Wimmis’ Steigerung

Aktualisiert am 16.03.2010

Der RHC Wimmis hat sich im Cup-Viertelfinal gegen den SC Thunerstern mit 6:4 durchgesetzt. Die

Titelchancen sind gross.

Die Fakten sprachen gegen ihn: 15 Minuten hatte das Spiel erst gedauert, und es stand bereits 1:4. Trotzdem kam einer Überraschung gleich, was Nils Hauert tat: Der Torhüter liess sich ersetzen. Krass daneben gelangt hatte er nie; bloss beim ohnehin kuriosen 1:2 sah er schlecht aus. «Er glaubte, einen schlechten Tag zu haben, und stellte die Interessen des Teams über die seinen, was für ihn spricht», kommentierte Thun-Coach Bruno Lehmann. Fortan hütete Mathias Gurtner das Gehäuse. Seine Präsenz schien das Spiel zu beeinflussen. «Wimmis war wohl etwas irritiert wegen des Wechsels. Und für meine Spieler hatte er anscheinend die Wirkung eines Weckrufs», sagte Lehmann. In der Tat: Innert dreier Minuten schossen die Thuner zwei Treffer: Es war wieder alles offen – und Gurtner Heilbringer, ohne eingegriffen zu haben.

Der 1-Tore-Rückstand Thunersterns währte in der Folge lange, und als Steve Wenger in der 28. Minute mit seinem dritten Tor gar auf 5:3 erhöhte, schienen die Thuner entscheidend zurückgebunden; zumal sie zuvor nicht in der Lage gewesen waren, Druck zu erzeugen. Vier Minuten vor Schluss glückte der Anschlusstreffer. Wimmis aber verteidigte die Führung recht souverän und setzte sich nicht unverdient durch. Lehmann bezeichnete die Leistung der Niedersimmentaler als «abgeklärt».

Das dritte Derby in dieser Spielzeit diente auch als Standortbestimmung beider Teams. Rund vier Wochen lang war nicht mehr gespielt worden: Die Qualifikation war vorüber, und die Finalrunde beginnt erst am Samstag. Wimmis setzte temporär mit Trainieren aus. Gleichwohl scheint sich im Team Fritz Gertschs etwas getan zu haben: Es trat besser auf als zuletzt, und Marcel Althaus, der während der Qualifikation zunehmend an Einfluss zu verlieren schien, kam zu einer Menge Spielzeit – und einem Torerfolg. Wimmis’ Chancen auf den Cupsieg sind gross. Auf die Meisterschaft konzentrieren muss sich der SC Thunerstern, der sich auf Augenhöhe der Wimmiser bewegte. «Steigern müssen wir uns in der Defensive», fordert Lehmann. Samstags treffen die Thuner auf den RHC Genf. Michael Müller, im Cup gesperrt, wird mittun können.Adrian HornTelegramm Seite 16>

Erstellt: 16.03.2010, 00:32 Uhr

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