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AKW Mühleberg: Atomgegner befürchten Dammbruch bei Erdbeben

Aktualisiert am 11.11.2011 4 Kommentare

Der Wohlensee-Staudamm oberhalb des AKW Mühleberg könnte laut Fokus Anti-Atom bei einem ausserordentlich starken Erdbeben einbrechen. Dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) werfen die Atomgegner vor, die Erdbebengefahr nicht seriös zu behandeln.

Nachrüstarbeiten am AKW Mühleberg.

Nachrüstarbeiten am AKW Mühleberg.
Bild: Stefan Anderegg

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Der Damm werde bei einem 10'000-jährlichen Erdbeben mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 15 brechen, schreibt Fokus Anti-Atom in einer Mitteilung vom Freitag. Die Atomgegner berufen sich unter anderem auf verschiedene Daten aus einer Studie im Auftrag der «Mühleberg»-Betreiberin BKW, die im April in den USA vorgestellt worden sei.

Gemäss dieser Studie sei zwar der Wohlensee-Staudamm robuster als bisher angenommen, schreibt Fokus Anti-Atom. Trotzdem halte der Damm bei einem 10'000-jährlichen Erdbeben nicht, sind die Atomgegner überzeugt.

Denn in der Studie würden sich die Angaben der Widerstandsfähigkeit des Dammes nicht auf ein verlässliches Kriterium für die sogenannten Sicherheitsreserven beziehen, sondern nur auf Mittelwerte. Ein solches Kriterium wäre laut Fokus Anti-Atom die HCLPF (High Confidence of Low Probability Fragility).

Am Schluss der Präsentation der Studie erfahre man dann doch noch etwas über diese HCLPF. Sie betrage für den Wohlensee-Staudamm 0,3g (wobei g die Erdbeschleunigung 9,81 m/s2 bedeutet). Das 10'000- jährliche Erdbeben mit einer Stärke von 0,387g liege somit deutlich über der Sicherheitslimite.

Immer wieder neue Berechnungen

Die Atomgegner werfen nun dem ENSI in diesem Zusammenhang vor, immer wieder neue Rechnungen anstellen zu lassen, «statt bei Erkennung einer unzulässigen Gefahr das AKW ausser Betrieb zu nehmen».

Seit mehr als sieben Jahren verschleppe das ENSI eine seriöse Behandlung der Erdbebengefahr, schreibt Fokus Anti-Atom. Denn seit 2004 wisse man um die unmittelbare Gefährdung des AKW Mühleberg durch die Wohlensee-Staumauer.

Breche nun dieser Damm wegen eines Erdbebens, seien sämtliche Ansaugstutzen in der Aare für die Notkühlung des Reaktors durch Verstopfungen und Flutwellen akut gefährdet, schreiben die AKW- Gegner. Das AKW Mühleberg gehöre deshalb abgeschaltet.

BKW arbeitet an Nachweis

Die BKW muss bis Ende März 2012 dem ENSI den Nachweis vorlegen, dass das AKW Mühleberg die Kombination eines Extrem-Erdbebens und -Hochwassers überstehen könnte. «Wir sind zurzeit daran, diesen Nachweis zu erarbeiten», sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage.

Bei den umfassenden Arbeiten und Analysen werde selbstverständlich ein besonderes Augenmerk auf den Damm gerichtet, fügte Sommavilla an. Die BKW werde den vom ENSI geforderten Nachweis wie geplant bis Ende März nächsten Jahres erbringen. (met/sda)

Erstellt: 11.11.2011, 12:28 Uhr

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4 Kommentare

Hansruedi Gut

11.11.2011, 14:33 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Hatten wir doch schon vor 35 Jahren. Gegen Atomenergie protestieren und palavern, dass alles mit hydraulischer und Alternativenergie gedeckt werden kann. Dann gegen den Bau/Ausbau der erneuerberen Energien in Stellung gehen. Besser hätte ich Tierarzt studiert statt Elektroingenieur, dann würde ich von der Materie auch nichts verstehen und könnte flott dem Mainstream folgen bis zum Lichterlöschen. Antworten


Peter Sager

11.11.2011, 14:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Das ist alles schon bekannt. Was aber beim Absturz einer A380 oder gar einer Antnow 225 mit 200 Tonnen Nutzlast z.B. einer Turbine passiert kann niemand sagen. Das ENSI sagt nur, solche Flüge finden nur in Abmachnung mit der Luftwaffe statt, warum wohl? Antworten