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Heimleiter wollen Vertrauen wieder herstellen

Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 16.02.2011

Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Falls H.S. haben sich die Leiter der betroffenen Heime zu einem runden Tisch getroffen. Sie haben noch viel vor.

Ueli Affolter, Geschäftsführer des Heimverbands Bern.

Ueli Affolter, Geschäftsführer des Heimverbands Bern.
Bild: Andreas Blatter

Dort, wo Männer kurzfristig aushelfen, lauern in Heimen die grössten Gefahren. So bei Stellvertretungen, Schwangerschaftsablösungen, Ferienlagern. Auch auf den Berner Betreuer H.S., der 114 Kinder sexuell missbraucht hat, trifft dies zu. Unter anderem über diese Erfahrung haben die Leiter der betroffenen sechs Heime gestern diskutiert. Auf Einladung des Heimverbands Bern haben sie sich zwei Wochen nach Bekanntwerden des Missbrauchsfalls H.S. an einen Tisch gesetzt.

«Heime müssen noch sicherer werden», sagt Geschäftsführer Ueli Affolter. Um dies zu erreichen, muss die Offenheit grösser werden. Ein Beispiel: Jetzt steht zur Diskussion, wie eine alte Forderung wirklich umgesetzt werden kann. Nämlich die, dass die Türe offen bleibt, wenn ein Betreuer mit einem Bewohner oder einer Bewohnerin alleine in einem Raum ist. Ziel sei, dies auch in der Nacht durchzusetzen. «Doch das ist auch eine Frage des Geldes.»

Mit Eltern geredet

In allen sechs Heimen (Schlössli, Ins; Haus St.Martin, Oberthal; Haus Christofferus, Renan; Behindertenzentrum, Interlaken; Nathalie-Stiftung, Gümligen; Christophorus-Schule, Bolligen) haben die Leiter in den letzten Tagen mit den Eltern der Bewohner geredet. «Es geht darum, zu Fehlern zu stehen und das Vertrauen wiederherzustellen», sagt Ueli Affolter. Zur Präzisierung: Es handelt sich nicht zwingend um Eltern von H.S.’ Opfern, sondern um Eltern von aktuellen Bewohnern. Bei drei der sechs Heime liegen H.S.’ Missbräuche schon über zehn Jahre zurück.

Die Betroffenheit über diesen grössten Missbrauchsfall im Kanton sei immer noch gross, auch in den anderen 300 Institutionen, die dem Verband angeschlossen sind. Am 2.Februar wurde der Fall H.S. öffentlich. «An diesem Tag hat sich die Heimlandschaft grundlegend verändert», sagt Affolter.

Täterprofil erkennen

Erhöhen muss sich auch die Sensibilität. Heimverantwortliche sollen mehr über Täterprofile lernen. Dies eine weitere Erkenntnis aus dem runden Tisch. Heime, Schulen, Sportclubs sind Hochrisikobereiche, die Menschen mit einem gewissen Profil anziehen können. Zusammen mit Forschern will der Heimverband typische Anzeichen von Tätern schärfer definieren, damit Heimleiter solche Leute gar nicht erst einstellen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.02.2011, 06:58 Uhr

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