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Passionsmusik, die Hoffnung bringt

Aktualisiert am 22.03.2011

ThunAm Sonntag lud der Singkreis Bethlehem und Thun zusammen mit dem Bern-Chor 21 zur Aufführung von Antonin Dvo?áks «Stabat Mater». Die Sänger begeisterten das Publikum mit ihrer grossen Stimmgewalt. Sie mussten sich aber auch von ihrem Dirigenten Patrick Ryf verabschieden.

«Stabat Mater dolorosa – Christi Mutter stand mit Schmerzen», sang der Chor zum Auftakt von Antonin Dvo?áks «Stabat Mater» am Sonntag in der Thuner Stadtkirche.

Unter der Leitung des Dirigenten Patrick Ryf hatten der Singkreis Bethlehem und Thun und der Bern-Chor 21 während eines halben Jahres eines der wohl bekanntesten Werke Dvo?áks einstudiert.

Anderthalb Stunden lang liessen die Sänger ihre Zuhörer die Leiden der Gottesmutter Maria miterleben, welche unter dem Kreuze stehend dem Tode ihres Sohnes zusehen musste. Im Gegensatz zu dem schweren lateinischen Text stand dagegen Dvo?áks musikalische Umsetzung des Themas, welche häufig eher romantisch verträumt anmutete und nur teilweise auch harmonisch die Dramatik des Geschehens aufgriff. Trotzdem gelang es den Chorsängern und den Solisten Iris Eggler (Sopran), Judith Lüpold (Alt), Jan-Martin Mächler (Tenor) und Michael Kreis (Bass) mit ihrem starken Gesang und einer guten Betonung, dem Text den nötigen Ausdruck zu verleihen. Bereits im ersten Satz kam die Mächtigkeit der Musik durch ein einmaliges Zusammenspiel von Chor, Solisten und dem Orchester des Berner Musikkollegiums auf beeindruckende Weise zur Geltung.

Gelungenes Konzert

Der böhmische Komponist Dvo?ák hatte in seinem Werk aber nicht nur den Schmerz Marias, sondern auch den Verlust von drei seiner eigenen Kindern verarbeitet. Der letzte Satz ist dann aber nicht mehr geprägt von der Trauer Marias, sondern er wird zur Trostmusik im Angesicht der Hoffnung auf die Auferstehung. Diese Hoffnung übertrugen die Sänger und das Orchester auch mit einer unglaublichen Stimmgewalt auf ihre Zuhörer, welche am Ende des Konzertes lange in Schweigen verharrten, bevor sie die Musiker mit tosendem Applaus belohnten.

«Ich bin sehr glücklich, dass das Konzert so gut gelungen ist», stellte der Dirigent Patrick Ryf fest. Es sei ein langer Prozess gewesen, das Werk einzustudieren. Trotzdem war es Ryfs letztes Konzert als Dirigent des Singkreises, da er noch bei zahlreichen weiteren Projekten, wie beispielsweise als Verantwortlicher für die Chorperformance bei den Thuner Seespielen, mitarbeitet.

Die Entscheidung sei ihm aber nicht leichtgefallen, erklärte Patrick Ryf. «Es ist nicht selbstverständlich, einen Chor zu finden, mit dem man überhaupt ein so anspruchsvolles Werk wie das «Stabat Mater» einstudieren kann.» Therese Krähenbühl>

Erstellt: 22.03.2011, 00:31 Uhr

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