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Erstmals SVP-Hardliner im Ständerat

Von Jon Mettler. Aktualisiert am 06.03.2011 239 Kommentare

Adrian Amstutz ist neuer Berner Ständerat. Der SVP- Hardliner setzte sich am Sonntag in der Ständerats-Ersatzwahl gegen Kontrahentin Ursula Wyss von der SP durch - allerdings nur knapp. Für die SVP ist die Wahl dennoch ein Prestige-Erfolg zum Auftakt des Wahljahres 2011.

1/9 Adrian Amstutz nimmt den verdienten Blumenstrauss in Empfang, nachdem er kurz zuvor zum Ständerat des Kantons Bern gewählt wurde.
Bild: Reuters

   

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

  • Zusammenfassung 19.50 Uhr  

    Adrian Amstutz ist neuer Berner Ständerat. Der SVP- Hardliner setzte sich am Sonntag in der Ständerats-Ersatzwahl gegen Kontrahentin Ursula Wyss von der SP durch – allerdings nur knapp. Für die SVP ist die Wahl dennoch ein Prestige-Erfolg zum Auftakt des Wahljahres 2011.

    Der Erfolg im Kanton Bern sei ein Ansporn für die ganz Partei, bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst «Unmögliches möglich zu machen» und in der kleinen Kammer weiter zuzulegen, sagte SVP- Parteipräsident Toni Brunner auf Anfrage.

    Amstutz holte bei der Stichwahl vom Sonntag 163'537 Stimmen, Wyss kam auf 159'900. Die Stimmbeteiligung lag bei unerwartet hohen 46,3 Prozent. Der Berner Oberländer lag von Anfang an in den ländlichen Gebieten in Führung, Wyss punktete vor allem in den Städten und Agglomerationen. Die Ersatz-Wahl wurde nötig, weil die bisherige SP- Ständerätin Simonetta Sommaruga in den Bundesrat gewählt worden war.

    «Meinen Stil gewählt»

    Amstutz freute sich über den knappen Sieg: «Der intensive Wahlkampf hat sich gelohnt, jede Stimme hat gezählt», sagte er vor Journalisten im Berner Rathaus. Seine markanten Aussprüche hätten ihm offenkundig nicht geschadet: «Die Leute haben auch meinen Stil gewählt.»

    Der Berner Oberländer gilt als hemdsärmliger Politiker und «Blochers Mann in Bern». In seinem neuen Amt werde er sich selber treu bleiben und weiterhin «Klartext reden», betonte Amstutz, der bisher für die SVP im Nationalrat sass.

    Mit Amstutz habe die SVP erstmals einen Hardliner im Ständerat, sagte Politologe Georg Lutz auf Anfrage. Der Berner Oberländer habe geschafft, was anderen SVP-Leitfiguren wie Christoph Blocher, Ueli Maurer oder Toni Brunner verwehrt blieb.


    Den Sitz von Adrian Amstutz im Nationalrat erbt der 44-jährige Thomas Fuchs. Der umtriebige Stadtberner hat in den letzten Jahren im Kantonsparlament politisiert.

    Enttäuschung und Freude

    Die am Sonntag unterlegene Ursula Wyss machte keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Zugleich freute sie sich aber auch über die «unglaubliche Mobilisierung unter SP, Grünen und Arbeitnehmenden». Dass ihr nur gerade 3600 Stimmen fehlten, sei im bürgerlichen Kanton Bern ein Erfolg, sagte sie vor Journalisten im Rathaus.

    Wyss habe den Rückstand auf Amstutz im zweitem Wahlgang am Sonntag um 16'000 auf noch gut 3600 Stimmen verkürzt und damit viele Mitte-Stimmen geholt, betonte auch SP-Präsident Roland Näf. Das verdiene Anerkennung.

    Für Politologe Lutz ist das knappe Resultat ein «Zufallsergebnis». Beide Lager hätten ihre Anhänger gut mobilisieren können, die Linke sogar über ihr Lager hinaus.

