Region

BKW stellt Planungsarbeiten an Kohlekraftwerk ein

Das Projekt eines Kohlekraftwerks mit BKW- Beteiligung im niedersächsischen Dörpen ist definitiv vom Tisch. Die zuständige Planungsgesellschaft stellt die Planung ein, wie das bernische Energieunternehmen BKW am Mittwochabend mitteilte.

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Die BKW hatte im vergangenen März bereits die Federführung am Steinkohlekraftwerkprojekt abgegeben. Aktuell ist sie laut eigenen Angaben noch mit 24,9 Prozent daran beteiligt. Die Mehrheit hält die deutsche EnBW Energie Baden Württemberg AG mit 75,1 Prozent.

Eine wesentliche Voraussetzung für das Projekt sei die gleichzeitige Wärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung gewesen. Nachdem das in Dörpen ansässige Unternehmen Nordland Papier die direkte Beteiligung abgelehnt hat, «hat die weitere Projektentwicklung unter diesen Voraussetzungen keine Grundlage mehr», schreibt die BKW.

Im Kanton Bern waren die Pläne insbesondere von Seiten der Umweltorganisationen, aber auch einiger Parteien, heftig kritisiert worden. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos wurde die BKW für ihr Projekt in Dörpen mit einem Schmähpreis von «Public Eye on Davos» bedacht.

Dieser öffentliche Druck sei zur Kenntnis genommen worden, habe aber keine Rolle gespielt für den Projektabbruch, sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage. Die BKW bedaure den Entscheid der EnBW.

Sommavilla wollte keine Angaben zu den Kosten der dreijährigen Projektarbeit machen. Mit jedem Projekt seien gewisse Risiken verbunden.

Regierungsrätin Egger erfreut

Die bernische Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) zeigte sich auf Anfrage erfreut über die neuste Entwicklung. Sie habe das Projekt von Anfang an kritisiert. Die Regierungsrätin verwies auch darauf, dass die Berner Kantonsregierung die BKW in einem Brief aufforderte, sich aus klimaschädigenden Projekten zurückzuziehen.

Egger stellte sich im Mai 2008 vor der BKW-Generalversammlung mit aus Dörpen angereisten Kraftwerkgegnern hinter ein Transparent, auf dem diese gegen das Projekt protestierten.

Sie habe den Eindruck, dass sich in der letzten Zeit in Deutschland der Widerstand gegen Kohlekraftwerke verstärkt habe, sagte Egger am Mittwoch auch. Der Kanton Bern ist der grösste Aktionär der BKW AG.

BKW sucht keine Alternative

Nach dem Ende des Dörpener Projekts kann man davon ausgehen, dass die BKW sich nicht weiter für Kohlekraftwerke in Deutschland oder sonstwo engagiert. Verwaltungsratspräsident Fritz Kilchenmann sagte an der letzten Generalversammlung im April dieses Jahres, die BKW suche keine neuen fossil-thermischen Kraftwerkprojekte.

Allerdings ist im deutschen Wilhelmshaven ein Steinkohlekraftwerk im Bau, an dem die BKW mit 33 Prozent beteiligt ist. Sommavilla sagte am Mittwoch, die Anlage mit 240 Megawatt Leistung werde 2012 ans Netz gehen. (js/sda/)

Erstellt: 10.12.2009, 08:43 Uhr

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2 Kommentare

Roland Näf

10.12.2009, 09:31 Uhr
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Ausstieg aus der Kohle, ein erster Schritt der BKW in Richtung Vernunft! Wie lange geht es, bis die BKW allgemein zur Einsicht kommt, dass Grosskraftwerke, Kohlen-, Gas-Komi- oder Atomkraftwerke, der falsche Weg sind? Wir brauchen Windturbinen und Solardächer, sie bringen Arbeitsplätze in allen Regionen des Kantons. Antworten


Lukas Harder

10.12.2009, 08:28 Uhr
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Endlich ein Schritt Richtung Zukunft! Aber: "Dieser öffentliche Druck sei zur Kenntnis genommen worden, habe aber keine Rolle gespielt für den Projektabbruch, sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage." Die Chefetage der BKW hat anscheinend noch immer nicht begriffen, dass der Mehrheitsaktionär "Volk" nicht Geld sondern klimafreundliche Stromproduktion will. Aufwachen, bitte! Antworten