BKW bleibt im Spannungsfeld Markt-Klimaschutz

Aktualisiert am 30.04.2009

BKW-Verwaltungsratspräsident Fritz Kilchenmann hat an der Generalversammlung des Unternehmens bekanntgegeben, dass dieses keine neuen fossil-thermischen Kraftwerkprojekte sucht. Trotzdem bleibt die BKW-Energiepolitik unter Druck.

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Kilchenmann sagte am Donnerstag in der BEA Bern Expo weiter, die bestehenden, bereits redimensionierten Projekte würden umgesetzt. Wegen der ungewissen Entwicklung der Kernenergie halte sich die BKW «einen beschränkten Zubau von Produktionskapazität auf der Grundlage von Gas offen» - nach Möglichkeit im Inland.

Obwohl der BKW-Verwaltungsratspräsident auch erklärte, das Unternehmen werde schwergewichtig auf die weitere Verstärkung der erneuerbaren Energien im In- und Ausland setzen, unterbrachen an der Versammlung zwei Personen die Versammlungsroutine.

Ein jüngerer Berner wollte Auskunft zum CO2 des geplanten Kohlekraftwerks in Dörpen D. Und eine Frau, die sich als Einwohnerin dieses Dorfs vorstellte, fragte, ob die BKW die Schädigung der Gesundheit der dortigen Bevölkerung ausschliessen könne.Kilchenmann antwortete etwas ungehalten, nach menschlichem Ermessen sei eine Gefährdung auszuschliessen.

Geschäftsleitungsmitglied Samuel Leupold sagte dem Berner, das geplante Werk werde zwar 3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstossen, sei aber effizienter als anderere, stillzulegende Anlagen. Unter dem Strich werde so das Klima geschont.

Neuer Verwaltungsrat

Die 1302 anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre - sie vertraten 84,6 Prozent der stimmberechtigten Akien - entlasteten schliesslich den Verwaltungsrat mit 44,4 Millionen gegen 17 000 Stimmen und genehmigten auch Jahresbericht und -rechnung.Sie stimmten dem Antrag zu, auf dem Bilanzgewinn von 188,5 Millionen Franken eine Dividende von 2.30 Franken zu entrichten - 40 Rappen weniger als im Vorjahr.

Die BKW schloss das Jahr 2008 mit einem um 39 Prozent tieferen Gewinn, aber einem um einen Viertel höheren Umsatz.Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Hartmut Geldmacher als Vertreter des deutschen Energieunternehmens E.ON Energie AG. Er ersetzt Karl- Michael Fuhr.

BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach gab bekannt, das Unternehmen habe letztes Jahr 166 neue Stellen geschaffen.

Schmähpreis entgegengenommen

Wie im vergangenen Jahr protestierten auch am Donnerstag ein paar Aktivisten vor dem Versammlungssaal gegen das Engagement der BKW im deutschen Dörpen.Auf einem Transparent stand in Anspielung auf das kürzlich reduzierte Engagement «25 Prozent Beteiligung -100 Prozent Verantwortung».

Die Aktivisten hatten auch eine Kühlturmattrappe aufgebaut. Aus dem Turm heraus fauchten Papierdrachen.Bereits am Morgen hatte die BKW-Spitze weitere Kritik über sich ergehen lassen müssen: Der Berner Rapper Greis übergab Leupold vor dem Hauptsitz am Berner Viktoriaplatz den Public-Eye-Schmähpreis der Organisation Erklärung von Bern, den diese jeweils während des Davoser Weltwirtschaftsforums verleiht.

Die BKW habe sich dieser Kritik stellen wollen, sagte Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage. Die Übergabe habe bisher einfach aus terminlichen Gründen nicht geklappt. (rue/sda)

Erstellt: 30.04.2009, 14:33 Uhr

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