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Die Spitäler legen ihre Karten offen

Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 15.01.2014

Inselspital und Spital Netz geben Auskunft über ihre Notfallstationen, Regionalspitäler und Kosten. Mit ihrem Bericht beantworten sie bisher offene Fragen des Grossen Rats.

Bei der Spitalfusion zwischen dem Inselspital und Spital Netz Bern gab es offene Fragen, die von der Kommission des bernischen Grossen Rates geklärt werden sollen.

Bei der Spitalfusion zwischen dem Inselspital und Spital Netz Bern gab es offene Fragen, die von der Kommission des bernischen Grossen Rates geklärt werden sollen.
Bild: Keystone

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Im Notfallzentrum des Berner Inselspitals wird die gesamte Notfallmedizin in allen Disziplinen angeboten. In der Notfallstation des Tiefenauspitals, dem zweiten Akutspital in Bern, werden ebenfalls akutmedizinische Leistungen erbracht. Am Berner Zieglerspital, das sich auf Geriatrie und elektive Orthopädie konzentriert, wird in der Notfallaufnahme die notfallmedizinische Grundversorgung sichergestellt. An allen drei Standorten können sich Patienten somit rund um die Uhr direkt notfallmedizinisch versorgen lassen.

In Aarberg und Münsingen wird wie bisher eine Notfallstation rund um die Uhr betrieben. In Riggisberg ist tagsüber ebenfalls eine Notfallbehandlung möglich, nachts wird eine Notfallaufnahme angeboten. So beschreiben die Spitalverantwortlichen in einem Bericht an den Grossen Rat ihr Konzept der Notfallversorgung. Es ist eine von acht Auskünften, die der Rat mit Blick auf den Zusammenschluss von Inselspital und Spital Netz Bern AG gefordert hat. Der Bericht wurde gestern veröffentlicht. Zusätzlich standen die Spitalverantwortlichen am Montag der grossrätlichen Spitalkommission Red und Antwort.

Sinkende Preise

Im Bericht steht weiter, dass in Riggisberg das Einzugsgebiet zu klein für ein Spital sei. Eine Anschubfinanzierung soll dem Spital Riggisberg vorerst helfen, ein Defizit sei auf Dauer aber nicht tragbar.

Auch zu den Finanzen des Gesamtunternehmens nimmt der Bericht Stellung. Es sei eine Ergebnisverbesserung von mindestens 100 Millionen Franken pro Jahr nötig. Dafür sollen Kosten reduziert werden, etwa durch den Abbau von Stellen, Doppelspurigkeiten oder dank Synergiegewinn im Beschaffungsbereich. Die Spitalverantwortlichen rechnen mit einem sinkenden Basispreis. Dies bedeutet tiefere Kosten pro Patient, was für die Leistungsfinanzierer – also Prämien- und Steuerzahler – positiv ist. Weil allerdings mehr Patienten behandelt werden sollen, dürften die Kosten für die Leistungsfinanzierer in den Jahren 2013 bis 2017 trotzdem um 44 Millionen zunehmen. Das wäre aber ein geringerer Kostenanstieg als in den letzten Jahren. Im Bericht wird mit mehr Patienten im ambulanten Bereich aller Spitäler sowie im stationären Bereich des Inselspitals gerechnet.

«Zufrieden»

Die Spitalkommission ist mit den Auskünften zufrieden, wie sie gestern mitteilte. «Alle Fragen kamen auf den Tisch und wurden beantwortet», sagt Kommissionspräsidentin Barbara Mühlheim (GLP, Bern). Es seien keine weiteren Hearings nötig, die Kommission sehe ihre Arbeit als abgeschlossen. Auch Kommissionsmitglied Enea Martinelli, der dem Zusammenschluss der Spitäler bisher eher skeptisch gegenüberstand und der die Auskünfte im Grossen Rat angeregt hatte, ist zufrieden. Der BDP-Grossrat bezeichnet die von den Spitalverantwortlichen mündlich und schriftlich gelieferten Informationen als «Quantensprung». Zu den Kosten sei keine Frage unbeantwortet geblieben. Zudem hätten die Verantwortlichen klare Angaben zur Zukunft der Spitäler Aarberg, Münsingen und Riggisberg gemacht.

So ist die Kritik schwer nachvollziehbar, die das Initiativkomitee «Riggisberg ist überall» gestern in einer Mitteilung äusserte, noch bevor der Bericht veröffentlicht worden war. Es wirft den Spitalverantwortlichen mangelnde Transparenz und vage Aussagen vor. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.01.2014, 06:25 Uhr

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