Hans Stöckli: «Es ist noch nicht alles Pulver verschossen»
Von Fabian Schäfer. Aktualisiert am 24.10.2011 8 Kommentare
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Herr Stöckli, Sie machen einen zufriedenen Eindruck...
Hans Stöckli:natürlich, ich bin sehr zufrieden. Bisher war es immer so, dass bei Ständeratswahlen im Kanton Bern nie ein zweiter Wahlgang nötig war, wenn zwei bürgerliche Bisherige angetreten sind. Nun haben es die SP und die Grünen gemeinsam geschafft, einen zweiten Wahlgang für beide Sitze zu erzwingen. Damit haben wir unser erstes grosses Ziel erreicht. Und mein Abstand auf die Bisherigen ist bescheiden, möchte ich sagen. Dabei waren 60 bis 70 Prozent aller Wahlplakate im Kanton Bern Amstutz-Plakate, und der Rest waren Luginbühl-Plakate. Da ist das Resultat von Alec von Graffenried und mir doch wirklich fantastisch.
Die Linke kann im zweiten Wahlgang aber nur erfolgreich sein, wenn sie sich auf eine Kandidatur einigt. Müssen die Grünen ihren Kandidaten von Graffenried zurückziehen?
Wir haben diesen Wahlkampf gemeinsam geführt und werden jetzt gemeinsam entscheiden, wie wir in den zweiten Wahlgang gehen wollen. Wir werden uns für die Strategie entscheiden, mit der wir die besten Chancen haben. Ich meinerseits bin selbstverständlich bereit und motiviert, in den zweiten Wahlgang zu gehen.
Hand aufs Herz: Sie haben nur eine Chance, wenn die Grünen ihre Kandidatur zurückziehen.
(überlegt) Ich weiss nicht, ob das so wirklich sicher ist. Es gibt für beide Varianten Argumente. Für zwei linke Kandidaturen spricht, dass wir so vielleicht besser mobilisieren könnten. Dagegen spricht, dass sich die beiden Kandidaturen natürlich gegenseitig konkurrenzieren würden.
Nehmen wir mal an, Sie treten am 20.November als einziger Kandidat der Linken an. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
(Schaut auf die Leinwand mit den Ergebnissen) Wenn ich das alles so zusammenrechne – meine Stimmen, jene von EVP, CVP und auch neue Wählerschichten, die wir erreichen wollen –, dann ist nicht ausgeschlossen, dass wir im zweiten Wahlgang den Sitz von Simonetta Sommaruga verteidigen können.
Wie wollen Sie die Stimmen der Mitte abholen?
Ich habe noch nicht alles Pulver verschossen. Wir werden versuchen, möglichst vielen Bernerinnen und Bernern aufzuzeigen, dass der Kanton Bern im Ständerat eine ausgewogene Vertretung braucht. Es müssen nicht zwei bürgerliche Herren aus dem Oberland sein, die unseren vielfältigen Kanton vertreten, sondern es mag da durchaus auch einen Vertreter einer anderen Gesinnung und einer anderen Region «verlyde».
Bei welchen Parteien wollen Sie zusätzliche Stimmen abholen?
(überlegt) Ich versichere Ihnen: Ich bin nicht «schnäderfrääsig».
(Berner Zeitung)
Erstellt: 24.10.2011, 08:38 Uhr
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8 Kommentare
Gut gepunktet Hans Stöckli. Hoffentlich mobilisieren die urbanen Stimmbürger des Kantons Bern für den 2. Wahlgang die nötigen Kräfte gegen die Zürich-hörigen Oberländer und Oberaargauer, dass Amstutz abgewählt werden kann. Wenns schon ein Oberländer sein muss, dann ist Luginbühl unbestritten die bessere Wahl und der Stand Bern muss sich nicht schämen. Antworten
Herr Stöckli Ihre Worte "Dabei waren 60 bis 70 Prozent aller Wahlplakate im Kanton Bern Amstutz-Plakate", dieser Aussage kann man nicht widersprechen! Rechnet man nun die Amstutz-Plakate alleine mit 100% so waren 60-70% dieser Plakate verunstaltet oder zerstört und dies mit Bestimmtheit nicht von Amstutz Anhängern! Fazit, wenn dies das einzige Mittel der Gegner ist, dann Fehlen die Argumente! Antworten

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