Erstmals erhält ein Berner Forscher den «Nobelpreis der Krebsforschung»
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Eduardo Moreno forscht am Institut für Zellbiologie in Bern und erhält den Preis für seine Forschung auf dem Gebiet des Wettbewerbs zwischen Zellen (Zellkompetition). Zellen in einem Gewebe würden zwar kooperien, aber auch ständig eine Art «soziale» Kontrolle durchführen, um Zellen zu eliminieren, die nur mässige Leistungen erbringen.
Morenos Grundlagenforschung zur Zellkompetition hat einen Mechanismus aufgedeckt, der wahrscheinlich frühe Stadien der Krebsbildung und Metastasierung erklären kann. Das gewonnene Wissen eröffnet laut Mitteilung neue Perspektiven zur Entwicklung von Nachweisstoffen, um Krebs potenziell früher zu erkennen und seine Ausbreitung mittels Blockierung der Zellkompetition zu unterbinden.
Code auf Zelloberfläche entdeckt
Der Gruppe von Moreno ist es unter anderem gelungen, einen Code auf der Zelloberfläche zu identifizieren, mit welchem Zellen ständig die Fitness ihrer Zellnachbarn überprüfen, um bei Gelegenheit die schwächeren Mitglieder aktiv zum Zelltod zu bewegen. Diese Selektion stellt laut Mitteilung normalerweise sicher, dass ein Gewebe immer aus den besten Zellen zusammengesetzt ist und nicht vorschnell altert.
Moreno konnte aber auch zeigen, dass gewisse Mutationen Zellen in so genannte Superkompetitoren verwandeln können, die danach gesunde Gewebszellen als «ungenügend» einstufen und zum Zelltod zwingen. Der dabei frei gewordene Platz wird danach von den mutanten Zellen eingenommen.
Diese vermehren sich so schleichend im Gewebe, dass kein unkontrolliertes Wachstum – beziehungsweise Krebs – feststellbar ist. Sie bieten aber eine Plattform für die Ansammlung von weiteren Mutationen, was schliesslich zu Krebs führen kann.
Öffentliche Feier
Der Krebsforschungspreis der Josef Steiner Stiftung wird jährlich verliehen, um ein hervorragendes Forschungsprojekt für vier Jahre mit einer Million Franken zu unterstützen. Nicht zuletzt deshalb gilt er als einer der bedeutendsten Preise der Krebsforschung.
Geehrt wurde ebenfalls Professor Christoph Klein von der Universität Regensburg. Die Preisverleihung fand am Freitagnachmittag an der Universität Bern in einer öffentlichen Feier mit Vorträgen der beiden Wissenschaftler statt. (mau/pd)
Erstellt: 07.10.2011, 14:43 Uhr
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