Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Der Leitfaden für geplagte Sportvereine

Von Urs Wüthrich. Aktualisiert am 07.02.2012

Das Institut für Sportwissenschaft bietet Sportvereinen, die an Mitgliederschwund leiden, Hilfe zur Selbsthilfe an. Mitte Februar erscheint ein Leitfaden in Buchform.

Ein begeistertes und komplettes Team ist wichtig für sportliche Erfolge. Doch viele Vereine leiden an Mitgliederschwund.

Ein begeistertes und komplettes Team ist wichtig für sportliche Erfolge. Doch viele Vereine leiden an Mitgliederschwund.
Bild: Keystone

Mitgliederschwund, Nachwuchssorgen, finanzielle Probleme und die Schwierigkeit, Leute für ehrenamtliche Jobs zu gewinnen: «Die Sportvereine sind mit einer Reihe von Problemen und Herausforderungen konfrontiert», schreiben Siegfried Nagel und Torsten Schlesinger vom Institut für Sportwissenschaften der Uni Bern in ihrem Buch «Sportvereinsentwicklung». Der Ordinarius und der Oberassistent liefern mit ihrer Publikation den von Sorgen geplagten Sportvereinen Denkanstösse und bieten Hilfe zur Selbsthilfe an.

Die 82 bei Swiss Olympic angeschlossenen Verbände weisen insgesamt 20728 Sportvereine aus. Nach Schätzungen der Sportverbände kommen noch rund 5000 Vereine dazu, die keinem Verband angeschlossen sind. Allein im Kanton Bern gibts laut Torsten Schlesinger über 1000 Sportvereine.

Anreize für Kinder schaffen

«Schweizweit haben 40 Prozent Probleme, Leute zu finden, die ehrenamtlich tätig sind», sagt Co-Autor Schlesinger. 35 Prozent hätten Schwierigkeiten, neue Mitglieder zu finden. Ein Drittel der Vereine kämpfe mit finanziellen Problemen, und 10 Prozent hätten chronisch existenzielle Sorgen. «Nicht jeder Verein hat aber die gleichen Probleme», sagt Schlesinger, «und wir können auch keine Patentrezepte anbieten.» Jeder Verein müsse sich selber hinterfragen. Um Probleme lösen zu können, sei es für viele Sportvereine wichtig, dass sie ihre Strukturbereiche weiterentwickeln und modernisieren würden.

Bezüglich der Werbung von Neumitgliedern geht es unter anderem auch um die Weiterentwicklung von Sportangeboten. Man müsse Anreize schaffen, ein Turnverein beispielsweise mittels Kinder- beziehungsweise Altersturnen. Das Problem mit den Ehrenämtern könnte laut Schlesinger gemildert werden, wenn bereits junge Vereinsmitglieder früh an Ämter herangeführt würden.

TV Länggasse als Beispiel

Die beiden Autoren sprechen in ihrer Studie aber auch von «Veränderungsbarrieren». Es falle den Vereinen oft schwer, althergebrachte Strukturen zu überdenken und zu ändern. In einer Fallstudie wurde die Vorgehensweise bezüglich der Entwicklungsplanung von zwei Sportvereinen untersucht: einerseits vom ländlich geprägten TV Biglen mit rund 300 Mitgliedern, andererseits vom städtischen Mehrspartenverein TV Länggasse mit über 1000 Mitgliedern.

Beide Beispiele hätten gezeigt, dass der Leitfaden – unter Berücksichtigung der jeweiligen spezifischen Rahmenbedingungen – sowohl bei urbanen wie auch bei ländlichen Vereinen geeignet sei, um Veränderungsprozesse anzustossen. Die Publikation wurde gestern Abend im Haus des Sports präsentiert.

Leitfaden zur Planung von Veränderungsprozessen: «Sportvereinsentwicklung», Verlag Haupt, 271 Seiten, zahlreiche Tabellen und Abbildungen, 39 Franken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.02.2012, 06:32 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Populär auf Facebook Privatsphäre