FDP setzt auf Claudine Esseiva

Die FDP des Kantons Bern schickt Claudine Esseiva ins Rennen um einen der zwei Berner Ständeratssitze. Dies beschlossen die Delegierten im zweiten Wahlgang.

Spricht besonders Frauen sowie junge Wählerinnen und Wähler an: Claudine Esseiva, gepusht von den FDP-Frauen und den Jungfreisinnigen, setzte sich im zweiten Wahlgang durch.

Spricht besonders Frauen sowie junge Wählerinnen und Wähler an: Claudine Esseiva, gepusht von den FDP-Frauen und den Jungfreisinnigen, setzte sich im zweiten Wahlgang durch. Bild: Markus Hubacher

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Die FDP-Delegierten hatten gestern die Qual der Wahl: Zu Beginn der Delegiertenversammlung präsentierten ihnen Parteipräsident Pierre-Yves Grivel und Sascha Zahnd, Präsident der Findungskommission, die drei möglichen Ständeratskandidaten.

Es waren dies die 35-jährige Claudine Esseiva, Geschäftsführerin der Liberalen Frauen Schweiz, der 57-jährige Grossrat Peter Flück und Adrian Haas (54), Präsident der FDP-Grossratsfraktion. Alle drei, wie Grivel betonte, «herausragende Persönlichkeiten, die über den nötigen Leistungsausweis verfügen». Alle drei kandidieren auch für den Nationalrat.

Junge und Frauen für Esseiva

Zwar zeichnete sich in der vorgängigen Frage- und Diskussionsrunde ein Sieg Esseivas bereits ab, zumal sich einige Votanten wie etwa die FDP-Frauen oder die Jungfreisinnigen klar für ihre Nomination aussprachen. Sie habe gelernt, sich politisch durchzusetzen, sei aufgrund ihrer Zweisprachigkeit auch in der Romandie gut vernetzt und würde zudem junge Wählerinnen und Wähler ansprechen, erklärte die Präsidentin der FDP-Frauen.

Dennoch waren zwei Wahlgänge nötig. Im ersten erzielte Esseiva 75 und verfehlte damit das absolute Mehr um nur 2 Stimmen. Peter Flück erhielt 41 und Adrian Haas 37 Stimmen. Im zweiten Wahlgang obsiegte schliesslich Esseiva mit 86 Stimmen. Mit ihrer Nomination positioniert sich der Berner Freisinn allerdings links der Parteilinie der nationalen FDP.

Die Chancen, dass die FDP den Sprung ins Stöckli schafft, sind jedoch gering. Vor allem, wenn beide bisherigen Berner Ständeräte erneut antreten. Hans Stöckli (SP) hat sich bereits entschieden (siehe auch Artikel rechts), Werner Luginbühl (BDP) will sich mit dem Entscheid zwar bis Ende Jahr Zeit lassen.

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass er kandidieren wird. Die SVP steigt mit Nationalrat Albert Rösti ins Rennen, die Grünen haben Grossrätin Christine Häsler nominiert und die EVP Nationalrätin Marianne Streiff. Auch die Grünliberalen planen mit einer Kandidatin oder einem Kandidaten ins Rennen zu steigen.

Absage der Nationalräte

Nicht zur Verfügung standen die beiden Berner FDP-Nationalräte Christian Wasserfallen und Christa Markwalder. Beide hatten bereits 2011 fürs Stöckli kandidiert. Wasserfallen schaffte es damals nur auf den fünften Platz, Markwalder bei der Ersatzwahl für die in den Bundesrat gewählte Simonetta Sommaruga (SP) immerhin auf den dritten Platz.

Bei Markwalder dürfte die Absage allerdings auch damit begründet sein, dass sie 2016 voraussichtlich das Nationalratspräsidium übernehmen wird. Wasserfallen will sich nach eigener Aussage auf die Arbeit im Nationalrat konzentrieren.

Parolen: Dreimal Nein

Die Delegierten fassten gestern die Parolen für die nationale Abstimmung vom 30.November. Zur Volksinitiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung referierten als Befürworterin die Thuner SP-Gemeinderatskandidatin Sandra Rupp und als Gegner FDP-Kontrahent Markus van Wijk.

Während Rupp für Gleichheit und Gerechtigkeit plädierte, rief Van Wijk dazu auf, die Vorlage im Interesse des Mittelstands abzulehnen. Die Delegierten sagten klar Nein zur Vorlage. Sie lehnten auch die Ecopop-Initiative ab. Die Parteileitung empfahl die Goldinitiative ebenfalls zur Ablehnung. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.11.2014, 06:08 Uhr

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