    Ein kleines Fragezeichen gibt es allerdings noch zur Wahl vom Sonntag: Hängig sind noch drei Stimmrechtsbeschwerden von Auslandbernern. Sie machen geltend, dass sie das Wahlmaterial erst kurz vor der Wahl erhalten hätten und so ihre Stimme nicht fristgerecht abgeben konnten.

    SVP-Angriff auf Ständerat

    Für die SVP Schweiz beginnt das eidgenössische Wahljahr mit der Wahl von Amstutz optimal. Die wählerstärkste Partei des Landes hat den Ständerat zu einem strategischen Ziel erklärt und will im Herbst in jedem Kanton für die kleine Kammer kandidieren.

    Seit diesem Wochenende hat die SVP nun 7 der 46 Ständeratssitze. Amstutz muss sein Mandat allerdings bereits im Herbst gegen harte Konkurrenz verteidigen. Zur Wiederwahl antreten wird auch der zweite Berner Ständerat, Werner Luginbühl von der BDP (vormals SVP).

    Die beiden Sitze dürften im Herbst heiss begehrt sein. Bereits am Sonntag haben verschiedenste Parteien Ansprüche angemeldet. Politologe Georg Lutz sieht besonders bei den Bürgerlichen ein gewisses Konfliktpotenzial, da dort schon drei Parteien in den Startlöchern stehen.

    (sda)

  • Reaktionen 18.10 Uhr  

    Der Präsident der SVP Schweiz, Toni Brunner, freut sich über den Ausgang der Berner Ständeratswahl: Der Erfolg von Adrian Amstutz sei ein Ansporn für die ganze Partei, im Herbst «Unmögliches möglich zu machen» und in der kleinen Kammer weiter zuzulegen.


    Die SVP hat seit Sonntag 7 von 46 Sitzen im Ständerat, will ihren Besitzstand aber weiter ausbauen und deshalb möglichst in jedem Kanton antreten. Das sei bitter nötig, denn die kleine Kammer sei in den letzten Jahren immer mehr nach links gerutscht, sagte Toni Brunner am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

    Im Kanton Bern habe die SVP nun mit einem themenorientierten Wahlkampf - gegen den EU-Beitritt, für einen starken Wirtschaftsstandort - Erfolg gehabt. Früher habe man ja beim Ständerat stets von «Persönlichkeitswahlen» gesprochen, dabei müsse es auch hier um Themen und Positionen gehen, sagte Brunner.

    Der bernischen SVP sei es diesmal - anders als bei den Regierungsratswahlen 2010 - gelungen, die eigene Wählerschaft gut zu mobilisieren, stellte Brunner fest. Das sei bitter nötig gewesen, zumal FDP und BDP nicht imstande gewesen seien, sich klar gegen eine sehr linke Kandidatin und für einen bürgerlichen Bewerber zu entscheiden.

    Der «Sturm auf den Ständerat» werde sicher nicht schon in diesem Herbst überall erfolgreich sein, mahnte Brunner. «Das ist ein mittelfristiges Projekt.» Der Kanton Bern sei immerhin ein guter Anfang.

    (sda)

  • Erstmals Hardliner in Ständerat  

    Für die SVP sei dieser Prestigeerfolg vor den kommenden eidgenössischen Wahlen im Herbst sicherlich eine Genugtuung. Lutz sieht im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen ein gewisses Konfliktpotenzial unter den Bürgerlichen im Kanton Bern. Mindestens drei Parteien möchten für einen Ständeratssitz kandidieren.

    Wie die Bürgerlichen dieses Problem lösen wollen, ist noch offen. Für die SVP sei die Ausgangslage seit Sonntag sicher günstig, weil sie mit Amstutz im Herbst einen Bisherigen ins Rennen schicken könne, führte Lutz aus.


