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«Wer hier mitmacht, will Spass haben»

Aktualisiert am 09.08.2010

In Burgdorf fand die erste Schweizer Meisterschaft im Spiel «Schere, Stein, Papier» statt. Der Spass an der Sache dominierte.

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Gegen 200 Leute tummeln sich am Samstagnachmittag auf dem Schwob-Areal in Burgdorf. Organisatoren aus dem Umfeld des örtlichen Snowboard- und Skatershops Radix hatten zur ersten Schweizer Meisterschaft von «Schere, Stein, Papier» eingeladen. Auf der Wettkampfstätte findet sich ein junges Publikum. Aus den Lautsprechern dröhnt hipper Sound.

«Man kennt sich, man trifft sich», sagt Kilian Gasser nach einem Blick in die Menge. Der 18-Jährige wohnt in Burgdorf und hofft, dass ihm – nebst dem nötigen Glück – auch der Heimvorteil hilft, bei diesem Wettkampf möglichst weit vorne zu landen.

Pokerface und Sonnenbrille

Seine Gegner sind nicht zu unterschätzen. Mit undurchdringlichem Blick und in lässig entspannter Körperhaltung stehen sie da. Wer seinen Pokerface-Ausdruck nicht vor dem Spiegel eingeübt hat, setzt als Alternative eine dunkle Sonnenbrille auf. Schliesslich soll das Gegenüber nicht gleich erahnen können, was man als Nächstes plant.

«Zehn, neun, acht, sieben, sechs», ruft der Speaker. Dann beginnt das Spiel. «Schäri, Stei, Papier» hallt es zigstimmig über das Areal. Über Sieg und Niederlage entscheidet, was die Hand anzeigt: Die Faust als Symbol für den Stein ist mit den beiden schnappenden Fingern – der Schere – nicht zu knacken. Gegen die flache Hand hat die Faust jedoch keine Chance; sie steht für Papier, und damit kann ein Stein eingewickelt werden. Die Schere wiederum ist stärker als das Papier.

Kilian Gasser kämpft glücklos und scheidet in der ersten Runde aus. Die Sonnenbrillenfraktion scheint im Vorteil zu sein. Die Richter hetzen mit roten Netzhüten über den Platz. Die Jury brütet über den Paarungen für die nächste Runde.

Tobias solls richten

Neun «Schäri, Stei, Papier»-Rufe später jubelt Tobias Lanz auf. Der Zwölfjährige hat es bis in die vierte Runde geschafft. Seine Kumpel klopfen ihm auf die Schulter. Siegesgewiss steht er da. «Wir glauben fest daran, dass einer von uns ins Finale vorstossen kann», sagt Joshua Binggeli. «Nachdem wir zu dritt ausgeschieden sind, setzen wir jetzt alle Hoffnungen auf Tobias.» Das Mindestalter beträgt 12 Jahre; Tobias Lanz ist einer der jüngsten Teilnehmer. Mit Kopfhörern um den Hals und offenen Turnschuhen steht der Burgdorfer da. Ehrgeizig wirkt er nicht. Wer hier mitmacht, will Spass haben. Entsprechend huscht über sein Gesicht nur kurz ein enttäuschter Ausdruck, als er die nächste Runde verliert. Den Gesamtsieg holt sich der 23-jährige Ken Grossman aus dem Kanton Schwyz.

Christian Berger ist zufrieden. «Wir wollten etwas Spezielles organisieren, das Spass macht. Das ist uns gelungen.» 152 Teilnehmende waren mit von der Partie. Die Veranstalter blicken bereits nach Kanada: Dort finden bald die Weltmeisterschaften im «Schere, Stein, Papier»-Spiel statt. Ursula Grütter

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Erstellt: 09.08.2010, 00:31 Uhr

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