Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Der Autosteuer-Streit geht weiter

Von Fabian Schaefer. Aktualisiert am 25.02.2011 3 Kommentare

Die Finanzkommission des Grossen Rats will wissen, wie die Regierung die Ausfälle bei den Motorfahrzeugsteuern auffangen will. Deshalb will sie ein Strassenbauprojekt zurückweisen.

«Keine Trotzreaktion»: SP-Grossrat Bernhard Antener.

«Keine Trotzreaktion»: SP-Grossrat Bernhard Antener.
Bild: Andreas Blatter

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Pech für die Oberaargauer Gemeinde Bützberg: Das Bauprojekt zur Optimierung ihrer Ortsdurchfahrt droht sich zu verzögern. Die Finanzkommission (Fiko) des Grossen Rats teilt mit, sie wolle den notwendigen Kredit für den Kantonsbeitrag von 3,3 Millionen Franken zurückweisen; der Rat entscheidet in der Märzsession definitiv. Das ungewöhnliche Verdikt der Fiko hat mit dem Bützberger Vorhaben nichts zu tun; der Grund ist einzig, dass das Volk am 13.Februar den Volksvorschlag annahm, der eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuern um einen Drittel vorsieht. Dies führt beim Kanton ab 2012 zu einem Ausfall von 100 Millionen Franken im Jahr. Die Fiko will das Bützberger Projekt sistieren, bis der Regierungsrat dargelegt hat, «welche Auswirkungen der Volksentscheid auf das Strassenbauprogramm hat».

Strassenrechnung gibts nicht

Das tönt nach Trotzreaktion: Will die Kommission das Projekt sistieren, weil die Grossratsvariante dem Volksvorschlag unterlag? «Ganz und gar nicht», sagt Fiko-Vizepräsident Bernhard Antener (SP). Es sei auch ein Zufall, dass ein Projekt im Oberaargau – hier wurde der Volksvorschlag lanciert – betroffen ist. «Es hätte genauso gut ein Emmentaler Projekt treffen können», betont der Langnauer Antener.

Zur Sache gibt er zu, dass die 100 Millionen nicht primär im Strassenbau eingespart werden müssen. «Es dürfte aber klar sein, dass der Strassenbau nicht ausgenommen werden kann.» Antener geht davon aus, dass in diesem und anderen Bereichen «künftig noch stärker Prioritäten gesetzt» werden müssten. Jedenfalls finde die Fiko, es könne nicht sein, dass dem Kanton 100 Millionen Franken abhanden kommen – und die Politik so tue, als sei nichts passiert.

Die Frage, ob der Kanton wegen der Senkung der Autosteuern im Strassenbau sparen muss, gab schon im Abstimmungskampf viel zu reden. Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) machte noch am Abstimmungstag entsprechende Andeutungen.

Die Gegenseite hielt stets fest, für Strassenbau und -unterhalt stehe weiterhin genug Geld zur Verfügung. In Wahrheit fliesse weniger als die Hälfte der Autosteuern in die Strasse. Diese Rechnung wurde vielfach angezweifelt, wobei der Kanton keine Strassenrechnung führt. Die letzten Versuche, einen Überblick zu erhalten, zeigten, dass 60 bis 70 Prozent der «Strasseneinnahmen» in die Strasse investiert werden. Dabei sind weder die indirekten Kosten des Strassenverkehrs noch dessen ganzer Nutzen berücksichtigt. Ohnehin sind die Motorfahrzeugsteuern wie auch die LSVA-Einnahmen nicht zweckgebunden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.02.2011, 08:31 Uhr

3

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

3 Kommentare

Kurt Habegger

25.02.2011, 09:53 Uhr
Melden

Das ist doch eine Supervorgabe. Jetzt muss sich die Baudirektion Gedanken machen, wo dass Einsparungen möglich sind - da braucht man überhaupt nicht ganze Projekte zu streichen oder aufzuschieben - es können Millionen eingespart werden, wenn nun endlich der zu hohe Standart auf normale Ausführungen angepasst wird - ein Kreisel muss ja nicht immer 1 Million kosten - weniger Geld macht erfinderisch Antworten


Jürg Schmidiger

25.02.2011, 13:41 Uhr
Melden

Genau dass habe ich von denen erwartet die verloren haben. "Trötzälä" heisst das! Jetzt muss halt eine Strassenrechnung her, und zwar Subito. Und wenn dann noch bei der Strasseneleuchtung gespart würde kämme es nicht schlecht. ja man kann bei der Strassenbeleuchtung ca. 50% Sparen ohne Einbussen an Sicherheit im öffentlichen Raum. Dies gehört nämlich auch zum Strassenbau. Antworten



Populär auf Facebook Privatsphäre