    Zufallsresultat

    Für den Politologen ist das knappe Ergebnis der Stichwahl vom Sonntag mit rund 3600 Stimmen Unterschied «ein Zufallsresultat», wie er auf Anfrage betonte. Beide Kandidierende hätten ein gutes Ergebnis erzielt und ihre jeweiligen Lager stark mobilisiert. Die Linke habe sogar über ihr eigenes Lager hinaus Wählerinnen und Wähler ansprechen können.


    SP-Kandidatin Ursula Wyss habe im Vergleich zum ersten Wahlgang tendenziell eher Stimmen gutgemacht, führte Lutz aus. Letztlich habe das aber nicht ausgereicht, um Amstutz abzufangen.


    Bürgerliches Bern

    «Bern ist ein bürgerlicher Kanton», gab der Politologe zu bedenken. Mit der Wahl von Simonetta Sommaruga in den Ständerat im Jahr 2003 sei eine Ausnahmesituation entstanden.

    Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es schwer werden dürfte, den nach Sommarugas Wahl in den Bundesrat frei gewordenen Ständeratssitz in den Reihen der SP zu halten, sagte Lutz.

    Lutz zeigte sich überrascht über die hohe Stimmbeteiligung von über 46 Prozent. Offensichtlich hätten sich viele Bürgerinnen und Bürger gesagt, sie wollten lieber mitentscheiden anstatt zu Hause zu bleiben.

    Im Vorfeld der Stichwahl wurde befürchtet, dass gerade bürgerliche Mittewähler den Urnen fernbleiben könnten, da ihnen Amstutz zu rechts und Wyss zu links war.

    (sda)

  • Videointerview mit Thomas Fuchs  

  • Videointerview mit Ursula Wyss  

  • Ursula Wyss enttäuscht und erfreut zugleich  

    Die unterlegene Berner Ständeratskandidatin Ursula Wyss (SP) hat am Sonntag keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung gemacht. Zugleich freute sie sich über die «unglaubliche Mobilisierung» unter SP, Grünen und Arbeitnehmern.

    Dass am Schluss nur gerade 3600 Stimmen fehlten, sei im bürgerlich dominierten Kanton ein grosser Erfolg, sagte Wyss vor Journalisten im Rathaus. Das Abstimmungsresultat sei eine Motivationsspritze für die SP im Hinblick auf die Wahlen vom Herbst.

    Ob sie dannzumal wieder für den Ständerat kandidieren wird, liess Wyss offen. Das müsse sie zuerst mit ihrer Familie und mit der Partei besprechen. Sicher sei, dass die SP wieder antreten werde, denn jetzt sei der «grosse, vielfältige» Kanton Bern im Ständerat sehr einseitig vertreten.

    Dass sie den Sitz ihrer Parteigenossin Simonetta Sommaruga nicht habe halten können, sei zwar enttäuschend, räumte Wyss ein. Sie wies zugleich darauf hin, dass es Sommaruga auch erst im zweiten Anlauf in den Ständerat geschafft habe.

    Wyss gratulierte im Rathaus ihrem Kontrahenten Adrian Amstutz. Die beiden hatten sich über Monate einen harten Wahlkampf geliefert. Am Sonntag waren sie sich wenigstens in einem Punkt einig: Die hohe Stimmbeteiligung sei sehr erfreulich, sagte Wyss – sie liege ganz im Interesse einer funktionierendem Demokratie, hielt Amstutz fest.

    (sda)

  • Videointerview mit Adrian Amstutz  

  • SVP Kanton Bern jubelt  

    Die SVP Kanton Bern zeigte sich in einer ersten Stellungnahme «erfreut» über den Wahlerfolg von Adrian Amstutz. Der Erfolg stelle eine Bestätigung der Politik der SVP Kanton Bern dar. Die SVP Kanton Bern werde nun alles daran setzen, damit die Wiederwahl am 23. Oktober 2011 gelinge.

  • Zusammenfassung 15.48 Uhr  

    Adrian Amstutz (SVP) ist neuer Berner Ständerat. Der 57-jährige Rechtspolitiker aus dem Oberland setzte sich in der Ständerats-Ersatzwahl knapp gegen Ursula Wyss (SP) durch und bescherte der SVP einen Prestige-Erfolg zum Auftakt des Wahljahres 2011.

