Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Lehrer wollen kämpfen

Von Fabian Schäfer. Aktualisiert am 15.12.2011

Der bernische Lehrerverband will dagegen protestieren, dass Primarschüler eine Lektion pro Woche weniger Schule haben. Dafür nimmt er bewusst auch Unterrichtsausfälle in Kauf.

Der Lehrerverband des Kantons Bern ist nicht damit einverstanden, dass Primarschüler weniger Unterricht haben sollen.

Der Lehrerverband des Kantons Bern ist nicht damit einverstanden, dass Primarschüler weniger Unterricht haben sollen.
Bild: Colourbox

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Nächstes Jahr soll Berns Lehrerschaft unbequem werden: Dieses Ziel setzten sich gestern die Delegierten des Berufsverbands und der Gewerkschaft Lehrerinnen und Lehrer Bern (Lebe). Auslöser ist eine Sparmassnahme, die der Regierungsrat vorgeschlagen hatte und der Grosse Rat beschlossen hat. An der Primarschule wird von der 2. bis 6.Klasse je eine Lektion pro Woche gestrichen. Betroffen sind Gestalten sowie «Natur – Mensch – Mitwelt». 3.- und 4.-Klässler haben wegen des neuen Fremdsprachenkonzepts trotzdem eine Lektion mehr als bisher. Der Spareffekt: 10 Millionen Franken im Jahr.

Autosteuer-Kampagne

Die Lebe-Delegierten wollen nun dafür kämpfen, dass in der Bildung nicht weiter gespart wird. Einerseits wollen sie verhindern, dass sich das Bernervolk bei der Wiederholung der Abstimmung über die Motorfahrzeugsteuern (nach Plan im März 2012) erneut für die grössere Steuersenkung ausspricht. Dabei geht es um 100 Millionen Franken im Jahr. Lebe wird 50'000 Franken für eine eigene Kampagne für die kleinere Steuerreduktion einsetzen. Dabei soll der Fokus auf dem drohenden Abbau bei der Bildung liegen, wie Gewerkschaftschef Christoph Michel sagte. Das Motto umriss er so: «Das Auto streicheln – das Kind chläpfe?»

Andererseits will Lebe erreichen, dass die Schule bei weiteren Spardiskussionen ausgenommen oder zumindest geschont wird. Dazu beschlossen die Delegierten Massnahmen, die laut der Geschäftsleitung «streikähnlich» sein sollen. Geplant sind zwei «Mobilisierungen»: Im Frühjahr sollen die vom Lektionenabbau betroffenen Lehrpersonen – die Rede ist von 550 Vollzeitpensen – im Zentrum stehen. Im Herbst ist eine Grosskundgebung geplant.

Mit grossem Mehr bei einer Handvoll Nein-Stimmen und Enthaltungen beschlossen die Delegierten, dass man für die Aktionen bewusst Unterrichtsausfälle in Kauf nehmen will. Lebe müsse jetzt Härte demonstrieren, wurde mehrfach verlangt.

Pulver sieht Positives

Bildungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) riet Lebe in einer kurzen Ansprache sachte von Kampfmassnahmen ab. Man habe in den letzten Jahren viele Verbesserungen durchgebracht: zuerst die Tagesschulen, jüngst Schulsozialarbeit und Basisstufe. Er wertete es auch als Erfolg, dass der Regierungsrat bereits darauf hinarbeitet, den automatischen Lohnaufstieg wieder einzuführen, obwohl ihn das Volk erst 2005 abgeschafft hatte. Den Lektionenabbau bezeichnete Pulver als schmerzhaft, aber vertretbar – als «das kleinste Übel». (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.12.2011, 08:07 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Populär auf Facebook Privatsphäre