Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

BZ-Chefredaktor fühlte den Kandidaten für den Ständerat auf den Zahn

Von Andrea Sommer. Aktualisiert am 16.09.2011 4 Kommentare

Die Eurokrise und der Ausstieg aus der Kernenergie – das waren am Podium der Ständeratskandidaten die Hauptthemen. Die fünf Kandidaten von SVP, BDP, FDP, SP und Grünen diskutierten mit viel Witz und Fachwissen.

Angestrengtes Nachdenken der Kandidaten: Alec von Graffenried (Grüne), Hans Stöckli (SP), BZ-Chefredaktor Michael Hug, Christian Wasserfallen (FDP), Werner Luginbühl (BDP)und Adrian Amstutz (SVP) im Schlossgut-Saal in Münsingen.

Angestrengtes Nachdenken der Kandidaten: Alec von Graffenried (Grüne), Hans Stöckli (SP), BZ-Chefredaktor Michael Hug, Christian Wasserfallen (FDP), Werner Luginbühl (BDP)und Adrian Amstutz (SVP) im Schlossgut-Saal in Münsingen.
Bild: Andreas Blatter

Die besten Aussagen

«Wollen Sie wirklich neben einem Windrad wohnen? Sonne, Schatten, Sonne, Schatten, Sonne – den ganzen Tag?»
Christian Wasserfallen, FDP

«Die Nationalbank hat zu spät interveniert und stützt den Franken auf einem zu tiefen Niveau. Wenn wir nicht starke Massnahmen ergreifen, werden wir Ende Jahr sehr hohe Arbeitslosenzahlen haben.»
Hans Stöckli, SP

«Der Entscheid des Bundesrats zum Atomausstieg war überstürzt.»
Adrian Amstutz, SVP

«Dieser Fall zeigt, dass das Bankenproblem noch nicht im Griff ist. Es war aber trotzdem richtig, dass die Schweiz die UBS gerettet hat.»
Alec von Graffenried, Grüne

«Noch im Februar war ich der Meinung, dass man in der Schweiz neue AKW bauen könne. Fukushima war eine Trendwende. Es hat gezeigt, dass wir den Atomausstieg schrittweise angehen müssen.»
Werner Luginbühl, BDP

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Es war eine reine Männerrunde am Donnerstagabend auf dem Podium, das BZ-Chefredaktor Michael Hug moderierte. Die bisherigen Ständeräte Adrian Amstutz (SVP) und Werner Luginbühl (BDP) traten gegen ihre Herausforderer Christian Wasserfallen (FDP), Hans Stöckli (SP) und Alec von Graffenried (Grüne) an.

Die Diskussion begann in der Aufwärmrunde mit einer gehörigen Prise Humor, wurde dann aber schnell ernst, als Michael Hug den Kandidaten bezüglich der Eurokrise auf den Zahn fühlte.

Sattelfest im Thema waren von links bis rechts alle Kandidaten. Die Positionen glichen sich in einigen Punkten. So war man sich etwa darin einig, dass die Intervention der Nationalbank nötig und richtig war. Die Ursache des starken Frankens ortete von Graffenried dann aber als Einziger im Inland. Die anderen vier Kandidaten machten dafür die, wie es Amstutz ausdrückte, «liederliche Finanzpolitik» von EU-Ländern wie Griechenland und Portugal verantwortlich.

Ein EU-Beitritt ist denn auch für keinen der fünf ein Thema – jedenfalls nicht zurzeit. So erklärte Hans Stöckli, dass ein Beitritt während der nächsten vier Jahre kein Thema sei. Wie Luginbühl, Wasserfallen und von Graffenried sprach er sich deutlich für den bilateralen Weg aus. Denn dieser, so war man sich einig, sei ein wichtiger Grund für den Erfolg der Schweiz. Für Amstutz dagegen gehört die Masseneinwanderung gestoppt. Auch wenn dies die Personenfreizügigkeit gefährdet.

Minderheit will Atomstrom

Beim zweiten Themenschwerpunkt, dem Ausstieg aus der Kernenergie, bewiesen die Kandidaten ebenfalls Dossierkenntnis. Vor allem Christian Wasserfallen, der als Maschineningenieur einzige Naturwissenschafter in der Runde, machte sich stark für die Kernkraft, was ihm sogar Szenenapplaus einbrachte. Wie Wasserfallen will auch Amstutz nichts von einem Ausstieg aus der Kernenergie wissen. Luginbühl, Stöckli und von Graffenried dagegen glauben, den Energiebedarf der Schweiz künftig aus erneuerbaren Energien decken zu können. Amstutz erinnerte Stöckli und von Graffenried daran, dass es ihre Parteien waren, die die Erhöhung der Grimselstaumauer verhindert hatten.

Mehrheit will Konkordanz

In der Schlussrunde wollte Moderator Hug von den Kandidaten wissen, wie der Bundesrat nach den Wahlen aussehen soll. Für von Graffenried sollen die Parteien nach ihrer Stärke vertreten sein. Ansonsten sei die Politik blockiert. Stöckli liess sich trotz mehrmaligem Nachfragen nur zu Vagem hinreissen: Die Frage werde sein, wie man mit Bundesrätinnen, die gute Arbeit geleistet hätten, und mit Parteien, die Ansprüche stellten, umzugehen habe. Für Luginbühl dagegen ist klar, dass die SVP erst dann wieder Anspruch auf einen zweiten Sitz hat, wenn Eveline Widmer-Schlumpf aufhört. Wasserfallen dagegen will bei der bewährten Zauberformel bleiben, und Amstutz will zur arithmetischen Konkordanz zurückkehren und SVP-Vertreter im Bundesrat, «die von unserer Partei legitimiert sind». (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.09.2011, 06:26 Uhr

4

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

4 Kommentare

Renate Mäder

16.09.2011, 21:47 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Es braucht eine bürgerliche Stadt- /Landvertretung resp. jüngere/ältere Vertretung. Meine Wahlempfehlung ist Adrian Amstutz und Christian Wasserfallen. Antworten


Dieter Blatt

16.09.2011, 10:49 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Damit der Kanton Bern gut im Ständerat vertreten ist, braucht es neben einem Mann noch eine Frau: Marianne Streiff. Antworten