    Im zweiten Wahlgang holte Amstutz 50,6 Prozent der Stimmen, wie die bernische Staatskanzlei am Sonntag mitteilte. Wyss musste sich mit 49,4 Prozent begnügen. Die Stimmbeteiligung lag bei unerwartet hohen 46,3 Prozent.

    Amstutz freute sich über den knappen Sieg: «Der intensive Wahlkampf hat sich gelohnt, jede Stimme hat gezählt», sagte er vor Journalisten im Rathaus. Entscheidend sei wohl gewesen, dass er im Volk verankert sei und kein Berufspolitiker sei. Seine markanten Aussprüche hätten ihm offenkundig nicht geschadet: «Die Leute haben auch meinen Stil gewählt.»

    Die unterlegene Ursula Wyss wurde von ihren Parteigenossen im Rathaus mit lang anhaltendem Applaus gefeiert. Wyss habe den Rückstand auf Amstutz im zweitem Wahlgang um 16'000 auf noch gut 3600 Stimmen verkürzt und damit viele Mitte-Stimmen geholt, sagte SP- Präsident Roland Näf. Das verdiene Anerkennung.

    Die ländliche Bevölkerung verhalf Amstutz zum Sieg: Wie schon im ersten Wahlgang setzte sich der SVP-Mann zum Beispiel im Emmental, im Oberaargau und im Berner Oberland deutlich durch.

    Wyss siegte dagegen in den Städten Bern und Biel und erneut auch im Berner Jura. Doch das reichte nicht ganz aus, um Amstutz noch abzufangen.

    Beschwerden hängig

    Die Stichwahl vom Sonntag wurde überschattet von drei Stimmrechtsbeschwerden. Auslandberner machen geltend, sie hätten das Wahlmaterial erst kurz vor der Wahl erhalten und hätten so ihre Stimme nicht fristgerecht abgeben können.

    Das Verwaltungsgericht wird über die Beschwerden befinden. Der Kanton Bern zählt rund 12'500 Stimmberechtigte im Ausland.

    SVP-Angriff auf Ständerat

    Für die SVP Schweiz beginnt das eidgenössische Wahljahr mit der Wahl von Amstutz optimal. Die wählerstärkste Partei des Landes hat den Ständerat zu einem strategischen Ziel erklärt und will im Herbst in jedem Kanton für die kleine Kammer kandidieren.

    Seit diesem Wochenende hat die SVP nun 7 der 46 Ständeratssitze. Amstutz muss sein Mandat allerdings bereits im Herbst gegen harte Konkurrenz verteidigen.

    BDP-Ständerat Werner Luginbühl tritt sicher an, ebenso Nationalrat Alec von Graffenried von den Grünen. Die SP will ebenfalls wieder antreten, «am liebsten mit Ursula Wyss», wie Kantonalpräsident Näf sage. Die FDP hat sich bisher nicht in die Karten blicken lassen.

    Fuchs im Nationalrat

    Den Sitz von Adrian Amstutz im Nationalrat erbt der 44-jährige Thomas Fuchs. Der umtriebige Stadtberner hat in den letzten Jahren im Kantonsparlament politisiert.

    (sda)

  • FDP gratuliert Amstutz  

    Die FDP des Kantons Bern hat am Sonntagnachmittag Adrian Amstutz zum Wahlsieg gratuliert. Die Partei zeigte sich «erfreut, dass der Kanton Bern nach sieben Jahren wieder zwei bürgerliche Standesvertreter in die Kleine Kammer entsenden wird». Die Freisinnigen würden aber die Positionen von Amstutz im Ständerat «kritisch hinterfragen», hiess es in einem Communiqué weiter. Insbesondere sein Verhältnis zu den bilateralen Verträgen sowie seine Haltung zur Sicherung der Sozialwerke werde die FDP genau verfolgen.

