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«Es wird zu wenig Holz geerntet»

Von Susanne Graf. Aktualisiert am 26.04.2011 4 Kommentare

Dem Wald drohe noch lange keine Plünderung, obwohl er gegenwärtig intensiver genutzt werde als auch schon, sagt Adrian Meier vom kantonalen Amt für Wald.

Adrian Meier, Amt für Wald. (Bild: zvg)

Zur Person

Adrian Meier leitet den Fachbereich Waldbewirtschaftung und ist stellvertretender Leiter Stabsabteilung des Amtes für Wald im Kanton Bern.

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Herr Meier, werden Sie im Amt für Wald häufig mit Reklamationen aus der Bevölkerung konfrontiert?
Adrian Meier: In letzter Zeit haben wir zunehmend Reaktionen. Es gibt zustimmende, mehrheitlich aber kritische Stimmen.

Weil die Leute nicht verstehen, warum im Wald plötzlich so rigoros eingegriffen wird?
Es ist ja positiv, wenn den Leuten nicht egal ist, was im Wald passiert. Aber ich stelle fest, dass die Reklamationen vor allem aus den Agglomerationen kommen und weniger aus ländlichen Gegenden, obwohl dort auch Hunderttausende Kubikmeter Holz genutzt werden.

Wie erklären Sie sich das?
Jemand mit bäuerlichen Wurzeln kann wohl eher nachvollziehen, wie Holz geerntet wird. Scheinbar ist sich die Bevölkerung auch nicht mehr an Holzschlag gewohnt, weil in den letzten Jahrzehnten zu wenig Holz genutzt wurde.

Droht es jetzt ins Gegenteil zu kippen? Wird der Wald geplündert?
Überhaupt nicht. Im Berner Wald wird nach wie vor zu wenig Holz geerntet. Nachhaltige Walderhaltung braucht eine stärkere Nutzung. Holzschlag, auch intensiver, fördert die Biodiversität. Der Wald braucht Licht, damit er sich verjüngen kann. Wir haben zu dunkle und zu holzreiche Wälder.

Sie können es verantworten, wenn es im Berner Wald nach dem Holzen aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen?
Im Nutzwald ist dies Sache des Waldbesitzers. Der Förster kann ihn nur beraten. Im Kanton Bern gehören über 80 Prozent des Waldes Privaten und Organisationen, die das Defizit der Holznutzung aus dem eigenen Sack berappen müssen. Ich verstehe, wenn sie bei der Bewirtschaftung darauf achten, dass die Rechnung aufgeht. Wenn zum Beispiel ein Seilkran installiert werden muss, sind die Fixkosten so gross, dass es eine bestimmte Holzmenge braucht. Es müsste schon sehr extrem zugehen, wenn Förster eine Holzschlagbewilligung verweigern würden.

Aber der Eindruck, dass sich die Holznutzung verändert hat, täuscht nicht?
Nein, sie hat sich verändert. Aber diese Veränderungen sind auch ein Spiegel verschiedener anderer Entwicklungen. In den 60er-Jahren reichte ein Kubikmeter Holz einem Waldarbeiter noch für den Lohn einer Woche, heute reicht die gleiche Menge noch für eine Stunde. Auch die Einstellung zu den Möbeln hat sich geändert: Früher behielt man einen Schrank hundert Jahre lang, heute wechselt man alle fünf Jahre. Wenn wir unseren Wald hier nicht nutzen, wird das Holz importiert, und damit werden andernorts ökologisch wesentlich grössere Probleme verursacht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.04.2011, 11:04 Uhr

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4 Kommentare

Urs Wälchli

26.04.2011, 12:40 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wann will ja in der Energieproduktion gewollt auf erneuerbare Energieträger setzen, da an forderster Front auch Pro Natura und jetzt schiesst mann in den Rücken? Wenn der Wald wirklich einen grösseren Anteil zur Energieproduktion beitragen soll , dann muss die Nutzung noch sehr intensiviert weden und das bis heute war nur der Anfang. Lieber Jan Ryser, äs git nid z'Füfi ud z'Weggli!!!!! Antworten


paul rohner

26.04.2011, 12:51 Uhr
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Danke für diesen positiven Artikel.Jetzt besorge ich mir eine Motorsäge und tue was für die Biodiversität.Das soll ja den Bäumen gut tun.Zu wem kann ich die Grünen und Ordnungshüter in den Biodiversitätskurs schicken,wenn sie sich mit Schreiblock,besser noch,mit Bussenblock auf meinem Grundstück tummeln.Wie man weiss,ist Holz derzeit sehr gefragt,ist dies etwa die Lösung des Biodiversitätsproblem. Antworten



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