BDP strebt Grossrats-Präsidium an
Von Dominic Ramel. Aktualisiert am 01.04.2010
Therese Rufer (BDP). (Bild: Andreas Blatter)
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Am 1.Juni, dem ersten Tag der Junisession und der neuen Legislatur, wird sich der bernische Grosse Rat neu organisieren. Und da erhebt die BDP, seit den Wahlen vom Sonntag die drittstärkste Partei im Kanton, Anspruch auf das zweite Vizepräsidium. «Wir schlagen Therese Rufer zur Wahl vor», sagt Fraktionschef Dieter Widmer.
Würde Rufer gewählt, könnte sie 2012/2013 das Amt als Grossratspräsidentin und somit höchste Bernerin bekleiden. Die Bäuerin und Lehrerin aus Zuzwil sitzt seit 1998 im Grossen Rat; sie ist Vizepräsidentin der Oberaufsichtskommission und innerhalb der BDP-Fraktion die Bildungsspezialistin.
Gemäss ungeschriebenem Gesetz besetzen SVP, FDP, eine sogenannt «kleine» Partei und die SP das Ratspräsidium im Turnus. Läuft alles nach Plan, wird Gerhard Fischer (SVP, Meiringen) neuer Grossratspräsident. Hinter ihm würde Susanne Bommeli (FDP, Bremgarten) ins erste Vizepräsidium und im Juni 2011 ins Ratspräsidium nachrutschen. Und dann wäre 2012 die Reihe an Therese Rufer und somit erstmals an der erst im Sommer 2008 gegründeten BDP.
Stellt sich die Frage, ob alle Parteien so mitmachen werden. Sorgen muss sich weniger die BDP als vielmehr die FDP machen. Denn bereits vor den Wahlen rüttelten Grüne und EVP am Anspruch der FDP und machten geltend, dass diese nicht mehr viel grösser sei als sie. Seit dem Wahldebakel der FDP gilt das erst recht: Sie hat einen Wähleranteil von 10,3 Prozent, die Grünen 10,1 und die EVP 5,9 Prozent; die BDP hingegen 16 Prozent.
Der Anspruch der BDP ist also legitim. Sie sichert sich zudem ab. Widmer sagt: «Wir unterstützen Gerhard Fischer und Susanne Bommeli.» Sollten sich SVP, BDP und FDP gegenseitig unterstützen, wäre die Sache gelaufen. Denn sie haben 86 der 160 Sitze. (Berner Zeitung)
Erstellt: 01.04.2010, 07:07 Uhr