  • Übersicht 15.12 Uhr  

    Adrian Amstutz von der SVP hat am Sonntag die Ständerats-Stichwahl im Kanton Bern für sich entschieden. Der Berner Oberländer erzielte 163'537 Stimmen, seine Konkurrentin, Ursula Wyss von der SP kam auf 159'900 Stimmen.

    Hohe Stimmbeteiligung

    Der Berner Oberländer Amstutz lag von Anfang an in den ländlichen Regionen in Führung. Wyss konnte im Berner Jura und in den städtischen Regionen punkten. Die Stimmbeteiligung war mit 46,3 Prozent hoch, bedenkt man, dass keine weiteren Wahl- oder Abstimmungsvorlagen die Leute an die Urne lockten.

    Zudem war im Vorfeld des zweiten Wahlgang befürchtet worden, dass viele Bürgerinnen und Bürger der Urne fernbleiben könnten, weil ihnen weder Amstutz noch Wyss passten.

    Gerade die Mitteparteien taten sich schwer und gaben keine Wahlempfehlungen aus. Der stramm auf Kurs der Zürcher SVP politisierende Amstutz war vielen zu hemdsärmlig, Wyss aber klar zu links.

    In der Endabrechnung zeigte sich nun aber, dass die Stichwahl die Bürgerinnen und Bürger durchaus bewegte. Die Zahl der leeren oder ungültigen Wahlzettel war nicht ungewöhnlich hoch.

    Mit der Wahl von Amstutz hat der Kanton Bern in der kleinen Kammer nun wieder eine bürgerliche Doppelvertretung. Dies war im Kanton Bern jahrzehntelang der Fall, bis Simonetta Sommaruga (SP) 2003 einen der beiden Ständeratssitze eroberte. Mit ihrer Wahl in den Bundesrat wurde der Sitz im «Stöckli» frei.

    Den zweiten Berner Ständeratssitz hält Werner Luginbühl von der BDP. Er und Amstutz müssen sich im kommenden Herbst bei den eidgenössischen Wahlen zur Wiederwahl stellen. Es ist zu erwarten, dass der Ansturm auf die Sitze gross sein wird.

    (sda)

  • Detaillierte Resultate zum Runterladen  

    Die Resultate aller Verwaltungskreise und Gemeinden im PDF-Format finden Sie hier.

  • Das Endergebnis im Detail  

    Adrian Amstutz: 163'537 Stimmen

    Ursula Wyss: 159'900 Stimmen

    Die Stimmbeteiligung lag bei 46,3 Prozent

  • Das Endergebnis  

    Adrian Amstutz ist gewählt!

  • Amstutz freut sich über hohe Stimmbeteiligung  

    Im Berner Rathaus werden demnächst die Resultate der Ständerats-Stichwahl erwartet. SVP-Kandidat Adrian Amstutz ist vor Ort eingetroffen. Er freue sich über die hohe Stimmbeteiligung, sagte er vor Journalisten.

    Die hohe Stimmbeteiligung liege im Interesse der Demokratie, führte Amstutz aus. Zum Wahlausgang äusserte er sich nicht.

    Amstutz liegt nach Auszählung von neun der zehn Verwaltungskreise mit 106'472 Stimmen vor Gegenkandidatin Ursula Wyss von der SP mit 81'742 Stimmen. Noch ausstehend sind die Resultate aus dem bevölkerungsstarken Verwaltungskreis Bern-Mittelland.

    (sda)

  • Zügige Auszählung  

    Die Auszählung der Stimmen kommt schneller voran als erwartet. Das Endergebnis dürfte demnach schon zwischen 14 und 15 Uhr vorliegen. Es muss nur noch der Verwaltungskreis Bern-Mittelland mit der Stadt Bern ausgezählt werden. Die Frage ist nun, ob die Stadt Bern das Resultat noch zum Kippen bringen kann.

