passivrauchschutz einen Umsatzrückgang zu verzeichnen:
- Gemäss Gastro Suisse besteht ein massives Überangebot an Gastrobetrieben.
- Die allgemeine Wirtschaftskrise hat auf die aktuellen Umsatzzahlen der Betriebe ebenfalls einen Einfluss. Die Abgrenzung zum Passivrauchschutz ist sehr schwierig.
- Seit mehr als vier Jahren war klar, dass der Passivrauchschutz im Kanton Bern früher oder später eingeführt wird; trotzdem haben die meisten Gastrounternehmenden nichts unternommen, um ihren Betrieb und die Gäste darauf vorzubereiten.
- Jahrzehntelang wurde die grosse Gruppe der Nichtrauchenden vom Gastgewerbe nicht ernst genommen. Es wäre vermessen, zu glauben oder zu erwarten, dass diese (Neu)Kunden nun innerhalb weniger Monate die Gastrobetriebe überrennen würden.
Die Behauptung von Gastro Bern, das Verbot von Ausschankanlagen in Fumoirs und das Zutrittsverbot für Minderjährige widersprächen dem Bundesgesetz ist völlig falsch, weil das Bundesgesetz den Kantonen explizit die Möglichkeit einräumt, weitergehende Bestimmungen zu erlassen.
Ruedi Löffel ist EVP-Grossrat und «Vater» des Passivrauchschutzes im Kanton Bern
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Gastro Bern hatte seine 2'300 Mitgliedern nach den Umsatzverläufen zwischen Juli und Oktober befragt, 637 hatten geantwortet.
58 Prozent der Betriebe stellten in dieser Zeit einen Umsatzrückgang fest. Betroffen seien vor allem Pub- und Barbetriebe, aber auch Cafés und Bistros beklagen einen Rückgang beim Konsum. Weniger betroffen seien die Speiserestaurants.
Die Umfrage habe auch ergeben, dass die Tourismusgebiete weniger betroffen seien als die Betriebe in der Stadt und auf dem Land. Insgesamt sei der Umsatz im dritten Quartal im Kanton um 147 Millionen Franken zurückgegangen. Damit seien rund 1'400 Arbeitsplätze gefährdet.
Kritik am Bundesgerichtsentscheid
Harte Kritik übten die Exponenten von Gastro Bern auch am Bundesgerichtsurteil vom 23. November, das die Beschwerde von Gastro Bern gegen die kantonale Verordnung abwies. Der Bundesgerichtsentscheid sei falsch, sagte Gastro Bern-Präsident Casimir Platzer. Das Verbot von Ausschankanlagen in Fumoirs und das Zutrittsverbot für 16- bis 18-Jährige widersprächen dem Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen.
Nicht gegen Nichtraucherschutz
Gastro Bern betont, dass die Wirte nicht gegen den Schutz der Passivraucher seien. Sie wollen aber auch «weiterhin Raucher als wichtige Gästegruppe» bedienen. Eine Lösung, wie sie das Bundesgesetz vorgesehen habe, würde von den Wirten mitgetragen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.12.2009, 11:31 Uhr
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22 Kommentare
Die Zahlen der Umfrage von Gastro-Bern kann man wie so vieles in den Papierkorb werfen. Wir Wirte haben diese "Umfrage" zwischen dem 07.11. und dem 09.11 erhalten. Die Umfrage sollten wir bis am 09.11. zurücksenden! Wie kann da von einer seriösen Umfrage die Rede sein? 58% von 637 Betrieben bei 2300 Mitgliedern! Unternehmerfreiheit nicht staatliche Bevormundung! IG Freie Schweizer Wirte Antworten
