«Mit der Übermüdung der Ärzte steigt das Fehlerrisiko»
Von Philipp Kobel. Aktualisiert am 02.09.2010 8 Kommentare
Rosmarie Glauser (Bild: zvg)
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Laut Berner Assistenz- und Oberärzten sind die Arbeitsbedingungen an Spitälern derart schlecht, dass sie nun eine Kampagne starten. Haben Sie Angst, dass Ärzte in Bern wegen Überarbeitung pfuschen könnten?
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12 Arbeitstage am Stück: Übermüdung kann im O.P. gefährlich sein. (Bild: Keystone )
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Rosmarie Glauser, Geschäftsführerin des Verbands Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte Sektion Bern (VSAO) sieht die längst überfällige Verbesserung der gesetzeswidrigen und belastenden Arbeitsbedingungen der Assistenz- und Oberärzte ein weiteres Mal in Gefahr. «Die Diskussion über die Arbeitsbedingungen des Arztpersonals ist seit geraumer Zeit im öffentlichen Diskurs», sagt Glauser. Es habe zwischendurch immer wieder Erfolge, aber auch Rückschläge gegeben. «Die ständige Senkung der finanziellen Mittel für die Spitäler bringt das Fass jedoch zum Überlaufen und zwingt uns zu einer Kampagne».
Eine halbe Stunde Pause
Durch die fehlenden Ärzte in den Krankenhäusern, sehen sich Spitäler und Vorgesetzte immer wieder zu speziellen Massnahmen gezwungen. So wird den Medizinern am Mittag eine halbe Stunde Pause abgezogen, obwohl sie diese nicht beziehen können oder sie dürfen ihre Überzeit nicht länger aufschreiben. «Solche Zustände sind untragbar und dürfen nicht akzeptiert werden», konstatiert Glauser. Das Fehlerrisiko steige und auch mehrere Studien könnten das belegen. Konkrete Beispiele konnte die Geschäftsführerin jedoch nicht nennen.
Die meisten Ärzte beklagen sich über zu lange durchgehende Arbeitszeiten. «12 Arbeitstage am Stück oder 62 Arbeitsstunden sind nicht nur unmenschlich, sondern widersprechen auch dem Arbeitsgesetz», sagt Glauser. Dieses schreibt nämlich höchstens sieben konsekutive Arbeitstage und 50 wöchentliche Arbeitsstunden vor. «Wir fordern die Einhaltung des Gesetzes. Andere juristische Richtlinien müssen schliesslich auch eingehalten werden».
Mehr Geld für die Spitäler
Der VSAO will, dass der Kanton den Spitälern mehr Geld zuspricht. Doch welche Massnahmen schlägt Glauser dem Regierungsrat vor? «Mir ist klar, dass die Gelder vom Kanton knapp sind», sagt Glauser. Trotzdem rechtfertige das keinen Gesetzesbruch. Als eine Möglichkeit sieht Glauser, die Fusion von mehreren Spitälern zu einem Zentrum mit sinnvoller Grösse. «Eigentlich ist es aber nicht meine Aufgabe, diese Lösungen zu finden. Ich sehe den Grossrat in der Pflicht», hält Glauser fest.
Kampagnen geplant
In den nächsten zwei Wochen sind in Biel, Thun, Langenthal und Bern Aktionen geplant. Dort kann eine Petition an den Kanton Bern unterschrieben werden. Sie fordert, dass den Spitälern mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Zudem kann an den Ständen ein Film geschaut werden, der zeigt, in welch misslicher Lage sich die Ober- und Assistenzärzte befinden.
Die Stelleninserate, die gestern in «20 Minuten» abgedruckt wurden, waren auch Teil der Kampagne und lösten ein grosses Publikumsecho aus.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.09.2010, 14:59 Uhr
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8 Kommentare
Nicht nur Aerzte, auch Polizisten - insbesondere in Landkantonen - werden mit Dauerdiensten sekkiert. Fuer Krankenschwestern, pardon Pflegefachfrauen gibts 8,.. Stundenschichten. Die Monatsloehne wurden auf Polizistennivo angehoben, womit viele Polizisten kaum noch auf den halben Stundenlohn einer Pflegefachfrau kommen. Bald verdienen auch Aerzte pro Stunde viel weniger als Pflegefachfrauen.... Antworten
1. Numerus Clausus abschaffen. 2. Sich gegenseitig anzeigen. Dann kann man im Knast ausschlafen. Die Vorgesetzten werden so zu einer schnellen Lösung gezwungen, wenn keiner mehr da ist der Arbeitet macht, sprich Umsatz bringt. 3. Einheitskrankenkasse, dann bleibt auch mehr übrig für die Spitäler. Antworten
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