  • Fünftes Zwischenresultat  

    Zwischenresultat von 14.04 Uhr (9 von 10 Verwaltungskreisen):

    Adrian Amstutz: 106'472 Stimmen

    Ursula Wyss: 81'742 Stimmen

    Die Wahlbeteiligung liegt bei 44,2 Prozent.

    Ausgezählt sind die Verwaltungskreise Biel/Bienne, Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Berner Jura, Oberaargau, Obersimmental-Saanen, Seeland (neu) und Thun.

  • Viertes Zwischenresultat  

    Zwischenresultat von 13.54 Uhr (8 von 10 Verwaltungskreisen):

    Adrian Amstutz: 94'228 Stimmen

    Ursula Wyss: 71'641 Stimmen

    Die Wahlbeteiligung liegt bei 44,2 Prozent.

    Ausgezählt sind die Verwaltungskreise Biel/Bienne, Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Berner Jura, Oberaargau, Obersimmental-Saanen und Thun (neu).

  • Drittes Zwischenresultat  

    Zwischenresultat von 13.37 Uhr (7 von 10 Verwaltungskreisen):

    Adrian Amstutz: 71'533 Stimmen

    Ursula Wyss: 55'210 Stimmen

    Die Wahlbeteiligung liegt bei 42,7 Prozent.

    Ausgezählt sind die Verwaltungskreise Biel/Bienne (neu), Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Berner Jura, Oberaargau und Obersimmental-Saanen.

  • Knappes Resultat  

    Die Hochrechnungen von Radio DRS zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Wyss und Amstutz. Das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis verzichtet deshalb bis zum Endergebnis darauf, einen Sieger oder eine Siegerin auszurufen.

  • Zweites Zwischenresultat  

    Zwischenresultat von 13.29 Uhr (6 von 10 Verwaltungskreisen):

    Adrian Amstutz: 61'762 Stimmen

    Ursula Wyss: 41'313 Stimmen

    Die Wahlbeteiligung liegt bei 43,7 Prozent.

    Ausgezählt sind die Verwaltungskreise Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Berner Jura, Oberaargau und Obersimmental-Saanen.

  • Erstes Zwischenresultat  

    Zwischenresultat von 13.19 Uhr (5 von 10 Verwaltungskreisen):

    Adrian Amstutz: 47'795 Stimmen

    Ursula Wyss: 31'502 Stimmen

    Die Wahlbeteiligung liegt bei 43,9 Prozent.

    Ausgezählt sind die Verwaltungskreise Emmental, Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli, Berner Jura und Oberaargau.

  • Das Resultat  

    Die Staatskanzlei des Kantons Bern rechnet damit, dass das Endergebnis zwischen 15 und 16 Uhr bekannt wird.

  • Ausgangslage  

    Die Bernerinnen und Berner entscheiden heute Sonntag definitiv, mit wem sie den frei gewordenen Ständeratssitz besetzen. Zur Stichwahl stellen sich zwei Politschwergewichte: SVP-Nationalrat Adrian Amstutz und SP-Nationalrätin Ursula Wyss. Erwartet wird ein knapper Entscheid, denn beide haben ihr traditionelles Wählerpotential mehrheitlich ausgeschöpft. Entscheidend ist deshalb, wer die Mittewähler auf seine Seite ziehen kann.

    Diese hatten im ersten Wahlgang im Februar noch für FDP-Frau Christa Markwalder oder für EVP-Mann Marc Jost eingelegt. Nach ihrem mässigem Abschneiden, treten beiden nicht mehr zur Stichwahl an. Das stürzt die Mittewähler in eine Dilemma: vielen ist Amstutz zu rechts, Wyss aber zu links. Weder die BDP noch die FDP oder die EVP haben eine Wahlempfehlung abgegeben. Politologe Georg Lutz vermutet darum, dass zahlreiche Mittewähler dem Urnengang fernbleiben.

