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Die Ängste des BKW-Personals

Von Philippe Müller. Aktualisiert am 12.11.2011 17 Kommentare

Eben erst hat die BKW den Abbau von 55 Arbeitsplätzen angekündigt. Es dürften bald weitere Stellen gestrichen werden. Das verunsichert die 2800 Angestellten und ruft die Gewerkschaften auf den Plan.

Unruhe am Berner Viktoriaplatz: Das BKW-Personal befürchtet einen weiteren Stellenabbau.

Unruhe am Berner Viktoriaplatz: Das BKW-Personal befürchtet einen weiteren Stellenabbau.
Bild: Walter Pfäffli

Unruhe geht um in der BKW: Ende Oktober gab der Berner Stromkonzern bekannt, dass er im Bereich Netze 55 Stellen streicht. Dies vor dem Hintergrund, dass sich die BKW ein ambitioniertes Sparprogramm auferlegt hat und die Kosten markant senken will. Pro Jahr will sie 90 Millionen Franken einsparen. Um diese Vorgaben zu erreichen, wird ein weiterer Stellenabbau nötig sein. Und dieser Fakt macht einen Grossteil der 2800 BKW-Angestellten nervös.

Die Ungewissheit darüber, wie viele Stellen die BKW noch streichen wird und welche Sparten davon betroffen sein werden, setze der Belegschaft zu. Das sagt Michel Berger, Regionalsekretär Bern bei der Gewerkschaft VPOD (Verband des Personals öffentlicher Dienste). Die Meldungen von besorgten BKW-Mitarbeitern seien in den letzten Wochen häufiger geworden. «Dass das Personal beunruhigt ist, hat sich die BKW selber zuzuschreiben», sagt Berger. Er ist überzeugt: «Die BKW hätte es sich aufgrund ihrer gesunden Finanzlage leisten können, auf Entlassungen zu verzichten.» Der Stromkonzern schreibe nach wie vor satte Gewinne, auch wenn der Erlös im ersten Halbjahr 2011 um ein Drittel gesunken sei. Das Sparprogramm hält er in diesem Ausmass für eine übertriebene Vorsichtsmassnahme.

Personal hat kein Verständnis

Laut Ruedi Keller von der Unia Sektion Bern ist auch das BKW-Personal selber empört über das knallharte Sparprogramm. «Die Mitarbeiter wissen genau, dass der Konzern in den letzten Jahren Hunderte von Millionen Franken verdient hat. Da fehlt ihnen das Verständnis für den kommunizierten Stellenabbau.»

Sowohl Berger wie auch Keller kritisieren die BKW-Führung dafür, dass sie nicht mit Instrumenten wie der Kurzarbeit versucht, einen Stellenabbau zu vermeiden. «Dabei wäre der Zeitpunkt ideal für die Einführung der Kurzarbeit», so Michel Berger vom VPOD. Schliesslich habe der Bund die finanziellen Mittel für Kurzarbeit erst aufgestockt. Und dass eine Firma, in der pro Jahr durch die natürliche Fluktuation fast jede zehnte Stelle frei wird, nicht versuche, den Stellenabbau ohne Entlassungen zu gestalten, verstehen weder Unia noch VPOD. Die BKW hat klargemacht, dass die 55 Stellen im Netzbereich nicht ohne Entlassungen abgebaut werden können. Die Gewerkschaften sind immerhin zufrieden, dass sie mit der BKW einen Sozialplan aushandeln konnten.

«Kurzarbeit bringt nichts»

Auf die Kritik der Gewerkschaften angesprochen, antwortet BKW-Sprecher Antonio Sommavilla: «Kurzarbeit bringt uns nichts, sie wäre nicht zielführend.» Der Konzern leide ja nicht unter Arbeitsmangel, sondern müsse aufgrund des «veränderten regulatorischen Umfeldes» seine Kosten markant senken. «Wir unterstützen die betroffenen Mitarbeiter selbstverständlich bei der Stellensuche oder einer allfälligen beruflichen Neuorientierung», verspricht der BKW-Sprecher.

Die BKW ist nicht der einzige Stromkonzern, der unter den Auswirkungen von Fukushima und den strengeren und mit Mehrkosten verbundenen Vorschriften im Strommarkt leidet. Erst letzte Woche gab der Schweizer Stromriese Alpiq den Abbau von 450 Stellen bekannt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.11.2011, 10:11 Uhr

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17 Kommentare

paul rohner

12.11.2011, 11:11 Uhr
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So gesehen haben die Anti - Atomdemonstranten doch noch einen respektablen, jedoch sehr negativen Erfolg zu verzeichnen. Diejenigen die diese unbewilligte Aktion als HintermännerInnen groszügig gefördert und unterstützt haben, schreien jetzt erneut besonders laut auf. Den Schaden sowie die Kosten müssen wie fast immer die Unschuldigen tragen. Einmal mehr, ein misslungener Intelligenztest. Antworten


Urs Wälchli

12.11.2011, 15:54 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Wer will wohl gewinn bei der BKW? Allen voran der Hauptaktionär, sprich unsere liebe Linkgrüne Kantonsregierung, weill sie sonst nicht weis wie die steigenden Ausgaben zu finanzieren sind. Antworten



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