@Peter Zürbugg: Wer regt sich denn auf? Sind ja wohl die Raucher! Auf der einen Seite heulen sie wegen der Wirtschaft, auf der anderen Seite sagen 80% der Berner sollen nicht in Kneipen gehen sollen (!), ja was denn nun? Es ist eine Anmaßung dass Raucher entscheiden wollen wo NR hingehen! Warum gab es in den letzen Jahren ein Sterben der Beizen? Der Raucher wegen, weil diese NR vertrieben! Antworten
Der Satz " Wenn ein Wirt nur dank dem Rauchen Geschäfte macht, hat er keine Existenzberechtigung" ist absolut degoutant. Da sollte jeder Wirt auf die Barrikaden gehen. Es spiegelt die unverschämte Aggressivität dieser militanten Nichtraucher wieder. Ich könnte ja auch sagen ihr hättet jahrelang Zeit gehabt Nichtraucherlokale zu eröffnen. Aber ihr ward wohl zu schlaff dazu ! ! ! Antworten
Wegen einem Profilierungssüchtigen Gesundheitsfanatiker Namens Löffel, wird ein ganzer Wirtschaftszweig in den finanziellen Ruin getrieben! Diejenigen, die wegen ein bisschen Rauch hysterisch werden, brauchen ein Raucherrestaurant ja gar nicht zu betreten. Es ist eine Anmassung, den Wirten und Eigentümern vorzuschreiben, was sie in ihren Lokalen anbieten sollen! Ein Nichtraucher. Antworten
@Ben Müller Mit "diesem oder jenen" Lokal wo sie rauchen möchten, meinen sie ja nur halt immer das wo sie grade zugegen sind. Und während sich ein NR im Rauch stark gefährdet einschränkt tut dies ein Raucher im rauchfreien Lokal ja nicht. Ich finds schon lustig das Sie in "Theorie" tolerant sein wollen, kommts dann auf die Praxis sollen NR immer dahin gehen wo sie grade nicht sind. Wo dieToleranz Antworten
Liebe Wirte, hört mit dem Gejammer auf. Ich kenne viele Restaurants in denen trotz Rauchverbot das Geschäfts hervorragend läuft. Aber diese bieten wahre Gastfreundschaft, gutes Essen, gute Bedienung und angemessene Preise. Wenn ein Wirt nur dank dem Rauchen Geschäfte macht, hat er keine Existenzberechtigung. Es schadet ja auch nichts, wenn die Stammtischhocker früher zur Familie heimkehren. Antworten
Es gibt ja schon etliche Betriebe, welche zu einer gewissen Uhrzeit die Türen schliessen, die Stammkundschaft in der Lokalität verweilen lassen und wieder die Aschenbecher aus dem Schrank nehmen. Das ausgehende Volk besteht nun einmal nicht zu 80% aus Nichtrauchern, in Gastronomiebetrieben in welchen Parties gefeiert werden, das soziale Leben sich abspielt, wird nun einmal geraucht. Antworten
@Hr. Bhend: 80% stimmt ja nicht einmal auf alle Erwachsenen bezogen! Und es stimmt erst recht nicht auf die Ausgangs-Gesellschaft (wo viele Nichtraucher auch mal zu Gelegenheitsrauchern werden). Aber es ist schon lustig, während ich als Raucher Nichtraucher-Lokale durchaus gut und notwendig finde, finden Nichtraucher es nicht nötig mir das eine oder andere Lokal zu gönnen wo ich rauchen kann. Antworten
Ich kann dieses Gejammer der Wirte nicht mehr hören! Jahrzehntelang wurde uns Nichtrauchern zugemutet, im Rauch zu essen und trinken. Die meisten Wirte haben jeglichen Nichtraucherschutz bekämpft; mit Kampagnen wie "gegenseitig Rücksicht nehmen" = "die Nichtraucher haben zu schweigen wenn sie zugepafft werden". Und nun sollen die so lange Vergraulten sofort die Ausfälle der Wirte kompensieren???? Antworten
Bhend und Löffel erlauben sich eine Ignoranz und Überheblichkeit, die erschreckend ist. Sie betreiben Geschäftsschädigung in grossem Ausmass, verursachen viele Arbeitslose und Kosten, welche die Steuerzahler berappen müssen. Dafür übernehmen diese Herren und ihresgleichen keine Verantwortung; die Wirte seien selbst schuld und die Wirtschaftslage dazu. Abartig ist, was solche Politiker anrichten. Antworten