    Leichter Vorteil für Amstutz

    Lutz ortet «ganz leichte Vorteile» für Amstutz. Die Stammwähler, die trotz der schwierigen Entscheidung an die Urne gehen, dürften tendenziell eher für den SVP-Mann einlegen, sagte der Politologe gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Nach ihrer geräuschvollen Abspaltung von der SVP kann sich die BDP zwar kaum offen zu Amstutz bekennen. Aber es wird erwartet, dass der eine oder andere BDPler über seinen Schatten springt und Amstutz wählt.

    An der FDP-Basis sind die Meinungen geteilt. Liberalere Kräfte dürften eher für Wyss stimmen, einzig um den für seine EU-kritische Haltung bekannten Amstutz zu verhindern. Konservativere Kräfte sehen im SVP-Mann letztlich wohl das kleinere Übel. Im Gegensatz zur zersplitterten bürgerlichen Mitte steht das rot- grüne Lager geschlossen hinter Wyss. Selbst die Grünliberalen haben sich ihr jüngst angeschlossen.

    Steile Aufsteiger

    Die 38-jährige Ursula Wyss ist schon früh in die Politik eingestiegen und hat bereits eine beachtliche Karriere hinter sich: mit 24 wurde sie ins Kantonsparlament gewählt, zwei Jahre später sass sie bereits im Nationalrat. Im Alter von 33 Jahren wurde die Stadtbernerin Chefin der SP-Bundeshausfraktion. Die Berufspolitikerin gilt als einflussreich und gut vernetzt. Bei den Nationalratswahlen 2007 erzielte Wyss im Kanton Bern das beste Ergebnis im rot-grünen Lager.

    Als steiler Aufsteiger gilt der 57-jährige Berner Oberländer Adrian Amstutz. Der Unternehmer aus Sigriswil schaffte 2003 den Sprung in den Nationalrat. Seit 2008 ist er Vizepräsident der SVP Schweiz. Amstutz politisiert im rechten Flügel der SVP und gilt als Blochers Mann in Bern. Er sagt von sich, dass er gerne Klartext rede und «lieber grob richtig als ganz genau falsch» liege. Bei den eidgenössischen Wahlen 2007 erzielte er im Kanton Bern das beste Ergebnis aller Kandidierenden.

    Formtest

    Die Stichwahl wird in der ganzen Schweiz mit Spannung verfolgt, denn sie gilt als Formtest für die eidgenössischen Wahlen im Herbst. Wer auch immer den nach der Wahl von Simonetta Sommaruga in den Bundesrat frei gewordenen Berner Ständeratssitz ergattert, muss sich in einem halben Jahr zur Wiederwahl stellen.

    Dannzumal werden die Karten neu gemischt, denn auch der zweite Berner Ständerat, Werner Luginbühl (BDP) wird seinen Sitz verteidigen müssen. Dies dürfte nicht einfach werden. Zudem wird erwartet, dass die in der Märzwahl unterlegenen Parteien einen neuen Anlauf nehmen. Und die Grünen haben bereits eine Kandidatur angekündigt, nämlich jene von Nationalrat Alec von Graffenried.

    (sda)

Erstellt: 06.03.2011, 14:25 Uhr

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239 Kommentare

peter pfrunder

07.03.2011, 08:57 Uhr
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Gratulation an Herr Amstutz zu seinem Erfolg bei den Ständeratswahlen im Kanton Bern. Bedauerlich ist nur,dass die Bürgerlichen - vor allem die FDP/BDP den wirtschaftsfreundlichen Kandidaten nicht unterstützten. Das zeigt,dass einige Bürgerliche das Risiko einer sozialistischen Politik der SP - siehe Lausanner Parteiprogramm - eindeutig unterschätzen. Hoffentlich kommt bei FDP nochdie Erleuchtung. Antworten


samuel wehrli

07.03.2011, 09:32 Uhr
Melden

Die Interessen des Kantons Bern und der SVP sind identisch. Die Berner Wählerinnen und Wähler haben noch nicht gemerkt, dass man mit der SVP die Sackgasse gewählt hat. Dies wir dein böses Erwachen geben! Amstutz ist nicht anderes als der politische Wasserträger für den Züricher SVP-Flügel um Blocher. Antworten



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