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18 Berner Tunnel zu wenig sicher

Von Michael Widmer. Aktualisiert am 21.05.2010 1 Kommentar

1,2 Milliarden Franken will der Bund in die Sicherheit der Tunnel auf den Nationalstrassen investieren. 126 von 220 Röhren in der Schweiz erfüllen die neuesten Richtlinien nicht. Wie rasch die Korrekturen erfolgen, ist indes offen.

Zu wenig sicher: Der Allmendtunnel bei Thun benötigt neue Ventilatoren, damit die Sicherheitsrichtlinien vollends erfüllt werden können.

Zu wenig sicher: Der Allmendtunnel bei Thun benötigt neue Ventilatoren, damit die Sicherheitsrichtlinien vollends erfüllt werden können.
Bild: Christian Pfander

(Video: Video: TeleBärn)

Einzelprojekte

Hier muss im Kanton gebaut werden

Das Schweizer Nationalstrassennetz ist durchlöchert: Auf einer Gesamtlänge von knapp 1800 Kilometern können die Fahrzeuge 220 Tunnel von fast 220 Kilometern Länge durchqueren. Spätestens seit der Brandkatastrophe im Gotthard-Strassentunnel mit mehreren Toten vor neun Jahren wurde kräftig in die Sicherheit in den Tunneln investiert.

Weltspitze, aber...

So gehören die hiesigen Tunnel heute zu den sichersten der Welt. Und trotzdem sieht das Bundesamt für Strassen Astra – seit 1.Januar 2008 für das Nationalstrassennetz zuständig – weiteren Handlungsbedarf. 126 Röhren erfüllen nach Angaben der Behörde die neuesten internationalen Normen und Richtlinien für die Sicherheit in Strassentunnels von 2004 noch nicht. «Die Bevölkerung akzeptiert das Risiko von Unfällen in den Strassentunneln nicht», sagte Astra-Direktor Rudolf Dieterle gestern an einer Medienkonferenz in Bern. Mängel stellt das Amt vorab bei der Signalisation, bei der Tunnellüftung, bei den Fluchtwegen, aber auch bei der Energieversorgung fest.

Berner Tunnel im Visier

Im Kanton Bern sind in 18 Tunneln Ausbauarbeiten nötig. Die Taubenlochtunnel nördlich von Biel, der Tunnel La Rochette bei Biel, der Rugen bei Interlaken sowie die Röhren Sengg und Chüebalm am Brienzersee haben mehrere Mängel. Allein in den Taubenlochtunneln sind Strahlventilatoren zur besseren Entlüftung zu montieren, zweite Energiequellen zur Versorgungssicherheit (Notstrom) zu installieren sowie Ergänzungen bei den Fluchtwegen zu bauen. Auch der Allmendtunnel bei Thun benötigt neue Ventilatoren. Und im 3,3 Kilometer langen Giessbachtunnel, ebenfalls am Brienzersee, und im 2,2 Kilometer langen Leissigentunnel bei Interlaken müssen Abluftklappen sowie neue Abluftventilatoren eingebaut werden, die im Brandfall den Rauch rasch aus der Röhre abziehen können.

Schweizweit will das Astra in einer ersten Phase aber für rund 80 Millionen Franken in 59 Tunneln die Signalisation verbessern. Dort werden bis Ende 2011 Orientierungsschilder montiert oder auch Fluchtausgänge speziell beleuchtet. Bei den Tunnellüftungssystemen rechnet das Astra mit Investitionen von total 760 Millionen Franken bis ins Jahr 2022. Nötig sei dieser Ausbau in 58 Strassenröhren. In 63 Tunneln sind bis 2020 für 500 Millionen Franken weitere Verbesserungen an Fluchtwegen vorgesehen. Weil die Aufträge für Lüftungen und Fluchtwege ausgeschrieben werden müssen, dauert deren Realisierung am längsten. Die Berner Projekte sollten gemäss Planung bis im Jahr 2016 abgeschlossen sein. Einsprachen und weitere Verzögerungen sind aber überall möglich.

Woher das Geld nehmen?

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Finanzierung. Die Gesamtkosten für die Tunnelsicherheit werden vom Astra auf 1,2 Milliarden Franken geschätzt. Allerdings sind auf dem Nationalstrassennetz noch unzählige weitere Projekte offen; so soll der Lärmschutz verbessert werden. Das Astra beziffert den Investitionsbedarf insgesamt auf rund 6 Milliarden Franken. Es zeichnet sich daher ab: Ohne Erhöhung der Mineralölsteuer oder des Preises für die Autobahnvignette werden kaum alle Wünsche zu erfüllen sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.05.2010, 11:35 Uhr

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1 Kommentar

Stalder Otto

21.05.2010, 11:24 Uhr
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Weltspitze! Ja Aber! Wir sind Weltspitze in neuen uns selbst auferlegten Geldausgaben. Bald fahren die Schweizer nach Italien und Frankreich in die Ferien, alles gut und recht auf diesen Autobahnen kann man oft nicht einmal zum Bisslen gehen. Leitplanken sind zum teil unbekannt. Super Weltspitze wir würden gescheiter andere dringendere Probleme anpacken. Antworten