Fumoirs waren im Kanton Bern in der Gesetzgebung nicht bestritten. Jedoch habe ich schon in der Debatte darauf hingewiesen, dass Gäste wie Gastronomen das Fumoir als das betrachten müssen, als was es gemeint ist: Nicht ein Restaurationsraum, sondern ein Raum zum Rauchen. Von daher ist der Bundesgerichtsentscheid konsequent und richtig. (Grossrat/Hotelier-Restaurateur HF) Antworten
"Fakt ist aber, dass weniger Raucher ein Restaurant besuchen bzw. weniger lang verweilen; " Fakt ist zunächst das 80% der Bevölkerung NR sind, Fakt ist auch das NR entweder ganz ausbleiben, kürzer bleiben oder ihren Konsum einschränken wenn geraucht wird. Die wenigen militanten Raucher fallen da doch nichts ins Gewicht! D.h. MIT Raucherlaubnis gibt es massivste Umsatzeinbrüche! Antworten
@ Beat Jau: Bedenken Sie bitte auch, dass der Koch seit dem Morgen in der Küche steht und auch einmal Feierabend haben will. Wenn Sie um 23 Uhr noch essen wollen, bräuchte es mehr Köche (Schichtbetrieb) was Ihr Essen um einiges verteuern würde. Sind Sie bereit diesen Aufpreis zu bezahlen? Antworten
Laut den Herren Löffel/Bhend ist die Wirtschaftskrise (bzw. sind die Wirte selbst) Schuld am Umsatzrückgang. Fakt ist aber, dass weniger Raucher ein Restaurant besuchen bzw. weniger lang verweilen; Umsatzrückgänge sind das logische Ergebnis. Die beiden Herren sollten lernen, zu den Konsequenzen ihres Handelns zu stehen. Zu behaupten, dass über 80% der Kunden Nichtraucher sind, ist komplett falsch. Antworten
Welche Gesundheitskosten werden wohl durch den Schutz der Passivraucher eingespart?. Im weiteren wäre auch interessant zu sehen, wie viele Personen sich überlegen, vollumfänglich auf den Tabakkonsum zu verzichten. Die bernergesundheit.ch bietet mit dem Kurs "Finito: Zug um Zug zur Rauchfreiheit" sehr gute Möglichkeiten dazu. Antworten
Als Grossrat habe ich an vorderster Front für das neue Gesetz gekämpft. Die Wirte, die jetzt jammern hatte viele Jahre Zeit, etwas zu unternehmen, so dass diese neue Regelung nicht nötig gewesen wäre. Getan haben die meisten nichts. Nun schieben sie die Schuld anderen zu und jammern, statt sich besser auf die Kunden auszurichten - und über 80% von ihnen sind Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Antworten
Wenig innovativ zeigt sich Gastro Bern: Anstatt attraktive Angebote für die Nichtraucher zu schaffen, werden die ausbleibenden Raucher beklagt: Kundenfreundlich ist wenn die Küchen nicht schon um 20 Uhr geschlossen werden; es gibt Kunden die haben auch um 23 Uhr Hunger! Selbst wenn einige Betriebe schliessen werden, ist dies im Sinne einer Strukturbereinigung in dieser Szene zu begrüssen. Antworten
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Elsa Lüthi
Ich bin gegen jeden Extremismus. Die Bundesverfassung Garantie für Handels- und Gewerbefreiheit und Bundesgesetz Gesundheit wurden beim Beschluss des Kantons Bern ignoriert. Zudem ist die Diskriminierung der Raucher (Menschen) und die Geschäftsschädigung an Wirten inakzeptabel. Es muss den Wirten überlassen sein, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal oder Gemischtlokal betreiben wollen. Antworten