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Lehrer X: «Meine Liebe an Ihre Töchter»

Von Robert Grogg. Aktualisiert am 08.06.2010 1 Kommentar

X ist gleichzeitig als Lehrer, Berater und freier Theologe tätig. Er wirbt 18-Jährige für Gruppensexpartys mit Älteren an.

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Schwarze Liste

Seit 2008 sind die Kantone verpflichtet, Lehrpersonen, denen die Berufsbewilligung wegen Pädophilie oder Suchtkrankheiten entzogen wurde, auf eine schwarze Liste zu setzen. Schweizweit stehen zurzeit 83 Namen darauf. Grossrat Daniel Steiner (EVP) will vom Regierungsrat in der heutigen Fragestunde wissen: Warum sind es aus dem Kanton Bern nur drei Personen? Ist die Regierung bereit, die Kriterien zu verschärfen, um Fälle wie denjenigen des «Ferrari-Lehrers» zu verhindern? Dieser hätte trotz Verurteilung zu 33 Monaten Freiheitsentzug in diesen Tagen eine weitere Stellvertretung bekommen. Der Schulleiter wollte von ihm lediglich eine Bestätigung, dass nichts mehr über ihn geschrieben werde. rgw

Unter seinem akademischen Titel «lic. theol.» sucht X per Inserat eine Erotikmasseuse als Assistentin für seine «psych. Praxis». Er sucht Frauen für «Spermapartys», organisiert «Gangbangs», bietet Seitensprungzimmer an oder Workshops in der Sauna. Er bezeichnet sich unter anderem als Sexualtherapeut und leitet Gruppensexpartys. In Biel betrieb er den Privatklub Neptun. Er sucht Personen mit Geld, die ihm dabei helfen sollen, junge afrikanische Frauen als «devote Liebesdienerinnen» in die Schweiz zu holen. Gezielt sucht X zudem 18-jährige Frauen, die Gruppen von fünf bis sechs Männern befriedigen. Pro Mann verspricht er ihnen 100 Franken. Nur ausnahmsweise seien bei ihm Prostituierte anzutreffen. Er schreibt aber auch allein erziehende Mütter an: «Meine Liebe an Töchter möchte ich Ihrer Tochter geben, wenn sie das wollen. Eine Spiel- und Betreuungsstunde kostet 50 Franken plus Fahrspesen. Ich komme als Götti, oder wie auch immer Sie es nennen wollen.»

Beratungszentrum Lilith

All diese Angaben stammen von zwei Webseiten, die X selber betrieb oder betreibt. Eine ist seit einem Jahr gelöscht, für die andere brauchts eine Zugriffsberechtigung.

X hat das Lehrerseminar Hofwil besucht. Er unterrichtet gemäss eigenem Lebenslauf seit 1978 als Lehrer. Zudem studierte er in Basel und Bern Theologie und schloss mit dem Staatsexamen als Lic. theol. ab. Pfarrer darf er sich nicht nennen. Als freischaffender Theologe bietet er trotzdem Trauungen, Zeremonien, Beerdigungen und Seelsorge an. «Zehn Minuten ab Bahnhof Biel» betreibt er das Beratungszentrum Lilith, «ein Treffpunkt für Menschen aller sexuellen Ausrichtungen». X wohnt in der Region Biel.

Krankhafte Fantasien?

Der Vater, der X auffliegen liess, bezeichnet dessen Schreibereien als dummes Geschwätz. Er beschreibt ihn als sehr unsicher. Entsprechend habe er auch seine Klasse überhaupt nicht im Griff gehabt. Diese habe später Zusatzlektionen gebraucht. Vielleicht seien einige auf den Webseiten beschriebene Dinge auch bloss krankhafte Fantasien, was den Lehrer aber umso mehr suspekt machen würde.

Solange sich X ausschliesslich an Erwachsene wendet, gibts kaum eine rechtliche Handhabe gegen sein Tun. Grenzwertig wird es spätestens, wenn er versuchen sollte, ernsthaft Hilfesuchende in seine Sexpartys einzubeziehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.06.2010, 08:06 Uhr

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1 Kommentar

Martin Lerch

08.06.2010, 10:04 Uhr
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Mein Vorschlag für Regierungsrat Pulver: Führen Sie eine weitere Schulreform durch. Stressen Sie noch mehr Lehrer mit ständig neuen Schulsystemen. Sorgen Sie dafür, dass noch mehr Lehrer in die Privatwirtschaft abwandern. Und im Himmelswillen bleiben Sie bei der Pädagogischen Hochschule, die so gut wie keine Lehrer ausbildet. Am Schluss wählen die Eltern zwischen Lump A oder Gangster B als Lehrer. Antworten



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