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Polizeidirektor schickt Flüchtlinge auf Jaunpass und Brünig

Von Mischa Aebi, Peter Meier . Aktualisiert am 24.06.2011 9 Kommentare

Der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser zeigt sich hilfsbereit und ermöglicht dem Bund zwei neue Flüchtlingszentren im Kanton Bern: eines auf dem Jaunpass, eines auf dem Tschorren ob dem Brünig.

Abgelegener Ort, karges Gebäude: In der Militärunterkunft Tschorren  will der Bund 140 Flüchtlinge aus Nordafrika unterbringen.

Abgelegener Ort, karges Gebäude: In der Militärunterkunft Tschorren will der Bund 140 Flüchtlinge aus Nordafrika unterbringen.
Bild: Markus Hubacher

Hans-Jürg Käser (Bild: Andreas Blatter)

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Weil die Empfangszentren an der Grenze voll sind, suchte der Bund verzweifelt nach neuen Unterkünften für Asylsuchende. Beim Kanton Bern wurde er fündig. Rund 240 Asylsuchende sollen in Militärunterkünften auf dem Jaunpass und im Tschorren oberhalb des Brünigs untergebracht werden. Der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) hat dies dem Bund angeboten. Man müsse das Problem mit den Flüchtlingen aus Nordafrika gemeinsam lösen, sagt Käser. Allerdings ist sein Angebot befristet für einige Monate.

Gleichzeitig hat Käser einen Deal eingefädelt: In der neuen vom Bund geführten Unterkunft im Tschorren sollen auch rund 50 schon abgewiesene Asylsuchenden untergebracht werden, die zurzeit in der Nothilfeunterkunft Casa Alpina auf dem Brünig leben.

Ärger in den Gemeinden

Der Anruf aus Bern sorgt im Oberland für Konsternation und Ärger: «Wir hatten natürlich alles andere als Freude», schildert der Boltiger Gemeinderatspräsident Andreas Hutzli seine erste Reaktion, als ihn Käser telefonisch über die Pläne von Bund und Kanton informierte. Die Nachricht, dass in der Armeeanlage auf dem Jaunpass befristet Asylbewerber untergebracht werden sollen, ärgert auch den Boltiger Gemeindepräsidenten Fred Stocker. Nur zu gut erinnert sich dieser an «das Riesentheater» vor sieben Jahren, als die Eröffnung einer ebenfalls befristeten Notunterkunft für abgewiesene Asylsuchende auf dem Jaunpass eine Welle des Protestes im Dorf auslöste. Nun wird es wohl wieder dazu kommen. Damit rechnet zumindest Andreas Hutzli: «Das wird in der Bevölkerung sicher auch dieses Mal massiven Widerstand geben.» Als Grund dafür sieht der Boltiger in erster Linie Ängste und Sicherheitsbedenken.

Mit starker Opposition der Bevölkerung gegen die Direktive aus Bern rechnet auch Menk Blatter, Gemeindeschreiber in Hasliberg, wo auf dem oberhalb des Brünigs gelegenen Tschorren ebenfalls eine befristete Unterkunft für die Flüchtlinge eingerichtet werden soll. Er habe erst einmal leer geschluckt, als er davon erfahren habe. «Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, wenn 190 neue Flüchtlinge kommen», so Blatter. Das beunruhige die Leute und löse Sorgen aus, selbst wenn die geplante Unterkunft auf dem Tschorren relativ weit vom Dorf entfernt sei.

Immerhin habe der Kanton eine Gegenleistung zugesagt: «Er will dafür das Casa Alpina schliessen.» Auch dieses nahe gelegene Nothilfezentrum für abgewiesene Asylbewerber auf dem Brünig ist in der Bevölkerung umstritten. Noch ist unklar, ob und wie sich Boltigen und Hasliberg allenfalls zur Wehr setzen werden. Hier wie dort wird sich der Gemeinderat nächste Woche mit der Frage beschäftigen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.06.2011, 06:32 Uhr

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9 Kommentare

max fahrni

24.06.2011, 07:18 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Man könnte all die Flüchtlinge bei denjenigen unterbringen die gesagt haben das wird nicht so schlimm,da werden nicht so viele kommen.z.b.bei all den SP Mitglieder und UNIA Funktionären,da wäre das Problem gelöst und kostet den Staat keinen Rappen. Antworten


Bea Borner

24.06.2011, 10:18 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Wie lange geht es wohl noch, bis der Letzte endlich begreift, dass es sich bei den Nordafrikanern NICHT um Flüchtlinge handelt?! Antworten



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