Region
BKW erhält unbefristete Bewilligung
Von Stefan Schnyder. Aktualisiert am 22.12.2009 1 Kommentar
Heftige Kritik von links
Die Berner SP-Präsidentin Irène Marti Anliker war gestern Abend «gar nicht erfreut» über die unbefristete Bewilligung für das Atomkraftwerk Mühleberg. Sie wiederholte die Forderung der SP, das 2012 Schluss sein müsste mit Mühleberg. Stattdessen sollte endlich in grossem Umfang in erneuerbare Energien investiert werden, was die BKW heute noch viel zu wenig tue.
Die Grünen reagierten gemäss Communiqué mit «Unverständnis». Das veraltete AKW berge zu viele Risiken, um ohne Befristung betrieben zu werden. ki
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Das Berner Energieunternehmen BKW hat ein wichtiges Ziel erreicht: Es hat für das Atomkraftwerk Mühleberg eine unbefristete Betriebsbewilligung erhalten. Diesen Entscheid teilte gestern Abend das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mit.
Bei der BKW freut man sich: «Dieser Entscheid ist für die Versorgungssicherheit der Nordwestschweiz von grosser Bedeutung. Er schafft Rechtsgleichheit zwischen dem Kernkraftwerk Mühleberg und den anderen schweizerischen Kernkraftwerken.» Bisher war die Betriebsbewilligung bis Ende 2012 befristet gewesen. Da für die BKW die Befristung der Betriebsbewilligung ausschliesslich «politisch motiviert» war, hatte der Energiekonzern Anfang 2005 beim Uvek ein Gesuch um Aufhebung der Befristung gestellt.
Betrieb bis 2025?
Bis wann genau das laufende AKW Mühleberg in Betrieb sein wird, ist noch nicht bekannt. Bei der BKW heisst es dazu jeweils, dass man das Werk so lange betreiben werde, wie dies die Sicherheit zulasse. Die BKW rechnet fest damit, dass sie das AKW Mühleberg bis 2020 weiterbetreiben kann. Einen Weiterbetrieb bis ins Jahr 2025 schliesst die BKW-Führung nicht aus. Dies umso mehr, weil sich beim Bau von neuen Atomkraftwerken bereits jetzt Verzögerungen abzeichnen.
In Bezug auf die Frage, ob ein Weiterbetrieb überhaupt sicher sei, schreibt die BKW, dass die «kontinuierliche Modernisierung und präventive Instandhaltung der Anlage im Hinblick auf den Langzeitbetrieb» erfolge. Dabei setze man in Bezug auf die Nachrüsttechnik und bei den Erneuerungsarbeiten auf internationale Standards.
Widerstand war da
Politisch war die Gewährung einer unbefristeten Betriebsbewilligung umstritten gewesen. Im Konsultationsverfahren äusserten sich die Kantone Neuenburg, Waadt und Freiburg ablehnend. Im Kanton Waadt sprachen sich Ende November 64 Prozent der Abstimmenden gegen eine Verlängerung der Betriebsbewilligung aus.
Von den grossen Berner Kantonalparteien sprachen sich die SP und die Grünen gegen eine unbefristete Bewilligung aus. Sie machten Sicherheitsbedenken geltend. SVP und FDP begrüssten die Gewährung einer unbefristeten Bewilligung. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.12.2009, 08:31 Uhr









Brönnimann Christoph
Die Verlängerung der Betriebsbewilligung ist notwendig. Nur auf diesem Weg ist der Verzicht auf neue AKW's möglich. Das hohe Qualitätsverständnis der BKW macht das Risiko vertretbar. Die Chance: Ausbau der Reservekapazitäten (KWO), massiver Ausbau der Erneuerbaren (Wind, Geothermie, Solar) und ein zeitvariabler Stromtarif zum Ausgleich der Engpässe. Dann kann mit gutem Gewissen abgestellt werden Antworten