Illegale Hunde aus Osteuropa problemlos erhältlich
Tierschützer fordern Massnahmen gegen illegale Verkäufe von Welpen. Hundehändler transportieren die Tiere aus dem Ausland über Hunderte Kilometer an die Schweizer Grenze. (Bild: Colourbox)
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Der Schweizer Tierschutz (STS) überreichte gestern Bundespräsidentin Doris Leuthard die Petition «Stoppt die Hundemafia». Gemeint sind damit illegale Hundehändler, meist aus Osteuropa. «Die Welpen sind oft krank, nicht gegen Tollwut geimpft und nicht genügend an andere Hunde und Menschen gewöhnt», sagte Heinz Lienhard, Präsident Schweizer Tierschutz.
Gemäss STS würden im Ausland Tausende Hunde unter Bedingungen gezüchtet, die in der Schweiz verboten wären. Übers Internet werden die Welpen angeboten und dann an der Schweizer Grenze verkauft. Die Tiere würden über Hunderte von Kilometern in einem Kofferraum oder Lieferwagen transportiert, so Lienhard. Genaue Zahlen kann die Organisation allerdings nicht nennen. Mit der von rund 11'000 Personen unterschriebenen Petition wollte der Schweizer Tierschutz den Bund eigentlich auf dieses Problem aufmerksam machen.
Hausieren mit Hunden
Doch der Bund hat bereits vor rund sechs Wochen ein revidiertes Tierseuchengesetz in die Vernehmlassung geschickt, welches unter anderem den Handel mit Hunden strenger regelt. «Ein Glückstreffer», sagte Lienhard dazu. Der Kauf und Verkauf von Hunden wird mit dem revidierten Gesetz strenger geregelt: Neu dürfen Hunde nur noch von Züchtern, Tierheimen und Fachgeschäften verkauft werden. Dagegen wird das «Hausieren mit Hunden» verboten, dazu gehören auch das Anbieten von Hunden via Internet und das anschliessende Übergeben ohne feste Verkaufslokalität. «Der STS befürwortet ausdrücklich die neuen Bestimmungen im Tierseuchengesetz», sagt Lienhard. Er hofft, dass die Behörden das Verbot des Hausierhandels konsequent umsetzen werden. Heinz Lienhard hält fest: «Dann haben wir unsere Ziele erreicht.»
Weitere Verschärfungen
Neben dem STS lehnen sich auch andere Organisationen gegen den illegalen Hundehandel aus dem Ausland auf, beispielsweise Vier Pfoten Schweiz. Jedoch fordert diese Tierschutzorganisation weitere Verschärfungen des Tierseuchengesetzes: Der gewerbsmässige An- und Weiterverkauf von Hunden soll strengen tierschutzrechtlichen Bestimmungen unterworfen und kontrolliert werden, hält Vier Pfoten in einer Medienmitteilung fest.
Beispielsweise sollen Hundewelpen erst ab zwölf Wochen ohne Begleitung der Mutter transportiert werden dürfen. Die Organisation fordert weiter, dass Grenzbeamte besser ausgebildet und sensibilisiert werden. Illegale Hundetransporte aus dem Ausland würden den Zollbeamten so öfter ins Netz gehen. Schliesslich soll das Inserieren für sogenannt «billige Welpen» auf Internetforen mit geeigneten Mitteln eingeschränkt werden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.06.2010, 08:53 Uhr






