Kanton Bern prüft weiterhin Meldepflicht für dubiose Lehrer

Die bernische Erziehungsdirektion prüft weiterhin Möglichkeiten, wie künftig verhindert werden kann, dass dubiose Lehrkräfte immer wieder neue Anstellungen finden. Dies sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver in der grossrätlichen Fragestunde vom Dienstag.

Im Kanton Bern hatten zwei Lehrer für negative Schlagzeilen gesorgt. Der eine Lehrer hatte Pornoseiten im Internet veröffentlicht.

Im Kanton Bern hatten zwei Lehrer für negative Schlagzeilen gesorgt. Der eine Lehrer hatte Pornoseiten im Internet veröffentlicht. Bild: Keystone

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EVP-Grossrat Daniel Steiner-Brütsch (EVP/Langenthal) hatte von Pulver Auskunft zum Thema verlangt. Im Kanton Bern hatten jüngst zwei Lehrer für negative Schlagzeilen gesorgt.

Der eine Lehrer hatte Pornoseiten im Internet veröffentlicht, der andere einen Porsche versteckt und der Polizei einen Überfall gemeldet. Er wurde vom Gericht zu einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten verurteilt.

Beide fanden trotz ihres Lebenswandels immer wieder Anstellungen. Inzwischen hat der Kanton beiden die Unterrichtsbefugnis entzogen. Die Fälle lösten in der Öffentlichkeit heftige Diskussionen aus.

Der Kanton Bern prüfe derzeit unter anderem eine präzise Umschreibung der Kriterien zum Entzug der Unterrichtsbefugnis, sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) am Dienstag vor dem Parlament.

Ebenfalls geprüft würden Meldepflichten von Anstellungs- und Strafbehörden. Die Schulen würden zudem von den Schulinspektoraten verstärkt auf die Problematik hingewiesen.

Schon in der Fragestunde vom Juni dieses Jahres hatte Pulver bekanntgegeben, die Meldepflicht für dubiose Lehrer werde geprüft. Auch damals wollte Daniel Steiner-Brütsch Auskunft.

Christliche Sponsoren

Thema der Fragestunde war auch der Entscheid eines Bieler Gymnasiums, das das Bieler Kleider- und Lifestyleunternehmen «Blessed» nicht als Sponsor für eine Veranstaltung akzeptierte, weil die Firma einen christlichen Hintergrund hat.

EVP-Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) wollte von Pulver wissen, wie die Regierung den Entscheid beurteile. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver verwies auf die politische und konfessionelle Neutralität der Schulen.

Ein Sponsor, der prominent christliche Werte vertrete, sei daher problematisch. Es gelte jeweils den Einzelfall zu prüfen. Die Bieler Schule habe dies in ihrem Ermessen getan.

Entlassungen in Burgdorf

Die geplante Schliessung des Roche-Werks in Burgdorf war ebenfalls Thema im Grossen Rat. SP-Grossrat Markus Meyer (Roggwil) wollte von der Regierung wissen, welche Schritte sie unternehme, um eine vollständige Schliessung zu verhindern. EDU-Grossrat Alfred Schneiter (Thierachern) wollte wissen, ob die Regierung denn schon etwas erreicht habe.

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher gab am Dienstag bekannt, die Roche-Leitung habe mit ihm Kontakt aufgenommen. Inzwischen hätten erste persönliche Gespräche stattgefunden. Der Regierungsrat akzeptiere die geplante Schliessung nicht, betonte Rickenbacher.

Dem Kanton stünden die üblichen für solche Fälle vorgesehenen Instrumente zur Verfügung, dazu gehörten etwa Massnahmen zur Arbeitsvermittlung, sagte Rickenbacher. (met/sda)

Erstellt: 30.11.2010, 11:25 Uhr

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