Gesundheitsdirektor sieht neue Spitalfinanzierung als Grund für sinkende Krankenkassenprämien
Aktualisiert am 28.09.2011 5 Kommentare
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Zurückzuführen ist dies insbesondere auf die neue Spitalfinanzierung, wie der bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP) am Mittwoch auf Anfrage sagte.
Perrenoud sprach von «einem Kostentransfer». Denn mit der neuen Finanzierung verschieben sich Kosten ab 2012 von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zur öffentlichen Hand.
Gerechnet wird mit einer Mehrbelastung des Kantonshaushalts von rund 260 Millionen Franken. Auf eine Steuererhöhung zur Kompensation dieses Betrags werde aber im Budget 2012 verzichtet, heisst es in einer Mitteilung von Perrenouds Direktion vom Mittwoch.
Für 2011 waren die durchschnittlichen Prämien im Kanton Bern noch um 8,6 Prozent gestiegen. 2010 hatten die Bernerinnen und Berner gar eine Erhöhung von 11,5 Prozent hinnehmen müssen.
Für Jugendliche dennoch teurer
Im nächsten Jahr bezahlen allerdings die Jugendlichen zwischen 19 und 25 Jahren im Kanton Bern erneut mehr für die Krankenkasse. Mit 1,2 Prozent fällt die Erhöhung aber vergleichsweise moderat aus. Die monatliche Prämie beträgt für diese Kategorie im Durchschnitt 367 Franken.
Das Gesetz erlaubt es den Versicherern, für Jugendliche tiefere Prämien festzusetzen als für Erwachsene. Deshalb sei davon auszugehen, dass in dieser Kategorie die Prämien in den vergangenen Jahren zum Teil viel zu tief angesetzt worden seien, schreibt die GEF. Bei den Kindern hingegen sinkt die Durchschnittsprämie im nächsten Jahr um 1,8 Prozent auf 96 Franken.
Bern und Tessin als Ausnahmen
Gesamtschweizerisch steigen die Prämien für Erwachsene um 2,2 Prozent. Senkungen gibt es nur in den Kantonen Bern und Tessin. Perrenoud bezeichnete die Situation am Mittwoch auf Anfrage «als klärend». Bern und Tessin verzeichneten beide den gleichen Effekt. Beide Kantonshaushalte erfahren eine Mehrbelastung.
Trotz leicht sinkender Prämien müssen aber Bernerinnen und Berner immer noch im Schnitt 34 Franken mehr als die Schweizer in ihrer Gesamtheit bezahlen.
Die Entwicklung der Prämien sollte der prognostizierten Entwicklung des Kostenanteils der Versicherer folgen, wie die GEF schreibt. Die Krankenkassen rechneten mit einer Senkung der Bruttoleistung pro Versicherten zu Lasten der obligatorischen Versicherung um 2,4 Prozent.
Damit liesse sich eine Prämiensenkung von 2,4 Prozent rechtfertigen, hält die GEF fest. Doch auch wenn die Krankenversicherer die Entlastung nicht in vollem Umfang an die Prämienzahler weitergäben, gebe es trotzdem eine gewisse Stabilisierung der Prämien.
Die GEF führt die leicht sinkenden Krankenkassenprämien aber nicht nur auf die Teilrevision Spitalfinanzierung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) zurück. Auch die Massnahmen des Kantons Bern der vergangenen Jahre zur Kosteneindämmung wirkten sich positiv aus. (met/sda)
Erstellt: 28.09.2011, 10:36 Uhr
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5 Kommentare
Eben: Kostenverschiebungen, nicht Kostensenkungen. Dazu bräuchte es einschneidende Massnahmen, auf der Patienten- wie auf der Anbieterseite, allen voran bei den zu vielen und zu teuren Spitälern und Spezialisten. Das aber überlebt politisch (noch) kein Gesundheitsdirektor. Antworten
Wie bitte!? In der heutigen Ausgabe des Tagi werden Erhöhungen der KK Prämien aufs 2012 angekündigt! Und was ist jetzt, billiger oder teurer? Ist eh egal, wir können und ja sowieso nicht wehren und müssen zahlen, was immer die KK's von uns verlangen... Danke liebe Politiker in Bern!! Antworten

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