«Der Respekt vor der Polizei hat abgenommen»
Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 26.05.2011 5 Kommentare
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Gefährlicher Beruf
Ein Berufskollege ist ums Leben gekommen. Ein solcher Fall rückt bei den Polizisten ins Bewusstsein, dass es mitunter zu gefährlichen Situationen kommen kann. Wie geht die Polizei mit solchen Ängsten um? Bei der Kantonspolizei Bern war gestern nur wenig zu erfahren. Kommandant Stefan Blättler sagte an der Medienkonferenz, dass er im Team keine Angst gespürt habe, dafür aber Respekt. Die Polizei hat einen psychologischen Dienst, dazu wurde auch ein Angebot für Rat und Unterstützung eingerichtet. Die Aufklärung, wie es überhaupt dazu kommen konnte, sei jetzt besonders wichtig. Die Resonanz und das Bedauern von anderen Polizeikorps sowie der Bevölkerung seien gross, so Blättler.
Auch die Kantonspolizei Aargau beschäftigt der Vorfall in Schafhausen. «Intern laufen bei uns viele persönliche Gespräche unter den Polizisten», sagte Medienchef Roland Pfister auf Anfrage. Ein so extremer Fall mit einer Schusswaffe sei bei ihnen noch nicht vorgekommen. Näher am Geschehen ist das Burgdorfer Team Ordnung und Sicherheit, das aus dem städtischen Polizeikorps hervorging. Auch hier ist man tief betroffen. «Schliesslich arbeiten wir eng mit der Kantonspolizei zusammen», erklärte Urs Lüthi, Leiter der städtischen Sicherheitsdirektion. Für Zwangsräumungen ist die Kantonspolizei zuständig, doch muss das Ordnungsteam bei Zustellungen oder Vorladungen ausrücken. «Wir haben aber meist nicht zum ersten Mal mit den Leuten zu tun», sagte Lüthi. «Und in heiklen Fällen ziehen wir immer die Polizei hinzu.» Nadja Noldin
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Herr Käser, waren Sie als oberster Chef seit dem Vorfall von gestern schon beim Polizeikorps?
Hans-Jürg Käser: Beim Korps war ich noch nicht. Ich habe jedoch mit einzelnen Mitgliedern gesprochen. Die Leute sind sehr betroffen. Wenn ein Kollege im Dienst sein Leben lässt, geht das an die Nieren.
Ist beim Einsatz in Schafhausen etwas schiefgelaufen?
Es ist zu früh, darüber bereits Aussagen zu machen. Für mich ist wichtig, festzuhalten, dass solche Einsätze Courant normal sind. Es kommt immer wieder vor, dass die Polizei einen Betreibungsweibel begleitet. Die meisten dieser Einsätze gehen jedoch ohne grössere Probleme über die Bühne.
Nicht aber am Dienstag in Schafhausen.
Das stimmt, doch das war ein Einzelfall und kaum vorauszusehen. Der Täter war im Dorf als friedlich und ruhig bekannt. Auch die Polizei kannte ihn von früheren Begegnungen. Man konnte immer mit ihm sprechen, seine Persönlichkeit schien nicht kritisch zu sein. Es war deshalb nicht davon auszugehen, dass die Räumung zu einem schwierigen Fall würde. Am Montag kam es dann aber nicht zu einem Gespräch, die Polizisten konnten gar nicht erst mit ihm reden.
Im Nachhinein: Hätte man etwas anders machen müssen?
Es ist zu früh, um dies zu beurteilen. Die Zusammenarbeit unter Behörden ist nach dem Fall Kneubühl in Biel untersucht worden. Es gibt nun ein Handbuch über den Informationsaustausch zwischen den Behörden von Kanton und Gemeinden. Ich gehe davon aus, dass die Empfehlungen in diesem Handbuch beachtet werden.
Das Opfer trug keine Schutzweste. Jeder Polizist entscheidet selbst, ob er sie trägt. Muss der Kanton hier über die Bücher?
Die Bestimmung übers Tragen der Schutzweste wird im Zuge der laufenden Untersuchung geprüft. Ich bin der Meinung, dass die Einsatzkräfte selbst einschätzen sollten, wann sie die Weste tragen müssen. Solche Situationen wie in Schafhausen können nämlich auch bei Verkehrskontrollen auftreten. Und ich frage jetzt: Muss die Polizei künftig jede Verkehrskontrolle in Schutzbekleidung durchführen? Bevor wir entscheiden, wollen wir die Erfahrungen der Mitarbeiter an der Front anhören und sie in den Entscheid mit einbeziehen.
Polizisten klagen, der Respekt ihnen gegenüber gehe mehr und mehr verloren.
Autoritäten haben heute nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. Der Respekt der Menschen gegenüber der Polizei hat abgenommen. Beschimpfungen und Gewalt gegenüber den Uniformierten haben in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Darüber bin ich besorgt.
Was kann man dagegen tun?
Respekt kann man nicht befehlen oder ein Gesetz machen. Es ist ein gesellschaftliches Problem. Man kann zu Respekt aufrufen und die Kinder dazu erziehen.
Der Schweizerische Polizei verband fordert härtere Strafen bei Gewalttaten an Polizisten. Was sagen Sie dazu?
Ich denke, man muss bei der Bestrafung von Gewalttaten nicht Spezialfälle einführen, sondern den Gesamtzusammenhang sehen. Es gibt bereits Forderungen nach einer Revision des erst kürzlich in Kraft getretenen neuen Strafgesetzbuches.
Besuchen Sie die Familie des Verstorbenen?
Polizeikommandant Stefan Blättler hat die Familie besucht. Ich entscheide später, ob ich das auch tun werde.
Kann die Familie auf Hilfe vom Kanton zählen?
Wir werden alle Möglichkeiten wahrnehmen, um die Hinterbliebenen nach Kräften zu unterstützen. Aber den Ehemann und Vater kann man damit nicht ersetzen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.05.2011, 06:10 Uhr
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5 Kommentare
Autorität und Respekt sind verwandt, aber nicht das gleiche.
Eine Autorität habe heute nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher stimmt dies so nicht, wenn eine natürliche Autorität vorhanden ist respektiert man die Person.
Es gibt aber in Erziehungsprobleme, dass viele Kinder und Jugendliche machen können was sie wollen. Da viele Eltern überfordert sind und sich nicht mit den Kindern und Jugendlichen beschäftigen und der Lehrer und der Untersuchungsrichter, der Ermittler und die Richterin im Facebook sich meistens in einer nicht geeigneten Pose respektive vorteilhaften Bildern zeigen ist es halt mit dem Respekt vorbei.
Wenn ein gewisse Position ausgeübt wird, ist man nicht transparent wie ein Jetset.
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Respekt vor anderen Menschen hat extrem abgenommen. Das sieht man jeden Tag auf der Strasse, nachts beim Ausgang, überall. Immer wird nur Toleranz und weniger Gesetze gefordert. Die gleichen haben keinen Respekt und nichts. Sie werden noch belohnt. ZB die Gymeler welche nun verhätschelt werden obwohl sie Menschen verletzten oder zuschauten. Die Richter müssen den Opfern helfen nicht den Tätern. Antworten

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