«Ich trete an, um zu gewinnen»
Von Fabian Schäfer. Aktualisiert am 14.10.2010 12 Kommentare
Warum wollen Sie Ständerat werden?
Adrian Amstutz: Weil ein grosser Teil der bernischen Bevölkerung den EU-Beitritt, den EU-Agrarfreihandel und die überbordende Bürokratie ablehnt und sich den Ersatz des AKW Mühleberg und den Ausbau der Wasserkraft wünscht. Und weil viele der Zuwanderung Einhalt gebieten und kriminelle Ausländer konsequent ausschaffen wollen. Dieser Bevölkerungsteil hat Anspruch auf einen Ständerat, der diese Meinung auf Bundesebene vertritt.
Sie finden, diese Meinung sei heute durch BDP-Ständerat Werner Luginbühl nicht vertreten?
Nicht in allen Teilen und nicht so dezidiert und verlässlich, wie sie es mit mir wäre. Zudem habe ich bewiesen, dass ich nicht nur vor den Wahlen, sondern auch danach zu meinen Überzeugungen stehe und ein verlässlicher SVP-Politiker bleibe.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?
Ich trete für die SVP an, um zu gewinnen.
Die FDP wird ebenfalls antreten. Was sagen Sie dazu?
Die FDP ist eine eigenständige Partei, die für sich entscheiden kann, was sie für richtig hält. Ich nehme es sportlich und trete so oder so an.
Die Spitze Ihrer Partei forderte die FDP auf, auf eine Kandidatur zu verzichten und die SVP zu unterstützen. Das hätte Ihre Chancen deutlich verbessert.
Das kann man so sehen, die Chancen wären sicher besser gewesen. Aber die FDP muss selber wissen und verantworten, was sie macht.
Sie gelten als klarer Vertreter der Linie der SVP Schweiz. Andere Exponenten dieser Linie haben in Majorzwahlen oft grosse Schwierigkeiten. So scheiterte der heutige Bundesrat Ueli Maurer 2007 in der Zürcher Ständeratswahl. Macht Ihnen das keine Sorgen?
Nein. Das Rennen ist offen. Bern ist nicht Zürich, und Amstutz ist nicht Maurer.
Um die Wahl zu schaffen, müssen Sie in den bevölkerungsreichen Städten und Agglomerationen Stimmen holen, die mehrheitlich rot-grün wählen. Wie wollen Sie das schaffen?
Das ist eine Frage des Mobilisierens: Wir müssen es schaffen, dass möglichst viele Leute, die mich wählen wollen, wirklich wählen gehen. Das gilt auch für die Städte, wo es durchaus Leute gibt, die unsere Politik unterstützen und mich wählen wollen.
Wollen Sie Ständerat werden, um Ihre Chancen, in die Landesregierung gewählt zu werden, zu erhöhen? Immerhin sagt man Ihnen auch Ambitionen als Bundesrat nach.
Sagt man...
2011 wären die Chancen für einen SVP-Vertreter ja nicht schlecht.
Ich kämpfe jetzt um den freien Ständeratssitz. Punkt.
Die Belastung im Ständerat ist höher als im Nationalrat. Können Sie Ihr Unternehmen trotzdem weiterführen?
Es stimmt nicht, dass die Belastung als Ständerat viel grösser ist – jedenfalls nicht, wenn man im Nationalrat und in der Parteileitung so engagiert ist wie ich. Deshalb sind im Unternehmen keine Änderungen geplant. (Berner Zeitung)
Erstellt: 14.10.2010, 07:24 Uhr






