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Nur für die Region Bern gibts kein Geld mehr

Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 23.11.2011 2 Kommentare

Auf Gelder für die Förderung im Raum Bern will der Kanton verzichten. Die weniger potenten Wirtschaftsregionen dagegen erhalten immer noch Unterstützung. In Bern gibt es Doppelspurigkeiten, begründet das Beco.

«Abbau am falschen Ort»: Niklaus Gfeller, Regional-
konferenz. (Bild: Urs Baumann)

«Bern ist stark genug»: Adrian Studer, Beco. (Bild: zvg)

Ausgerechnet im Speckgürtel will der Kanton abspecken. Im Rahmen des Sparpakets 2013 will die Regierung den Leistungsauftrag in der Höhe von 160'000 Franken für die Wirtschaftsförderung in und um Bern streichen. Insgesamt sind es 400'000 Franken, die den Partnern in den Regionen fehlen werden. Erstaunlich dabei: Während der Auftrag für die Region Bern ganz entfällt, soll er in den fünf restlichen Wirtschaftsregionen weitergeführt werden. Der Grosse Rat wird kommende Woche darüber befinden, ob er diese Vorschläge der Regierung stützt oder kippt. Der Kanton Bern besteht aus den sechs Wirtschaftsregionen Bern und Umgebung, Biel-Seeland, Emmental, Oberaargau, Berner Oberland und Berner Jura.

Konkurrenz ist national

Das Unverständnis für den Sparvorschlag ist bei Niklaus Gfeller (EVP) gross. Der Worber Gemeindepräsident und Grossrat präsidiert die Wirtschaftskommission der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) und sagt: «Wir sind der Wirtschaftsmotor des Kantons, und wir brauchen die Unterstützung, um uns gegen die anderen Wirtschaftsräume in der Schweiz behaupten zu können.» Der Kanton würde am falschen Ort sparen – der Hauptstadtregion drohe, als Wirtschaftsstandort an Bedeutung zu verlieren. Bei der Budgetdebatte im Grossen Rat will Gfeller deshalb kommende Woche einen Antrag stellen: Die Wirtschaftsförderung solle auf einen Abbau der Leistungen verzichten. Zusätzlich reicht er heute eine sogenannte Planungserklärung zur Wirtschaftsstrategie 2025 ein: Der Kanton solle «konsequent auf die vorhandenen Stärken» setzen – insbesondere im Wirtschaftsraum Bern.

«Antennen» stärken

Adrian Studer verteidigt den Sparvorschlag der Regierung. Studer ist Chef des kantonalen Wirtschaftsamts Beco. «Bei der Wirtschaftsförderung gibt es gerade in der Region Bern die grössten Doppelspurigkeiten», begründet Studer. Der Kanton wolle zwar weiterhin mit den Gemeinden und der Region zusammenarbeiten, beispielsweise bei der Vermittlung von interessierten Unternehmen. Aber: «Die Region Bern ist stark genug», lautet Studers Fazit. Begünstigend für den Wirtschaftsraum Bern sei auch, dass das Beco hier seinen Sitz hat. «Unsere Partner in den Regionen Biel-Seeland, Emmental, Oberaargau, Berner Oberland und Berner Jura haben dagegen eine Antennenfunktion; für diese Aufgaben wollen wir sie entschädigen», argumentiert Beco-Chef Studer. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.11.2011, 06:59 Uhr

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2 Kommentare

Jacqueline Gafner

23.11.2011, 10:31 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Wer zahlt, befiehlt, sagt ein Sprichwort. Weshalb soll das Gegenteil nicht auch gelten? Wenn es bei der Wirtschaftsförderung in der Region Bern "Doppelspurigkeiten" gibt, wie der BECO-Chef behauptet, dann soll die engere Hauptstadtregion Schweiz doch gleich ganz auf die Dienste des BECO verzichten und das Dossier in Zukunft - mit mehr Dynamik und zum eigenen Vorteil - integral selber bearbeiten. Antworten


Adriano Granello

23.11.2011, 07:48 Uhr
Melden 1 Empfehlung

160'000 Franken..? Nun ja, das wird wohl zu verschmerzen sein, denn damit lassen sich ja nicht mal die Löhne der Protagonisten der "Wirtschaftsförderung" bezahlen... Antworten



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