BDP wird umschwärmt - SVP muss sich warm anziehen
Aktualisiert am 04.11.2011 14 Kommentare
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Zwar entschied SVP-Ständerat Adrian Amstutz den ersten Wahlgang für sich, allerdings nur knapp vor Werner Luginbühl. Auf Rang drei folgte Hans Stöckli.
Die BDP hatte bei den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober eindrücklich bewiesen, dass sie als neue Kraft die Wählerschaft überzeugt. Ganz im Gegensatz zu den alteingesessenen Parteien, allen voran der SVP, die abgestraft wurden.
Erfolg macht ja bekanntlich attraktiv. Kein Wunder also, werden die BDP und Werner Luginbühl regelrecht umschwärmt - auch von eher unerwarteter Seite.
Avancen der SVP
Die SVP etwa sucht für den zweiten Wahlgang den Schulterschluss mit der BDP, also ausgerechnet zu jener Partei, die sich 2008 unter grossem Getöse von ihr abgespalten hatte.
SVP-Ständerat Adrian Amstutz wird derzeit nicht müde zu betonen: «Die alten Differenzen sind Schnee von vorgestern». Um die beiden Ständeratssitze in bürgerlicher Hand zu behalten, müsse man nun zusammenstehen.
Die SVP-Delegierten beschlossen jüngst, neben Amstutz auch Luginbühl zur Wahl zu empfehlen. Eine Avance, die von der BDP zur Kenntnis genommen, aber nicht erwidert wird. Die BDP setzt alles auf eine Karte und zieht, wie bereits im ersten Wahlgang, allein in den Wahlkampf.
Amstutz verhindern
Auch die Grünen suchen für den zweiten Ständeratswahlgang die Nähe der BDP und geben neben einer Wahlempfehlung für Hans Stöckli auch eine solche für Werner Luginbühl ab.
Nicht dass die Berner Grünen plötzlich eine grosse Vorliebe für bürgerliche Positionen entwickelt hätten. Für sie ist Luginbühl wohl eher so etwas wie ein Mittel zum Zweck. Mit ihrer Wahlempfehlung wollen die Grünen nämlich vor allem eines: Amstutz' Wiederwahl verhindern.
Die SP will nicht mit der BDP ins Lotterbett steigen. Luginbühls bürgerliche Positionen lägen meilenweit von jenen der SP entfernt, sagte Kantonalpräsident Roland Näf. Die SP beschränkt sich auf eine Wahlempfehlung für ihren Kandidaten Hans Stöckli. Dieser wird auch von den Gewerkschaften empfohlen.
Neben den drei politischen Schwergewichten tritt auch noch ein vierter Kandidat zum zweiten Wahlgang an, Josef Rothenfluh von der Gruppierung «Parteifrei». Er dürfte chancenlos bleiben.
Trotz aller Wahlempfehlungen: Entscheidend wird am 20. November sein, wie viele Wählerinnen und Wähler die Parteien erneut mobilisieren können.
Schicksalstag für den Berner Jura
Mit besonderem Interesse wird man im Berner Jura den zweiten Ständeratswahlgang verfolgen. Von ihm hängt nämlich ab, ob die Region auch in Zukunft einen Vertreter unter der Bundeshauskuppel hat.
Der Grund dafür ist Folgender: Bei den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober trat Adrian Amstutz nicht nur zur Wiederwahl in den Ständerat an, sondern wurde gleichzeitig auch in den Nationalrat gewählt. Schafft Amstutz die Wiederwahl in den Ständerat, wird er auf sein Nationalratsmandat verzichten.
In diesem Fall würde der erste Ersatzmann der SVP, der Bernjurassier Jean-Pierre Graber, in den Nationalrat nachrücken. Kommt es nicht dazu, wird der Berner Jura erstmals seit 1848 keinen Vertreter mehr im eidgenössischen Parlament haben. (mau/sda)
Erstellt: 04.11.2011, 10:29 Uhr
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14 Kommentare
Als Bieler hoffe ich dass H. Stöckli nicht in den Ständerat gewählt wird. Es reicht einfach nicht, sich neben Wirtschaftsgrössen zu stellen (zB. N.G. Hayek) und zu hoffen, man könne von deren Glanz profitieren und werde somit wählbar. Man kann seine "Leistungen" eher erkennen, wenn man durch die Strasse Biels läuft... Antworten

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